Eberhard Mahle: damals wie heute

Eberhard Mahle: damals wie heute

Am Freitag, den 4. Dezember 2009, wurde Eberhard „Ebs“ Mahle (76) beim Jahresfinale der „Stuttgarter Prominenten-Kicker“ mit dem „Goldenen Stuttgarter Rössle“ ausgezeichnet.

Im Schalensitz Nr. 12

Beim Goldenen Stuttgarter Rössle handelt es sich um die höchste Auszeichnung, die der „führende Verein in Stuttgart“ zu vergeben hat; die Stuttgarter Prominenten-Kicker gibt es bereits seit 35 Jahren. Die Ehrung wird im Jahr 2009 zum neunten Mal vergeben. Es begann im Jahr 2000 mit Bernhard Kampa, als „Mister Handball“ bis heute Vorbild für die Jugend. Es folgte der einstige Nationalspieler Hans „Buffi“ Ettmayer und der einstige Mercedes Formel 1-Fahrer Hans Herrmann. Im Jahr 2004 erhielt der Fußballer Hansi Müller die begehrte Trophäe, dann Klaus Renz, Weltmeister im Fallschirmspringen, der Kunst-Turn-Landestrainer Valeri Belenki, die Bahn-Vierer-Ikone Karl Link und schließlich Renate Riek-Bauer, Deutschlands Rekord-Nationalspielerin und Teilnehmerin an den Olympischen Spielen im Volleyball.

Eberhard Mahle: damals wie heute

Die Preisträger müssen sich durch überragendes Können und vorbildliche Fairness ausgezeichnet haben und auch nach ihrer aktiven Zeit mit ihrem persönlichen Engagement Vorbild geblieben sein und menschliche Größe bewiesen haben. Diesen Kriterien wird der Wahl-Leonberger mehr als Gerecht. Nach seiner erfolgreichen Karriere als Rennfahrer, von der noch die Rede sein wird, kam Mahle im Jahr 1995 zum historischen Motorsport zurück und konnte seitdem einige Erfolge bei Rallyes und Bergrennen verbuchen. Er fährt für die Scuderia Solitude, den Rennstall der Solitude GmbH in Stuttgart, vorzugsweise auf Mercedes, Porsche und Volvo, also den Marken, mit denen er auch während seiner aktiven Laufbahn seine größten Erfolge erzielte. Sein Engagement führte in den letzten Jahren dazu, dass Ebs, wie er von seinen Freunden genannt wird, beispielsweise von den Organisatoren der Langenburg Historic (23. bis 25. April 2009) auf Lebzeiten Ehrenstarter ist – und zwar immer mit der Startnummer 1.

Eberhard Mahle: damals wie heute

Eberhard Mahle ist Namensträger des weltbekannten Unternehmens in der Kraftfahrzeug-Zubehör und Kolbenindustrie, wo er bis 1992 in leitender Stellung tätig war.
Mahles Leidenschaft für den Motorsport begann 1954 bei der Rallye Solitude mit einem DKW 3=6. Vollkommen überraschend konnte der damals 21-jährige Neuling seine Karriere mit einem Sieg in der 1000-ccm-Klasse starten. 1957 wurde er Deutscher GT Meister auf Alfa Romeo. 1958 kamen die ersten Werksangebote, die Mahle nur für einzelne Rennen annahm. So wurde er beispielsweise im Jahr 1959 mit einem Porsche 550 A Spyder Zweiter im Gesamtklassement der Targa Florio. Im selben Jahr wurde er zudem Deutscher Bergmeister auf Volvo PV 544 und fuhr auch auf der Solitude-Rennstrecke, und zwar gleich dreimal: In den Tourenwagen-Klassen bis 600 ccm (mit einem NSU Prinz) und bis 1600 ccm (mit einem Volvo PV 544) war er siegreich, beim Formel Junior-Rennen wurde er mit einem Hartmann-Auto-Union-DKW Dritter.

Eberhard Mahle: damals wie heute

Von 1960 an gehörte Eberhard Mahle neben Walter Schock und Eugen Böhringer der Mercedes-Benz-Werksmannschaft an. Bei insgesamt 24 Starts bei Rallyes und Rennen mit den Typen 220 SE und 300 SL errang er insgesamt 13 erste Plätze.
Zum krönenden Abschluss seiner Karriere gewann Mahle die neu ausgeschriebene GT-Europa-Bergmeisterschaft mit einem Porsche 911, dem der Leonberger Rennfahrer Gerhard Mitter einige PS mehr entlockt hatte. Und Mahle fährt heute noch privat einen Porsche 911 der aktuellen Bauart. Seine erste Begegnung mit dem Sportwagenhersteller fand bereits im Jahr 1955 statt. Der immerwährende Autofan erwarb einen 356 Knickscheibe und im folgenden Jahr ein 356 Cabrio, den ehemaligen Dienstwagen von Ferry Porsche.

Eberhard Mahle: damals wie heute

Summa summarum stand Eberhard Mahle 210 Mal am Start bei Rallyes, Berg- oder Rundstreckenrennen und errang dabei 150 Klassen- und Gesamtsiege. Für seine herausragenden sportlichen Leistungen hat er dann im Jahr 1968 zusammen mit seinem Rennfahrerkollegen Gerhard Mitter vom Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt erhalten.

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