Tetsu Ikuzawa: Seit über 40 Jahren Porsche

Tetsu Ikuzawa: Seit über 40 Jahren Porsche


Im Schalensitz: Historischer Rennsport und brisante Themen aus der Autowelt

Schon alleine auf Grund seiner Rennfahrer-Vergangenheit würde Tetsu Ikuzawa bei Porsche gebührend empfangen werden. Der 68-jährige Japaner ist zudem Großkunde. Das waren für Jochen Bader, Leiter der Porsche-Werksrestaurierung, schon zwei Gründe, für ein Gruppenfoto mit dem weit angereisten Gast seinen Betrieb für einige Zeit lahm zu legen.

Im Schalensitz Nr. 19
Alleine 12 Spezialisten aus allen Bereichen wie der Karosserieabteilung, der Motoreninstandsetzung oder der Sattlerei haben an dem Targa 2.0 S von 1969 mitgearbeitet. Hinzu kommen Mitarbeiter aus der Administrative. Vor über einem Jahr hat  den Targa mit der ersten Einsspritzanlage (Sechsstempelpumpe) in die Obhut des Teams rund um Jochen Bader gegeben. Der Auftrag: Eine Totalrestaurierung, kompromisslos.   911 Targa Gesagt getan. Die Porsche-Mannschaft hat ganze Arbeit geleistet. So perfekt hat der Wagen vor über 40 Jahren das Werk nicht verlassen. „Dabei waren einige Komponenten alles andere als Routine“ erklärt Bader mit Blick auf die Armaturentafel. Auf rund zwei Dritteln der Breite sind unterhalb der serienmäßigen Armaturenkonsole zusätzliche Lüftungsschlitze zu sehen. Der Targa wurde damals auf Sonderwunsch mit einer Klimaanlage ausgestattet. Der Kondensator ist auf der Innenseite des Heckdeckels montiert und der Klimakompressor thront rechts hinten im Motorraum. „Und alle Leitungen mussten aufwändig nachgefertigt wreden“, ergänzt Bader. Allein die  Überholung der Klimaanlage hat den Gegenwert eines Kleinwagens gekostet. So lässt sich leicht ausrechnen, dass die Komplettrestaurierung den Neupreis eines heutigen Porsche Turbo deutlich überschritten haben dürfte. Porsche 613 Ikuzawa kann es sich leisten – und vor allem: Er will es sich leisten. Der Elfer ist nämlich nicht irgendeiner von 614 Stück mit dieser 170 PS starken Maschine gebauten Exemplaren. Nein, Fahrgestellnummer 119310589 wurde vor über 40 Jahren als Neuwagen an Tetsu Ikuzawa ausgeliefert. Mit dem Porsche reiste der unter anderem in England lebende Japaner von Rennstrecke zu Rennstrecke. Nach dem Verkauf des 911ers, Anfang der siebziger Jahre, war der Wagen über Jahre verschollen. Erst vor zwei Jahren hat ihn sein Erstbesitzer durch Zufall wieder entdeckt; auf einer Farm in Japan, zwischen landwirtschaftlichen Geräten und Notstromaggregaten. Der Wagen befand sich in einem jämmerlich verbastelten Zustand. So war es für Ikuzawa Ehrensache, seinen ehemaligen Porsche wieder in den Originalzustand versetzen zu lassen. Zudem begleitete ihn der Elfer während seiner Rennfahrer-Zeit, an die er sich gerne erinnert. Tetsu Ikuzawa Ikuzawa ist in Japan eine Rennfahrerlegende – und für Porsche der einzige japanische Werksfahrer den das Unternehmen jemals hatte. Der legendäre Porsche-Rennleiter und PR-Chef Huschke von Hanstein ergänzte sein Top-Team unter anderem mit Jo Siffert, Gerhard Mitter, Jochen Rindt, Vic Elford, Hans Herrmann und Ben Pon und auch mit dem schnellen Japaner. Tetsu Ikuzawa fuhr für Porsche die Sportprototypen Carrera 6, 910 und 908. Im Team mit Hans Herrmann und Jo Siffert wurde er 1968 im amerikanischen Watkins Glen Sechster. Gewonnen hat er allerdings nur in seiner Heimat, beispielsweise den Grand Prix von Japan im Jahr 1967 auf einem Carrera 6.    Seine Karriere begann Tetsu Ikuzawa auf zwei Rädern. Mitte der sechziger Jahre sammelte er  in der Sportwagenklasse seine ersten Erfahrungen mit den japanischen Rennboliden Skyline Sport GT auf der Rundstrecke von der Prince Auto Corporation (später Nissan) – und lieferte sich erbitterte Zweikämpfe mit den Porsche 904 GTS.   Tetsu Historic Den Porsche-Virus hat Tetsu Ikuzawa bis heute nicht los bekommen – und er lebt seine Leidenschaft aus. So bestellte er zur Fertigstellung der Restaurierung seines alten Targas gleich einen Neuen dazu, ebenfalls in Signalgelb und mit einer an die Ur-Version angelehnten Innenausstattung. Und selbst der Felgenstern bekam eine optische Anmutung in Richtung Fuchs-Felgen des Originals. Jochen Bader ist schon gespannt, welche Aufträge folgen werden. Die meisten Fahrzeuge aus seiner Sammlung sind bereits im Werk restauriert worden und auch als Neuwagenkunde hat sich der Japaner bereits des Status eines Großkunden verdient.   Hier gibt es mehr Rennsport auf Carsablanca:

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