Berühmte Rennfahrer: Jochen Neerpasch

Berühmte Rennfahrer: Jochen Neerpasch

Als Sohn eines Autohändlers bekam Jochen Neerpasch, Jahrgang 1939, schon früh Kontakt zur Branche.

Er absolvierte eine technische und eine kaufmännische Lehre, bevor er seinen Kraftfahrzeugmeister machte. Zwischen 1960 und 1968 fuhr er erfolgreich Rundstreckenrennen und legte dann eine breite Erfolgsspur im Motorsport-Management. Nachwuchsförderung lag ihm früh am Herzen, seine Schützlinge sind bis in die Königsklasse überaus erfolgreich. Nur ihm selbst brachte die Formel 1 kein Glück. Seine Ausbildung begann mit einem Praktikum in der Rennmotorenabteilung von Porsche. „Bei Borgward-Händler Weiß in Stuttgart habe ich eine Isabella frisiert und bin damit bei Rennen erfolgreich gewesen“, erzählt Neerpasch von seinen Anfängen als Rennfahrer. Im Laufe der Saison 1968 hatte Neerpasch einen Vertrag als Rennleiter von Ford für 1969 geschlossen. Innerhalb kurzer Zeit gelang ihm dort mit Logik und System, internationalen sportlichen Ruhm zu generieren. Den Münchnern von BMW, seit jeher sportlich ambitioniert und mit ihren Cup-Rennern 2002 tii und 3,0 CSI nachhaltig erfolgreich, war mit Neerpaschs Ford-Capri-Meute jedenfalls echte Konkurrenz erwachsen.
Robert A. „Bob“ Lutz, ein 1932 in der Schweiz geborener US-Amerikaner, hatte Neerpasch 1972 schließlich als Geschäftsführer zur neu gegründeten BMW M GmbH (Gesellschaft für individuelle Automobile) an die Isar geholt.
„1980 bekam ich dann von Talbot das Angebot in Paris eine neue F1-Organisation aufzubauen. Ich wollte den BMW Turbo unter dem Namen Talbot in ein Talbot F1-Fahrzeug einbauen. Nach Talbot bin ich bis 1982 bei der damaligen FISA als Delegierter für die Sportwagen-WM tätig gewesen“, erinnert sich Neerpasch. Bis 1987 arbeitete er für die Sportagentur IMG als Vice President Motorsport, betreute Ayrton Senna und Alain Prost, sucht Sponsoren für Motorsport-Projekte. Dann wird er 1987 von Mercedes in die Motorsport-Strategiekommission berufen. Mit dem Auf- und Ausbau von Sauber und dem erfolgreichen Engagement in der Sportwagen-WM soll das Ziel Formel 1 erneut erreicht werden.
Bis 1991 war Neerpasch als Rennleiter bei Mercedes und als Geschäftsführer der P.P. Sauber AG für die Einsätze des Teams Sauber-Mercedes in der Sportwagen-Meisterschaft verantwortlich. 1989 gewann sein Team die 24 Stunden von Le Mans. Jochen Neerpasch förderte die damaligen Talente Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen.1991 ermöglichte er Schumacher bei Eddie Jordan den Einstieg in den Grand Prix Sport.
Jochen Neerpasch lebt heute als Berater am Bodensee und in Zuoz/ Schweiz und wurde am 23. März 2009 70 Jahre alt.

Hier gibt es mehr Rennsport auf Carsablanca:

Berühmte Rennstrecken

Berühmte Rennfahrer

Berühmte Rennwagen 

Historisches Renngeschehen

Im Schalensitz: Historischer Rennsport und brisante Themen aus der Autowelt