Berühmte Rennfahrer: Cavaliere Giuseppe Campari (Italien)

Berühmte Rennfahrer: Cavaliere Giuseppe Campari (Italien)

Der Stern des Erfolgs von Alfa Romeo ging Anfang der Zwanziger Jahre über den europäischen Rennstrecken auf. Maßgeblichen Anteil daran hatte neben dem genialen Konstrukteur Vittorio Jano auch über Jahre hinweg der hervorragende Campari.

Giuseppe Campari war die Inkarnation des Rennfahrers der Zwanziger: ein sehr südländischer Typ (die Fans nannten ihn liebevoll „Il Negher“) mit über 100 Kilo Gewicht und Sinn für Kultur und gutes Essen. Er hatte bereits als Lehrling bei ALFA angefangen und war bald zum Testfahrer avanciert. Mit 21 startete er bei seinem ersten Bergrennen und war 1914 das Tagesgespräch bei der Targa Florio, die er als Neuling auf dem beachtlichen vierten Platz zu beenden wusste.
1920 gelang ihm sein erster Sieg auf dem Rundkurs von Mugello. Es war gleichzeitig der erste Rennsieg für die noch junge Marke Alfa Romeo. Danach entschied er zahlreiche Bergrennen für sich. Seinen ersten Grand Prix gewann er 1924 in Frankreich mit dem brandneuen Alfa Romeo P2.

Berühmte Rennfahrer: Cavaliere Giuseppe Campari (Italien) 1925 war er auf dem besten Weg, diesen Sieg zu wiederholen, doch die Nachricht vom tödlichen Unfall seines Teamkollegen Antonio Ascari ließ ihn das Rennen vorzeitig abbrechen.

Doch von nun an war er die Nummer Eins bei Alfa Corse und ab 1929 bei der neu gegründeten Scuderia Ferrari. Er gewann allein dreimal die Coppa Acerbo und zweimal zusammen mit Guido Ramponi die Mille Miglia. Beim Großen Preis von Italien 1931 wollte das Team nach dem Tod von Luigi Archangeli im Training auf den Start verzichten. Doch Mussolini befahl, gefälligst für Italien zu fahren und zu gewinnen. Campari fuhr – und gewann! Spätestens jetzt war er ein Nationalheld.

Berühmte Rennfahrer: Cavaliere Giuseppe Campari (Italien)

1932 wurde die Luft im Team mit seinen talentierten Fahrerkollegen Nuvolari, Caracciola und Borzacchini zunehmend dünn für den in die Jahre gekommenen Campari. Daraufhin wechselte er 1933 zu Maserati und konnte in Frankreich seinen letzten Grand Prix gewinnen. Ende der Saison 1933 wollte er den Rennsport endgültig an den Nagel hängen und sich von nun an als Opernsänger versuchen. Er hatte auch schon Gesangsstunden genommen und seinen kräftigen Bariton im Donizetti-Theater von Bergamo erklingen lassen. Monza sollte sein letztes Rennen und der Schlusspunkt seiner großartigen Karriere werden.
Doch der 10. September 1933 sollte als „Schwarzer Sonntag“ des Motorsports in die Geschichte eingehen. Im ersten der drei Vorläufe zum Grand Prix von Monza hatte einer der Fahrer in der überhöhten Südkurve Öl verloren. Im zweiten Vorlauf war es Zeit für den Auftritt von „Il Negher“, der wieder zu Alfa Romeo zurückgekehrt war. Vom Start weg lieferte er sich ein Duell mit Baconin Borzacchini um die Spitze – bis zu besagter Stelle in der Südkurve, wo er die Kontrolle über den extra um die vorderen Bremsen erleichterten P3 verlor und über die Steilkurve hinausschoss. Dabei verwickelte er Borzacchini und zwei weitere Kontrahenten in den Unfall.

Berühmte Rennfahrer: Cavaliere Giuseppe Campari (Italien)

Cavaliere Giuseppe Campari, der 20 Jahre Rennsport fast unbeschadet überstanden hatte, war sofort tot, erschlagen von seinem eigenen Auto. Mit ihm, Baconin Borzacchini und dem polnischen Grafen Czaykowski verlor die Welt an einem Tag drei Weltklasse-Rennfahrer.

Bildquelle:  Fiat Group Automobiles Germany AG  

Giuseppe Campari (*08.06.1892 – †10.09.1933)

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