Jürgen Neuhaus: Die Interserie war mein Leben

Jürgen Neuhaus: Die Interserie war mein Leben

Die Hockenheim Hostoric – in Memory of Jim Clark vom 16. bis 18. April 2010 war ein Festival für Sportprototypen. Das absolute Highlight für die 24.700 angereisten Zuschauer waren die Demonstrationsläufe zum 40. Geburtstag der Interserie. Mittendrin fuhr Jürgen Neuhaus, Interserie-Sieger 1970, in dem frisch restaurierten Kremer-Porsche.

Im Schalensitz Nr. 29

Einmal Profi, immer Profi. Dieser Binsenweisheit wurde auch das Team der Kremer Racing Cologne (www.kremer-racing.de) am vergangenen Wochenende wieder gerecht. Mit einem professionellen Truck reiste die Mannschaft um Sportdirektor Kurt J. Achim Stroth zum Hockenheimring. Die Mission: Mit dem frisch restaurierten Kremer-Porsche (Technik Porsche 956) beim 40. Geburtstag der Interserie Flagge zu zeigen – authentisch. Deshalb wurde das Cockpit schon vor Tagen für Jürgen Neuhaus (70) angepasst, der wie Willi Kauhsen und Leo Kinunnen in der 70iger Jahren zu den verwegenen Bändigern der Super-Sportwagen zählte. Die kernige Frohnatur aus Wuppertal bestritt damals auch einige Rennen für das Kremer Racing Team.

Zehn Rennserien und vier Präsentationsläufe stellten selbst für den erfahrenen Rennleiter Heinz Weber bei der Hockenheim Historic – in Memory of Jim Clark 2010 eine Herausforderung dar, die er jedoch mit Bravour meisterte. Der Zeitplan konnte eingehalten werden und die Zuschauer erlebten ein wahres Festival des Motorsports.

Showlauf zum 40. Geburtstag der Interserie Das breiteste Spektrum hinter einem Rennserien-Namen verbirgt sich seit genau 40 Jahren hinter der Bezeichnung Interserie. Diese europäische Rennserie wurde im Jahr 1970 als Gegenstück zu der in den USA so beliebten CanAm-Serie aus der Taufe gehoben, eine Serie hauptsächlich für Sport-Prototypen. Zur Hockenheim Historic kamen zu den von der Solitude GmbH organisierten Interserie Revival-Demonstrationsläufen 25 dieser faszinierenden Boliden. Allein vier Porsche 917 und vier Porsche 908 säumten die ersten Startreihen, teilweise besetzt von den Startern von damals wie Kurt Ahrens und David Piper. Neben Jürgen Neuhaus drehte mit Helmut Bross ein weiterer Interserie-Sieger von damals  aktiv am Lenkrad. Der Interserie-Sieger von 1977 fuhr einen Brackley LM 3000C, einen Gruppe C-Renner aus dem Jahr 1988. Die Gruppe C-Fahrzeuge waren die letzte Gattung an Rennsportwagen, welche um die Interserie-Meisterschaft fuhren. Heute werden unter dem Namen AvD Interserie/Austria Formel 3 Cup Meisterschaftsläufe überwiegend mit Formelrennwagen ausgetragen.

Inmitten der Rennboliden Zur Erinnerung: Im Jahr 1970 wurde  diese Rennserie hier in Stuttgart bei der „Motor_Sport_Freizeit“, der heutigen CMT, als Pendant zur amerikanischen CanAm-Serie aus der Taufe gehoben. Es handelte sich um eine Serie für Spezial-GT-Wagen der Gruppe 4, großvolumige Sportwagen der Gruppe 5, Sportprototypen der Gruppe 6 sowie zweisitzige Rennwagen der Gruppe 7. Das erste Rennen auf dem Hockenheimring fand am 5. Juli 1970 statt – mit Starbesetzung: Vic Elford pilotierte einen MC Laren M 12, Richard Attwood eine Lola T 70, ebenso wie Joakim Bonnier. Hans Herrmann, David Piper, Gijs van Lennep, Jürgen Neuhaus und Gerhard Larousse pilotieren den von Ferdinand Piech konstruierten Porsche 917 mit dem Zwölfzylinder-Triebwerk. Niki Lauda und Willi Kauhsen startete mit dem Achtzylinder-Porsche 908.

Diese Ausgabe von im Schalensitz erschien am 20. April 2010


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