Norbert Singer: Talkrunden bei der Retro Classics 2010

Norbert Singer: Talkrunden bei der Retro Classics 2010

Die zehnte Stuttgarter Oldtimer-Messe Retro Classics, die am Wochenende zum dritten Mal im Messegelände beim Flughafen stattgefunden hat, ist mit Rekordzahlen zu Ende gegangen.

Im Schalensitz Nr. 24   Mit mehr als 60.000 Besuchern wurde das bereits exzellente Ergebnis des Vorjahres um rund zehn Prozent übertroffen. Auch auf Ausstellerseite verzeichnete die Messe mit mehr als 1.100 Teilnehmern und rund 3.000 ausgestellten Fahrzeugen einen Rekord (2009: 1.050 mit 2.500 Fahrzeugen).

Dieser Zulauf war auch in Halle 4 am Stand des Badischen Motorsport-Club e.V. (BMC) und der Hockenheim-Ring GmbH zu spüren. Auf 600 Quadratmetern wurde dort die „Hockenheim-Historic – in Memory of Jim Clark“ mit allen Rennserien dargestellt. Die Solitude GmbH, verantwortlich für die Kommunikation und die Sonderserien der Motorsport-Veranstaltung im Gedenken an den Weltmeister, hat vom 12. bis 14. März insgesamt 70 Rennfahrer-Legenden und Persönlichkeiten des Motorsports eingeladen. Einige von ihnen wurden in verschiedenen Themenblöcken von Insider Siegfried Schlüter moderiert – in Schalensitzen. Damit bekam das Format „im schalensitz“ eine zusätzliche Facette. Bis zu fünf Personen kamen zu einer Gesprächsrunde zusammen.

Im Schalensitz Norbert Singer hatte gleich zu zwei „im schalensitz“-Diskussions-Panels einiges beizutragen: Zu der Runde mit Persönlichkeiten der Interserie und vor allem zu der Runde über Le Mans, 40 Jahre nach dem ersten Gesamtsieg von Porsche. Singers Spitzname ist „Mr. Le Mans“, spätestens seit er am 13. Juni 2003 für seine Verdienste um das 24-Stunden Rennen sowie für seine einzigartigen Erfolge bei dem Langstreckenrennen in Frankreich vom Automobile Club de l`Ouest (ACO) den Preis „Spirit of Le Mans“ erhalten hat. „Übrigens zusammen mit dem dreifachen Le Mans-Sieger und Formel 1-Weltmeister Phil Hill“, ergänzte Singer auf der Stuttgarter Messe stolz.
  Porsche  Porsche 908/2   Norbert Singer ist der einzige Porsche-Mitarbeiter, der an allen 16 Gesamtsiegen der Marke maßgeblich beteiligt war. Seit 1970 unterstützt Porsche private Kundenteams mit den Rennsportwagen vom Typ 917, 935, 936, 956, 962C, TWR-Spyder sowie GT1 98.

In der Diskussionsrunde mit Porsche-Urgestein Herbert Linge, dem ehemaligen Porsche-Werksfahrer Kurt Ahrens, Porsche-Urgestein Herbert Linge und Rennlegende Hans Herrmann über den ersten Gesamtsieg 1970 mit dem Porsche 917 stellte er sich hintenan: „Peter Falk hatte mich erst kurz zuvor – genau genommen zum 1. März 1970 – eingestellt. Ich durfte aber gleich zumindest mitwirken.“ Seine Ausführungen über spätere Le Mans-Einsätze hingegen fesselten die Zuhörer.   40 Jahre Interserie Im Schalensitz Gesprächsrunde Im Panel über das Jubiläum „40 Jahre Interserie“ hatte Singer die eine oder andere Anekdote parat. Neben ihm saßen mit Ed Peter, Rennleiter der Interserie-Rennen auf dem Hockenheimring, und Jürgen Illig, der damals den Start-und-Ziel-Bereich verantwortete und neben der Zielkurve im Rasen saß, um die gefahrenen Runden anzuzeigen. „Man machte sich über die Gefahren solcher Tätigkeiten keinen Kopf“, erklärte Illig in Stuttgart.

Formel V Im Schalensitz: Manfred Jantke, Helmut Bross, Werner Müller Ein Panel, welches die Zuhörer ebenfalls für lange Zeit fesselte, hatte das Thema Formel V auf der Agenda. Mit dabei waren der ehemalige Fuchs-Werksfahrer Werner Müller, der ehemalige Porsche-Rennleiter und Journalist Manfred Jantke sowie einer der ganz schnellen Piloten der späteren Formel V-Ära (von 1970 an) Helmut Bross. Jantke brachte beispielsweise die mangelnde Sicherheit der Monoposti zur Sprache und Müller ergänzte: „Unsere Rennen wurden mit Kamikaze verglichen.“ Tatsächlich waren, so Bross, allein die Qualifikationskämpfe „beinhart“. Teilweise hatten 80 Fahrzeuge genannt, von denen gerade einmal 35 starten konnten.

Auch Jochen Mass, gegen den Bross übrigens Anfang der siebziger Jahre Formel V-Rennen fuhr, verweilte auf dem Hockenheim-Stand im Kreise seiner Weggefährten. Dieter Braun Motorräder Was wäre eine Oldtimermesse ohne Motorräder. Die Weltmeister Dierk Raudies und Dieter Braun nahmen ebenfalls für Interviews in den Schalensitzen Platz.

Fazit „Es war eine rundum gelungene Jubiläumsparty, die zehnte Retro Classics ist den hoch gesteckten Erwartungen mehr als gerecht geworden“, freute sich Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Unsere Oldtimer-Messe hat erneut einen Schub an Qualität, Quantität und Internationalität, was Aussteller wie auch Besucher betrifft erhalten und ihr ausgezeichnetes Image als Premium-Ausstellung bestätigt.“  

Diese Ausgabe von im Schalensitz erschien am 16. März 2010

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