Jochen Berger: Dem Motorsport bis zuletzt verbunden

Jochen Berger: Dem Motorsport bis zuletzt verbunden

Die Redaktion „im schalensitz“ trauert um Jochen Berger, der im Jahr 1974 als Beifahrer von Walter Röhrl auf einem Opel Ascona A Rallye-Europameister wurde. Wohnhaft im Eifelort Mannebach starb er in der Uni-Klinik Mainz im Alter von nur 64 Jahren und hinterlässt seine Ehefrau Gabriele und zwei Kinder aus erster Ehe.

Im Schalensitz Nr. 40

Berger war der erste Profi-Beifahrer Deutschlands und fuhr von 1972 bis 1976 mit Walter Röhrl (im schalensitz Nummer 1). Danach fungierte er bis 1992 als erfolgreicher Teammanager der Opel-Motorsport-Abteilung und betreute unter anderem das Opel-WM-Team, in dem Röhrl dann gemeinsam mit Beifahrer Christian Geistdörfer im Ascona 400 auftrumpfte. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006 war Berger der Marke mit dem Blitz als Leiter Wettbewerbsanalysen sowie bis Ende 2009 als Markenbotschafter verbunden.

Jochen Berger hatte aber auch ohne die Opel-Nähe in der Oldtimerszene Gewicht. Zusammen mit Walter Röhrl war er Botschafter der Classic Masters, der Serie im historischen Rallyesport – und Röhrl spart nicht mit Lob über seinen wichtigen Weggefährten.

"Jochen Berger war der perfekte Beifahrer", erklärt der zweifache Rallye-Weltmeister. "Er war mein erster Profi-Beifahrer, er hat mich geformt, hat mir das Gebetbuch beigebracht", führt der Regensburger weiter aus.

Rallye-Europameister 1974 Jochen Berger wurde am 19. Juli 1946 im thüringischen Hilburchhausen geborene und ist in Kassel aufgewachsen. Er studierte Publizistik. Seine Anfänge im Motorsport bestritt er mit den Marken NSU und Ford. Mit Walter Röhrl und Opel erreichte seine Karriere den Höhepunkt. 1973 verpassten Röhrl/Berger den Titel nur knapp, 1974 wurden sie auf Opel Ascona Rallye-Europameister - eine WM gab es noch nicht. "Es gab nie Probleme, er hat sich nie verstempelt oder so etwas", blickt Röhrl zurück. 1976 traten die beiden ein letztes Mal gemeinsam bei der Rallye Monte Carlo an und kamen mit einen kleinen Kadett hinter drei Lancia Stratos ins Ziel. Dann übernahm Berger die Leitung des Opel-Rallyeteams, wo er Talente förderte und die Voraussetzungen dafür schuf, dass Walter Röhrl und Christian Geistdörfer 1982 auf Opel Ascona 400 Rallye-Weltmeister wurden.

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