Klaus Kaiser: Vor 50 Jahren ging eine der härtesten Rallyes an den Start

Klaus Kaiser: Vor 50 Jahren ging eine der härtesten Rallyes an den Start

Die erste deutsch-französische Gemeinschaftsrallye „Stuttgart-Solitude Lyon-Charbonnières“ startete im März 1960. Von den Startorten Paris, Lyon und Heidelberg kamen auch namhafte Rallye-Fahrer an die Solitude vor den Toren Stuttgarts. Klaus Kaiser (im Schalensitz) ist einer der Zeitzeugen dieses harten Wettbewerbs. Er fuhr in den sechziger Jahren zusammen mit Dieter Glemser.

Im Schalensitz Nr. 23

Saab und Eric Carlsson mischen die Rallye-Szene auf Ford gegen Opel Einer der international bekanntesten Rallye-Fahrer jener Zeit war Eric Carlsson, der mit einem frontgetriebenen Saab die damalige Rallye-Szene kräftig aufmischte und aufgrund seiner beherzten Fahrweise auch das eine oder andere Mal auf dem Dach landete. Dies brachte ihm den Spitznamen „Carlsson auf dem Dach“ ein. Aber auch Pat Moss nahm die Herausforderung an. Die Schwester des Grand-Prix-Fahrers Stirling Moss war damals Werksfahrerin bei Austin Healey und zählte zu den Langstrecken-Spezialisten jeder Zeit. So erkämpfte sich die schnelle Lady beim 96-Stunden-Marathon Liège-Rom-Liège den Gesamtsieg.

Das Aus in Sonderprüfung Eins Seriennahe Fahrzeuge auf der Sonderprüfung Die bekanntesten Fahrer aus Frankreich waren René Trautmann auf Citroen und Jean Rolland auf Alfa Romeo. Die deutschen Fahrer waren bei der Erstausgabe gänzlich unbekannt.
Moss zerstörte Ihren Werks-Healey bereits in der ersten Sonderprüfung auf der Solitude-Rennstrecke, auf der drei Runden im Renntempo zu fahren waren. Schnelle Zeiten waren dann auch auf der zweiten Sonderprüfung gefordert, auf der kurvenreichen und 8,5 Kilometer langen „Oppenau-Zuflucht“. In Frankreich warteten auf die Teams berühmte Rallye Monte Carlo-Abschnitte wie „Col de Faucille“, „Col du Granier“, „Col de Porte“, „Col de Rousset“ uns „St.-Jean en Royans“.

Stuttgart-Solitude Lyon-Charbonnières Vic Elford Die Rallye Stuttgart-Solitude Lyon-Charbonnières galt von Anbeginn an als ein, so Richard von Frankenberg, „harter, sportlicher, kompromissloser Wettbewerb“. Dafür sorgte schon allein die Jahreszeit, denn im März hatte es in Höhen über 1.000 Meter meist noch Schnee. Aber auch der Streckenverlauf garantierte die Herausforderung. Nirgendwo in Europa gibt es Straßen mit so vielen Kurven wie im französischen Zentralmassiv und dem französische Jura. Selbst erfahrene Piloten mit leistungsstarken GT-Wagen schafften Anfang der sechziger Jahre kaum den vom französischen Veranstalter vorgegebenen Schnitt von 60 km/h. Somit hagelten auch zwischen den Sonderprüfungen ordentlich Strafpunkte. Es wurde bei Rallyes außerhalb der Sonderprüfungen nämlich nicht auf Höchstgeschwindigkeit gefahren, sondern es musste der vorgegebenen Schnitt erreicht werden. Abweichungen von der Sollzeit wurden bestraft – wie bei den historischen Rallyes heute.
Das Fachblatt „das Auto Motor und Sport“, heute „auto motor und sport“, überschrieb im Jahr 1962 einen Kurzbericht kurz und prägnant: von 95 blieben 55 übrig; eine enorm hohe Ausfallquote, welche Bände spricht, obwohl es in den Anfangsjahren lediglich sechs Sonderprüfungen gab: Drei in Frankreich und drei in Deutschland. Ehemalige Stuttgart-Solitude Lyon-Charbonnières-Fahrer Die Rallye Lyon-Charbonnières fand 1947 zum ersten Mal statt, veranstaltet vom Automobil Club du Rhone. In Deutschland gab es von 1954 an unter Federführung des ADAC Gau Württemberg die Rallye Solitude bis 1960. Die erste deutsch-französische Gemeinschaftsrallye startete ebenfalls im Jahr 1960.

Das Jahr 1972 forderte einschlägige Tribute in der Streckenführung. Der Start war zwar noch auf der Solitude-Rennstrecke, die Sonderprüfung aber konnte nicht mehr gefahren werden, da keine Streckensperrung mehr möglich war. Das veranlasste die Veranstalter sogar dazu, im Folgejahr den Start gleich zum Hockenheimring zu verlegen. Dann kam das endgültige aus, nach der 26. Stuttgart-Solitude Lyon-Charbonnières, bei der die bärenstarken Ford Capri dominierten. Kein Wunder: Im Motodrom von Hockenheim führte jede verlorene Sekunde zu Strafpunkten, unabhängig vom Hubraum der Fahrzeuge. Es begann die Ära der Rallye-Giganten wie dem Lancia Stratos.

Alle Informationen über ein geplantes Revival finden Sie unter www.sslc.de

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