Heinz Fuchs: Lebe wild und gefährlich

Heinz Fuchs: Lebe wild und gefährlich

Mit dem auf VW-Käfer-Technik basierenden Formel V-Monoposto wurde Mitte der sechziger Jahren auf Initiative des Sportwagenherstellers Porsche der Traum vom erschwinglichen Rennwagen für Jedermann Wirklichkeit. Heinz Fuchs aus Rutesheim gehörte zu den Formel V-Rennwagenbauern der ersten Stunde.

Im Schalensitz Nr. 3

Vom 16. Februar 1962 bis 9. April 1965 arbeitete Heinz Fuchs als Karosserieflaschner bei Porsche in der Versuchsabteilung und blieb dem Unternehmen noch viele Jahre danach als Zulieferer für Spezialteile – unter anderem auch für den TAG-Formel-1-Motor – erhalten.
Als die kleinen Monoposti 1965 von den USA nach Deutschland kamen, gehörte die Firma Heinz Fuchs Rennwagenbau (gegründet am 7. April 1965) zu den erfolgreichsten deutschen Anbietern der kleinen Renner; von 1971 an fertigte der begnadete Mechaniker auch Fahrzeuge für die viel aufwändigere Klasse Formel SV mit 1,6-Liter-Triebwerken. Seinen ersten Vau brachte der Schwabe bereits im Mai 1965 mit zum Eberbach-Bergrennen. Dort waren bis dahin ausschließlich die bei Porsche montierten Wagen am Start, nämlich fünf sogenannte Formcars und fünf  Beach Cars – und so blieb es auch an diesem Wochenende, da Heinz Fuchs die erforderlichen Papiere nicht vorweisen konnte.  Ein erstes Kräftemessen zwischen den aus Amerika stammenden Rennern und dem wesentlich zierlicheren Fuchs-Monoposto gab es dann erst vier Wochen später auf dem Norisring.

Heinz Fuchs: Lebe wild und gefährlich

Die Rivalen von damals, nämlich der letzte noch existierende Formcar aus der Porsche-Fertigung und der erste gebaute Fuchs-Formel Vau bilden den Kern der Sonderausstellung „Geschichte und Geschichten der Formel Vau“, welche das Auto & Technik Museum Sinsheim vom 14. November 2009 an bis 12. Februar 2010 zeigt. Insgesamt zehn ausgewählten Rennwagen repräsentieren einen interessanten Querschnitt dieser Rennserie, in der etliche Formel 1-Piloten wie Niki Lauda, Jochen Rindt, Jacky Ickx, Harald Ertl oder Jochen Maas den Grundstein zu ihrer Motorsportkarriere legten.
Ihren Ursprung hatte die „Formula Vee“ (Formel V) in den USA, wo 1963 ambitionierte Hobbyschrauber mit Unterstützung von Volkswagen of America die ersten Monoposti zum Laufen brachten. Ihr Erfolgsrezept war ebenso einfach wie preiswert: Man nehme Motor, Getriebe, Differential, Vorderachse und Lenkung vom VW Käfer, baue alles in einen schlichten Gitterrohrrahmen ein und stülpe über das Ganze eine leichte Kunststoffkarosserie.
Ende 1964 importierte der damalige Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein zehn Bausätze der Formel V-Rennwagen „Beach“ und „Formcar“ nach Deutschland. Schon kurze Zeit später begann die Formel V-Manie auch in Europa zu grassieren. Neben Heinz Fuchs in Rutesheim bei Stuttgart baute der Münchner VW-Großhändler Mahag den „Olympic“. In Österreich konstruierte Porsche Salzburg den „Austro Vau“ und der Wiener Opel-Händler Kurt Bergmann den „Kaimann“, während in Belgien in amerikanischer Lizenz „Apal“ und „Autodynamics“ montiert wurden.

Heinz Fuchs: Lebe wild und gefährlich Die Erinnerung an die legendären Rennserien der sechziger und siebziger Jahre hält heute die Vereinigung „Historische Formel V Europa e.V.“ am Leben, die auch die Fahrzeuge für die Sonderausstellung im Sinsheimer Museum zur Verfügung stellt. Die Formel V lebt aber auch weiter durch die Geschichten und Erinnerungen ihrer Zeitzeugen. Und zur Ausstellungseröffnung kamen neben Heinz Fuchs (im Schalensitz) sein damaliger Mechaniker Heinz Willibald und sein damaliger Werksfahrer Roland Müller (links vom Schalensitz). In dem geplanten Matinee des Clubs am 10. Januar 2010 werden weitere Legenden erwartet. Und alle erinnern sich an den damaligen Formel V-Leitspruch: Lebe wild und gefährlich!

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