Clive Chapmann: Classic Team Lotus und das neue Formel 1-Team

Clive Chapmann: Classic Team Lotus und das neue Formel 1-Team

Mit Lotus kehrt eine der Traditionsmarken nach 15-jähriger Pause in die Formel 1 zurück. Die neue Truppe um Tony Fernandes hat jetzt in London die Fahrzeuge mit der erfahrenen Fahrerpaarung Jarno Trulli und Heikki Kovalainen vorgestellt. Auf das Classic Team Lotus (CTL) kommen dadurch zusätzliche Aufgaben zu.

Im Schalensitz Nr. 21   Das 1992 gegründete Classic Team Lotus ist weltweit das einzige Werksteam für historischen Motorsport, welches von der Familie eines ehemaligen Formel 1-Konstrukteurs unterhalten wird. Die 15-köpfige Mannschaft unter Federführung von Clive Chapman, Sohn des 1982 verstorbenen Firmengründers Anthony Colin Bruce Chapman, setzte sich die Aufgabe, die legendäre Geschichte der Marke zu erhalten und weltweit Kundenteams für historische Motorsportveranstaltungen zu unterstützen. In dieser Mission werden die Spezialisten beispielsweise zur „Hockenheim Historic – in Memory of Jim Clark“ vom 16. bis 18. April 2010 reisen, um Kunden in der „Historic Formula 2 Trophy“ zu betreuen. Der Tradition verpflichtet: Das Classic Team Lotus Für die insgesamt rund 50 eingeschriebenen Fahrer dieser internationalen Serie für Formula 2 und Formula Atlantic-Boliden der Baujahre zwischen 1. Januar 1967 und 31. Dezember 1978 ohne Ground-Effect-Auslegung hat der Lauf auf dem Hockenheimring eine große Bedeutung. Die Veranstaltung findet nämlich zu Ehren des zweifachen Formel 1-Weltmeisters Jim Clark statt, der am 7. April 1968 im ersten Lauf um den Martini Gold Cup (Formel 2-Europameisterschaft) in der fünften Runde in seinem Lotus tödlich verunglückte.
02.August 1970, Formel 1 Premiere im Hockenheimer Motodrom Auch für den Österreicher Jochen Rindt spielte der Hockenheimring eine bedeutende Rolle als Lotus Fahrer. Am 2. August 1970 wurde der „Große Preis von Deutschland“ erstmals auf dem Hockenheimring ausgetragen. Jacky Ickx stand mit seinem Ferrari auf Pole, musste sich aber Jochen Rindt mit seinem Lotus 72 geschlagen geben. Damit baute Rindt seinen Stand in der Weltmeisterschaft auf 45 Punkte aus – was ihm posthum auch den Titel einbrachte.

Clive Chapman trägt praktisch die historische Verantwortung für 58 verschiedene Monoposto-Kostruktionen, die Lotus zwischen 1957 und 1990 in den Werkshallen von Hethel (Norfolk), dem heutigen Sitz von CTL, konstruiert und gebaut hat.

Das neue Formel 1-Team hat wenig mit Lotus von damals zu tun. Im Grunde genommen handelt es sich um das Nationalteam von Malaysia. Teamchef Tony Fernandes ist der Inhaber der asiatischen Fluglinie AirAsia mit Hauptsitz in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.  Darüber hinaus ist der staatliche malaysische Autobauer Proton an dem Formel 1-Team beteiligt. Dementsprechend soll auch der Teamsitz nach Malaysia verlegt werden, zumal mit Sepang eine perfekte Teststrecke zur Verfügung steht. Strippenzieher ist Mike Cascoyne, der sich bereits bei Benetton, Jordan, Renault, Toyota und Tyrrell verdient gemacht hat. In nur fünf Monaten stellte der Engländer das 130-köpfige Team zusammen und die Formel 1-Boliden auf die Räder, mit käuflichen Antriebskomponenten wie dem Cosworth-Motor und einem optimal dazu passenden Xtrac-Getriebe. Obwohl Lotus Racing die ersten beiden Testfahrten verpasst hat, zeigt sich Clive Chapman einigermaßen zuversichtlich: „Die Resultate von dem ersten Lotus-Formel 1-Einsatz überhaupt im Jahr 1958 sollten sich nicht wiederholen.“ Damals fiel Graham Hill aus und Cliff Allison wurde letzter. Insgesamt äußerte sich Chapman stolz über das Lotus-Comeback in der Königsklasse und freut sich auf die neuen internationalen Aufgaben das Classic Team Lotus. Beim Bahrain-Grand-Prix werden vier historische Formel 1-Lotus ausgestellt und beim Malaysia-Grand-Prix sogar sechs der geschichtsträchtigen Monoposti.     Diese Ausgabe von im Schalensitz erschien am 17. Februar 2010 Hier gibt es mehr Rennsport auf Carsablanca:  

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