Berühmte Rennfahrer: Juan Manuel Fangio

Berühmte Rennfahrer: Juan Manuel Fangio

Der argentinische Renn­fah­rer Juan Manuel Fan­gio wäre am 24. Juni 2011 100 Jahre alt gewor­den. Der Ausnahme Rennfahrer erringt in seiner Karriere fünf For­mel-1-Welt­meis­ter­ti­tel auf Fahr­zeu­gen von vier Mar­ken - ein Rekord, der erst im Jahr 2003 von Michael Schumacher übertroffen wurde.

Juan Manuel Fan­gio wird am 24. Juni 1911 im argen­ti­ni­schen Land­städt­chen Balcarce als Kind ita­lie­ni­scher Ein­wan­de­rer gebo­ren. Die Karriere als fünffacher Weltmeister der Formel 1 scheint zu der Zeit noch weit entfernt. Doch der ehrgeizige Jun­ge, der eine Aus­bil­dung zum Mecha­ni­ker macht, pro­fi­tiert von der Begeis­te­rung sei­ner Lands­leute für den Renn­sport. Er knüpf früh Kontakt zur lokalen Rennfahrer-Szene und macht erste Erfahrungen hinter dem Steuer. Außerdem lernt er Fahrzeuge für den Renneinsatz umzubauen. 1932 grün­det er eine eigene Auto­mo­bil­werk­statt, sein ers­tes Ren­nen fährt Fan­gio vier Jahre spä­ter mit einem umge­bau­ten Ford-Ta­xi.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg schafft Fan­gio den Sprung ins inter­na­ti­o­nale Renn­ge­sche­hen. Er wird 1950 Vize-Welt­meis­ter auf Alfa Romeo und gewinnt für die ita­lie­ni­sche Marke 1951 seine erste Welt­meis­ter­schaft. 1951 ent­steht aber auch Fangios enge Bin­dung an Mer­ce­des-Benz, als er in Bue­nos Aires eine Nie­der­las­sung der Stutt­gar­ter Marke eröff­net. 

In der Sai­son 1952, als die Welt­meis­ter­schaft nach der Formel 2 aus­ge­tra­gen wird, hat Fan­gio in Monza einen schwe­ren Unfall. Den Rest des Jah­res erholt er sich von den Fol­gen, vor allem von einer Ver­let­zung der Hals­wir­bel­säu­le. Schon 1953 ist er aber zurück auf der Renn­stre­cke und wird auf Mase­rati Vize-Welt­meis­ter.

Großer Preis von Frankreich in Reims

1954 wird Fangio vom Mercedes-Benz Rennleiter Alfred Neubauer als Kapitän des Rennstalls verpflichtet. Weil die neuen Sil­ber­pfeile nicht gleich zum Beginn der Sai­son star­ten, fährt Fan­gio noch drei Ren­nen für Mase­ra­ti. Denn die Welt­meis­ter­schaft der Formel 1 wird zu die­ser Zeit aus­schließ­lich für Fah­rer ver­ge­ben. Die Kon­s­t­ruk­teurs-Wer­tung erfolgt erst von der Sai­son 1958 an. Die Kon­s­t­ruk­teurs-Wer­tung erfolgt erst von der Sai­son 1958 an.

Am 4. Juli 1954 star­tet Fan­gio zum ers­ten Mal für Mer­ce­des‑Benz bei einem Grand Prix: Genau 40 Jahre nach dem Sieg von Mer­ce­des-Pi­lot Chris­tian Lau­ten­schla­ger in Lyon tritt die Stutt­gar­ter Equipe beim Gro­ßen Preis von Frank­reich in Reims an. Fan­gio gewinnt das Ren­nen vor sei­nem Team­kol­le­gen Karl Kling. Der schein­bar mühe­lose Umstieg von Mase­rati auf den W 196 R unter­streicht ein­mal mehr die große Anpas­sungs­fä­hig­keit Fangios: Seit er die har­ten Lang­stre­cken­ren­nen sei­ner Hei­mat gefah­ren ist, ver­mag er aus jedem Fahr­zeug das Beste her­aus­zu­ho­len. Diese vir­tu­ose Impro­vi­sa­tion führt den Argen­ti­nier immer wie­der zum Sieg.

Juan Manuel Fangio beim Grand Prix von Italien

Die Sai­son 1954 wird zum Tri­umph für Mer­ce­des‑Benz und Fan­gio: Nach Frank­reich erringt er auch in Deutsch­land (Nür­burg­ring), der Schweiz (Bremgarten) und Ita­lien (Monza) jeweils den Sieg. Fan­gio wird zum zwei­ten Mal Welt­meis­ter der Formel 1 – mit fast der dop­pel­ten Punkt­zahl auf den Zweit­plat­zier­ten. Ähn­lich domi­nant zeigt sich der Argen­ti­nier 1955: Er gewinnt die Grands Prix von Argen­ti­ni­en, Bel­gi­en, den Nie­der­lan­den und Ita­li­en, in Groß­bri­tan­nien wird er Zwei­ter hin­ter sei­nem Team­kol­le­gen Stirling Moss.

Zu den außer­ge­wöhn­li­chen Leis­tun­gen der Sai­son gehört auch Platz 2 bei der Mille Mig­lia, die Fan­gio auf Mer­ce­des-Benz 300 SLR (W 196 S) allein bestrei­tet. Der Sie­ger Stirling Moss hin­ge­gen ist – wie die meis­ten Fahrer – mit einem Kopi­lo­ten unter­wegs, näm­lich Denis Jenkinson.

Nach­dem sich Mer­ce­des‑Benz mit dem Ende der Sai­son 1955 vor­erst aus dem Renn­sport zurück­zieht, gewinnt Fan­gio zwei wei­tere Welt­meis­ter­ti­tel auf Fer­rari (1956) und Mase­rati (1957). Im Jahr dar­auf been­det der Argen­ti­nier seine Renn­kar­ri­ere im Alter von 47 Jah­ren. 1974 wird er Prä­si­dent der Mer­ce­des-Benz Argen­tina S.A. Bis zu sei­nem Tod im Jahr 1995 hält er den Rekord von fünf Welt­meis­ter­ti­teln der Formel 1, der erst 2003 von Michael Schu­ma­cher gebro­chen wird.


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Fotos & Quelle: (c) Daimler AG

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