Rauno Aaltonen: Der Rallye-Professor bei der Planai-Classic

Rauno Aaltonen: Der Rallye-Professor bei der Planai-Classic

Aaltonen, Waldegaard, Seyffenstein, Harrach und Co. Kamen am 4.und 5.Januar zur Planai-Classic und haben genug Schnee zum Driften genossen.

Erst vor wenigen Wochen hatte Björn Waldegaard, der schwedische Rallye-Weltmeister von 1979, im Alter von 68 Jahren die East African Safari-Classic auf Porsche 911 gewonnen und meinte: „Ein gnadenloser Bewerb, der die große Zeit der Rallies aufleben lässt, als Rallies noch echte Zerreißproben waren und keine Sprint-Bewerbe.“ Bei der Planai-Classic pilotierte er einen 300 PS starken Porsche 911, mit seinem Freund Hans Sylvan als Navigator.

Sein ewiger Kontrahent aus unzähligen Rallye-Saisonen war auch dabei: Rauno Aaltonen die finnische Lenkrad-Ikone fühlte sich im Schnee so wohl wie ein Eskimo, noch dazu wo Rauno das Auto seiner größten Erfolge pilotiert - einen Mini-Cooper-S.

Insgesamt 47 Teams aus Deutschland, Österreich, Finnland, Schweden und der Schweiz nahmen die Planai-Classic unter die Räder.  Dabei waren die wahren Helden dieses Wintermärchens mit dampfenden Motoren in den offenen Cockpits der drei ältesten Autos zu finden: Christian und Margot Baier in einem Lea Francis Baujahr 1927, Johann Kofler (Sunbeam, Baujahr 1930) und Bernhard und Petra Ehm (Lagonda, 1936) Der Deutsche Karsten Wohlenberg mit dem österreichischen Navigator Mike Höll lag am Mittwochabend noch auf Platz zwei – doch auf der Planai Bergprüfung gelang ihm ein Nuller, also eine Abweichung von Null, obwohl die Strecke im zweiten Durchgang wegen des Schneefalls deutlich langsamer wurde.

So konnte Wohlenberg im Mercedes Benz 230 SL aus dem Jahr 1964 mit einer Gesamtabweichung von 493 Hundertstelsekunden den Sieg bei der Planai-Classic 2012 erringen. Der zweifache Classic-Masters-Meister erzählte: „Wir haben uns im ersten Durchgang einen Polster von 1:15 Minuten gelassen, davon haben wir dann 15 Minuten verbraucht. Wir haben also mit wenig Risiko die maximale Ausbeute holen können. Ich möchte aber dazusagen, dass wir eigentlich drei Siegerteams haben, die Top 3 lagen hier immer auf Augenhöhe.“

Der ehemalige finnische Rallyefahrer Rauno August Aaltonen ist auch unter dem Spitznamen „der Rallye-Professor“ bekann, weil er sich stets überaus akribisch mit der Technik des Rallyefahrens auseinandersetzte.
Aaltonen hat in seiner langen Motorsportkarriere nationale und internationale Meisterschaften gewonnen. Er war vor seiner Laufbahn als Rallye-Pilot auch – und das ist gänzlich unbekannt - in anderen Motorsportarten erfolgreich, beispielsweise auf dem Motorrad und im Rennboot. Die Höhepunkte seiner Rallye-Laufbahn:

  • Finnischer Rallyemeister 1961
  • Rallye-Europameister 1965
  • Sieger der RAC-Rallye 1965
  • Sieger der Rallye Monte Carlo 1967
  • Sieger der Southern Cross Rally 1977 in Australien

Rauno Aaltonen war einer der erfolgreichsten Rallye-Piloten der 1960er-Jahre. Legendär sind seine Siege mit dem Mini Cooper. Bei der Rallye Safari, die als eine der härtesten Rallyes überhaupt gilt, konnte er insgesamt sechs Mal den zweiten Platz erringen.Bereits während seiner professionellen Rallye-Karriere überlieferte Aaltonen seine Erfahrung als Instruktor für Fahrsicherheitstrainings und als Fahrzeugtester sowie Autor für Fachmagazine. Er war mitverantwortlich für das BMW-Fahrertraining auf Schnee und Eis.