Herbert Linge: Die Scheibenbremsen kommen

Herbert Linge: Die Scheibenbremsen kommen

Das Symposium mit Zeitzeugen zur Eröffnung der Sonderausstellung Le Mans am 28. November 2009 geht in die zweite Runde. Mit sehr viel Humor und fundiertem Fachwissen stellt Moderator Adriano Cimarosti die zweite Gruppe vor.

Im Schalensitz Nr. 7

Porsche-Urgestein Herbert Linge, selbst elfmal Fahrer in Le Mans; Hans), Walter Näher, Renningenieur des Porsche 962, dem Siegerwagen des Teams Stuck/Bell und Holbert im Jahr 1986, und Donald v. Frankenberg, dem Sohn Richard von Frankenbergs, dem Journalisten und Rennfahrer in den fünfziger und sechziger Jahren..

Herbert Linge: Die Scheibenbremsen kommen

Zurück in die fünfziger Jahre. Donald von Frankenberg brachte die Leitungsunterschiede damaliger Fahrer auf den Punkt: „Mein Vater war beispielsweise risikobereiter.“ Neben der Risikobereitschaft und der Begabung waren natürlich auch die technischen Unterschiede entscheidend, vor allem bahnbrechende Neuerungen wie die Einführung von Scheibenbremsen sorgten für Vorteile. Jaguar hatte bereits 1953 in Le Mans erstmals Scheibenbremsen eingesetzt – und gewonnen. Übrigens haben die Engländer das sieben Mal bei dem Langstrecken-Klassiker geschafft. Nur Ferrari mit neun und Porsche mit 16 Erfolgen waren an der Sarthe erfolgreicher. Porsche war zu dieser Zeit noch mit Trommelbremsen unterwegs und Herbert Linge erklärte die Fahrprobleme mit den heiß gefahrenen Trommeln: „man wusste nicht, in welche Richtung die Fahrzeuge beim Anbremsen zogen.“

Herbert Linge: Die Scheibenbremsen kommen

Weniger siegesentscheidend, aber dennoch für die 24 Stunden sehr wichtig, war die Wahl der richtigen Windschutzscheibengröße. Während große Scheiben bei trockenem Wetter den Fahrer besser vor Wind schützten, kamen die Probleme beim Regen zum Tragen. Große Scheiben liefen viel schneller an. Walter Näher klärte über den enormen Aufwand auf, welcher in den achtziger Jahren in Bezug auf die Aerodynamik betrieben wurde. „Die Windkanalstunden waren sehr zahlreich – und die Verbesserungen wären immer weiter gegangen, wenn dann nicht plötzlich der Renntermin vor der Türe gestanden hätte.“ Über die Gespräche mit Walter Näher (im schalensitz Nummer 0) wurde bei PROTOTYP auch an die schnellsten Le Mans-Zeiten erinnert. Das waren über 400 km/h.

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