Eugen Böhringer: 90 Jahre-Feier im Mercedes-Museum

Eugen Böhringer: 90 Jahre-Feier im Mercedes-Museum


Eugen Böhringer: 90 Jahre-Feier im Mercedes-Museum

Heute am 22. Januar 2012 wird Eugen Böhringer 90 Jahre alt – und feiert im Mercedes-Museum. Auf der Gästeliste stehen vor allem auch seine Rennfahrer- Weggefährten wie Eberhard Mahle, Dieter Glemser und Klaus Kaiser. Mit ihm ahtte er 1964 auf einem 230 SL Prototypen die 6.600 Kilometer lange Fernfahrt Spa – Sofia – Lüttich gewonnen. Der damalige Daimler-Konzernchef Fritz Nallinger hatte Böhringer den wendigen SL gegen den Widerstand seiner Vorstandskollegen zur Verfügung gestellt – zu recht, wie sich nach dem Sieg herausstellte. Im schalensitz-Herausgeber Tobias Aichele konnte Eugen Böhringer im Juli 2001 als einen der sieben Gründungsmitglieder für den Förderverein „Solitude Revival“ gewinnen, den er gründete, um im Jahr 2003 das bedeutende Jubiläum „100 Jahre Solitude-Rennen“ würdig zu begehen.

Nachfolgend veröffentlicht im schalensitz einen von Eugen Böhringer selbst aufgestellten Lebenslauf, der lediglich leicht modifiziert wurde: Schon in seiner Kindheit kam bei Eugen Böhringer der Wunsch auf, Automechaniker bei "Daimler" zu werden - und schon als kleiner Knabe zerlegte er seine Spielzeug-Blechautos, später dann auch die Mercedes-Benz-Wagen, die sein Vater fuhr. Allerdings soll er sie immer wieder zusammengebracht haben. Doch schließlich gab er dem Wunsch seiner Eltern nach und lernte nicht den Beruf eines Automechanikers, sondern ging im Stuttgarter Hotel Banzlaf als Koch in die Lehre. Nach der Ausbildung ging er nach Frankreich um dort die weltberühmte französische Küche zu erlernen. Auch vom zweiten Weltkrieg blieb er nicht verschont und kam erst 1948 aus russischer Gefangenschaft zurück.
Als Inhaber der Höhengaststätte auf dem Rotenberg bei Untertürkheim besuchte er dann, soweit es die Arbeit zuließ, deutsche und ausländische Rennveranstaltungen.

"Alles begann mit einer Stammtisch-Wette", erinnert sich Eugen Böhringer anlässlich seines 90. Geburtstags. 1954 schloss er mit Freunden in der Höhengaststätte eine Wette ab, bei der er sich verpflichtete, das Geschicklichkeitsturnier des Automobilclubs Untertürkheim in seiner Klasse zu gewinnen. Tatsächlich gewann er diese Wette. „Es ging ja schließlich um ein paar Flasche Wein“, schmunzelt Böhringer in Erinnerung an 1954.  
Er holte sich kurz darauf auch den Sieg in der Schwarzwald-Rallye und beim Wachenbergrennen, während er bei der Burgenfahrt den dritten Platz belegte. 1958 intensivierte er auf Mercedes-Benz, Typ 180 Ponton, und Alfa Romeo sein motorsportliches Engagement. Neben guten Erfolgen bei der Intern. Schwarzwaldrallye, der Rallye Hanseat und dem Internationalen Solitude Rennen, bei denen er Goldplaketten und Klassensiege einheimste, belegte er bei der Nordrhein-Westfalen und der Prüfungsfahrt Solitude einen ersten und beim Gaisbergrennen einen dritten Platz.
1959 schnitt er bei zehn hart umstrittenen Veranstaltungen erfolgreich ab und trug unter anderem den Gesamtsieg in der Internationalen Rallye Solitude davon, sowie Klassensiege am "Schauinsland" und wurde zudem dritter in der ONS-Bergmeisterschaft .
Im 1960 belegte er zusammen mit Hermann Socher überraschend den zweiten Platz der Intern. Rallye Monte Carlo. Beide belegten auch im selben Jahr den vierten Platz im Alpencup Frankreich.

Seine Erfolge im Einzelnen:

1958


1. Platz Rallye Hanseat
3. Platz Gaisbergrennen
2. Platz Rallye Solitude

1959


1. Platz Wallbergrennen
1. Platz Roßfeldbergrennen
1. Platz Flugplatz Pfersfeld
1. Platz und Gesamtsieger Rallye Sotitude
1. Platz Schauinsland Bergrennen
1. Platz Bergrennen Pirmasens

1960


2. Platz Gesamtwertung Rallye Monte Carlo - Böhringer/Socher auf MB 220 SE ( I )
1. Platz Rallye Solitude ( D )
2. Platz Coupes de Alpes ( F ) auf MB 300 SL Roadster  

1961

Vice-Rallye-Europameister Böhringer/Aaltonen auf Mercedes 220 SE
1. Platz Rallye Monte Carlo ( I ) Klassensieg über 2000 ccm
1. Platz Tulpenrallye (NL)
1. Platz Bergrennen Schorndorf
1. Platz Rallye Akropolis ( GR )
Gesamtsieger Polenrallye - Böhringer/Aaltonen auf MB 220 SE ( POL )
1. Platz ( Klassensieg über 2000ccm ) und 2. Platz Gesamtsieger  
...bei der Deutschlandrallye - Böhringer/Aaltonen auf MB 220 SE ( D )  
1. Platz Coupes des Alpes ( F )

1962

Rallye-Europameister Böhringer/Lang auf Mercedes 220 SE
1. Platz Rallye Monte Carlo über 2000 ccm und 2. in der Gesamtwertung ( I )
1. Platz Tulpenrallye ( NL )  
1. Platz Mitternachtsrallye ( D )  
2. Platz Solituderennen ( D )  
1.Platz Deutschlandrallye ( D ) - Böhringer/Lang auf 220 SE
Gesamtsieger Rallye Akropolis ( GR )  
Gesamtsieger Polenrallye ( PL )  
Gesamtsieger Marathonfahrt Lüttich-Sofia-Lüttich Böhringer/Eger auf MB 220 SE
Verdienst-Orden "Silbernes Lorbeerblatt Bundespräsidenten"

1963

ONS-Pokal "Erfolgreichster Deutscher Motorsportler"
1. Platz Rally Monte Carlo - Klassensieg über 2000 ccm ( I )
Gesamtsieger Deutschlandrallye ( D )
Gesamtsieger Rallye Akropolis ( GR ) auf Mercedes 300 SE
Gesamtsieger Rallye Liège-Sofie-Liège ( B )
Gesamtsieger Großer-Straßen-Preis von Argentinien ( ARG )
2. Platz Großer Tourenwagenpreis von Deutschland auf dem Nürburgring ( D )
....Böhringer/Glemser auf Mercedes 300 SE

1964

1. Platz Rallye Monte Carlo - Klassensieg über 2000 ccm ( I )
1. Platz Bergrennen Mont Ventoux ( F )
Goldpokal und 3. Platz Rallye Liège-Sofie-Liège ( B )
Tourenwagen:1. Platz Brands Hatch ( GB ) 1. Platz Zoldern ( B ) 1. Platz Karlskoga
Gesamtsieger Gr. Tourenwagenpreis v. Deutschland Nürburgring  
Gesamtsieger Großer-Straßen-Preis von Argentinien ( ARG )
Gesamtsieger Großer Tourenwagenpreis von Macao-Hong Kong

1965

1. Platz Rallye Monte Carlo ( I ) - Klassensieg über 2000 ccm  
....und 2. Platz in der Rallye-Gesamtwertung auf Porsche 904