Berühmte Rennfahrer: Camille Jenatzy (Belgien)

Berühmte Rennfahrer: Camille Jenatzy (Belgien)

Der Mann, der Mercedes den ersten internationalen Rennerfolg bescherte, war als junger Ingenieur aus der belgischen Heimat zunächst nach Paris gegangen und hatte dort einen Betrieb zur Herstellung elektrisch angetriebener Taxis gegründet.

Um seine Produkte bekannter zu machen, folgte er dem Aufruf der Zeitschrift La France Automobile, die Fahrer suchte, welche den Geschwindigkeitsweltrekord brechen wollten. Im Frühjahr 1899 kam es zum Duell zwischen dem Rekordinhaber Gaston de Chasseloup-Laubat und Jenatzy, die in Achères bei Paris beide auf Elektrofahrzeugen gegeneinander antraten. Zweimal konnte de Chasseloup-Laubat die Rekorde des Kontrahenten überbieten, ehe Jenatzy mit seiner neuen Konstruktion „La Jamais Contente“ („Die niemals Zufriedene“, wieder ein Elektrofahrzeug) am 29. April 1899 eine Marke von 105,882 km/h setzte und damit der erste Automobilist jenseits der 100 km/h-Schallmauer war.

Berühmte Rennfahrer: Camille Jenatzy (Belgien)

Erst drei Jahre später verlor er den Rekord an Léon Serpollet auf dessen Dampfwagen „Œuf de Pâques“ (Osterei).
Camille Jenatzy war derweilen schon seit ein paar Jahren als Rennfahrer aktiv, zunächst ab 1899 für Mors. In demselben Jahr erreichte er einen siebten Platz bei der Tour de France. Daneben führte er den von seinem Vater gegründeten Betrieb zur Reifenherstellung in Brüssel weiter.

Zum großen Erfolg für den „Roten Teufel“, wie Jenatzy wegen seines roten Bartes und seiner wagemutigen Fahrweise genannt wurde, kam es aber erst 1903 beim Gordon-Bennett-Rennen in Irland, als er das Rennen auf Mercedes als Sieger beendete und den Pokal nach Deutschland holte. Bei der Auflage 1904 im Taunus wurde er noch einmal Zweiter, es sollte jedoch sein letzter großer Erfolg bleiben. Eine Beinahe-Kollision mit einem herannahenden Zug während des Rennens war ihm derart in die Glieder gefahren, dass sein Fahrkönnen danach nicht mehr dasselbe war. 1909 ließ er noch einmal aufhorchen, als er bei Ostende mit einem Mercedes mehr als 200 km/h erreichte.

Berühmte Rennfahrer: Camille Jenatzy (Belgien)

Jenatzy starb im Dezember 1913 auf tragische Weise während einer Jagd, als er im Gebüsch sitzend den Ruf eines Rehbocks nachahmte und von seinem Freund Alfred Madoux, dem Verleger der Zeitung l'Étoile Belge, irrtümlich angeschossen wurde. Camille Jenatzy verblutete noch auf dem Weg zum nächsten Arzt – er starb übrigens in einem Mercedes, wie er es selbst einst prophezeit hatte...   Camille Jenatzy (*04.11.1868 – †07.12.1913)
  Bildquelle: Daimler AG

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