Huschke von Hanstein: 100 Jahre Rennbaron

Huschke von Hanstein: 100 Jahre Rennbaron

Am 3. Januar 2011 wäre Huschke von Hanstein 100 Jahre alt geworden. Ein denkwürdiger Tag und ein Geburtstag, der irgendwie anders ist als die vielen anderen Geburtstage, irgendwie tiefer.

Im Schalensitz Nr. 51

Der Sohn eines Raubritters war seiner Zeit weit voraus, war ein Meister der Kommunikation und „erfand“ die PR, die für viele ein Rätsel ist. Bei Porsche gingen seinen Tätigkeiten zwischen 1951 und 1969 weit über dieses anspruchsvolle Kommunikations-Handwerk hinaus. Er war nicht nur PR-Chef, Fotograf und Kameramann, sondern in Personalunion auch Rennfahrer, Rennleiter, Erfinder und Neuerer. Der Schutz der Rennfahrer durch Helme bereits seit 1938 und später durch Sicherheitsanzüge sowie die Werbung auf Rennfahrzeugen (Fletcher Aviation auf dem 550 Spyder im Jahr 1953) sind genauso sein Werk wie die Einführung des Zebrastreifens. Sein allzeit souveränes Auftreten, das von wahrer aristokratischer Weltläufigkeit geprägt war, faszinierte Mitstreiter und Rivalen. Seine ritterliche Abstammung und seine preußische Erziehung waren niemals zu leugnen. Er war ein Grandseigneur, wie er besser nicht hätte erfunden werden können.

HvH-Rekordfahrt Hockenheim 1949

1938 wurde er Motorsportmeister von Deutschland und im Jahr 1940 gewann er die Mille Miglia. Er etablierte die Marke Vespa in Deutschland und trug die Porsche-Erfolge in alle Welt, so dass noch erfolgreichre Teams deutlich weniger Beachtung fanden. Als die Porsche-Armada bei einem Grand-Prix in Monaco die Plätze zwei bis vier belegte, erfand Huschke kurzerhand eine Marken-Weltmeisterschaft und verkündete in aller Welt, dass Porsche Markenweltmeister sei. Der eigentliche Sieger, ein Ferrari, geriet in Vergessenheit. Seine Art, Dinge möglich zu machen, führte zu seiner so großen Popularität, über Jahrzehnte. Zu meiner großen Überraschung lag bei meinem ersten Besuch im Jahr 1993 auf seinem Schreibtisch ein Brief mit der Anschrift „Huschke von Hanstein, Germany“. Das Schriftstück kam tatsächlich an. Und in dieser Villa Am Kräherwald galt er mit seiner Ehefrau Ursula als perfekter Gastgeber für legendäre Abende; beispielsweise am 22. Juli 1961, am Vorabend des Formel 1-Rennens auf der Solitude. Der Rennbaron holte die Piloten der Königsklasse mit einem Porsche Diesel ab, darunter auch Stirling Moss und Jim Clark (siehe Foto). Am 5. März 1960 starb Huschke von Hanstein – für uns vollkommen unerwartet. Ich möchte nicht missen, diesen Mann gekannt zu haben.

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