Alfred Guldi: Mit 500 PS beim Haldenhof Revival - Waft

Alfred Guldi: Mit 500 PS beim Haldenhof Revival - Waft

Besonders ein Erlebnis machte vom 7. bis 9. Oktober 2011 die Reise zum Bodensee für Motorsport-Enthusiasten besonders lohneswert. Altmeister Alfred Guldi dröhnte mit seinem knapp 500 PS starken CanAm-Boliden durch die engen Gässchen von Überlingen – ebenso wie weitere rund 20 reinrassige Rennwagen; im Rahmen eines einmaligen Programmpunkt des Haldenhof Revivals. Organisator Chrisoph Karle, im „normalen“ Leben Polizist, machte für seine Teilnehmern – und vor allem den Zuschauern – diesen außergewöhnlichen Programmpunkt möglich.

Im Schalensitz Nr. 81

Immer wieder auf der Suche nach dem Besonderen, entstand außerhalb der Grenzen Deutschlands vor kurzem eine neue Herausforderung für Rennwagen-Enthusiasten. „Waft“ ist das neue Zauberwort und meint frei übersetzt das Fahren mit echten Rennwagen auf öffentlichen Straßen. Karle machte dies vor vier Jahren erstmal möglich, ohne diesen Begriff überhaupt schon einmal gehört zu haben. Und während des Haldenhof Revivals konnten die Teilnehmer dieser neuen „Sportart“ sogar ganz legal nachgehen. Die Rennboliden waren von Polizeiwagen eingerahmt und mussten während der Fahrt von Ludwigshafen-Bodmann nach Überlingen in die Innenstadt nicht ein einziges Mal anhalten. Dabei würden selbst die Zugfahrzeiten berücksichtigt, da die Straße einmal die Schienen kreuzte. Nur so konnte beispielsweise Rüdiger Ott mit seinem ERA teilnehmen. Der Vorkriegsbolide hat nicht einmal eine Kupplung. Auch Alfred Guldi war froh über diese perfekte Organisation. Für ihn als Lokalmatador war es Ehrensache, seinen March CanAm aus dem Jahr 1984 an den Start zu bringen. Der Bolide der ehemals stärksten Rennserie der Welt presst über zwei Turbolader rund 500 PS aus einem kleinen 1,8 Liter Audi-Vierzylinder. Dieses Leistungspotential reichte dem heutigen Inhaber eines Boots-Services damals aus, um die europäische Interserie (als Pendant zum Canadien-American-Cup) Mitte der achtziger Jahre für sich entscheiden zu können. Guldi nahm übrigens auf Tourenwagen bis 1981 – dem letzten Austragungsjahr - regelmäßig an dem damaligen Bergrennen teil.

Haldenhof Revival 2011

Im schalensitz-Herausgeber Tobias Aichele brachte ebenfalls einen offenen Sportprototypen mit zum Haldenhof Revival, den Brixner Spyder aus dem Jahr 1969, dem Gründungsjahr des Haldenhof-Bergrennens. Aber auch moderne Rennwagen durften am dem Bergsprint am Sonntag teilnehmen. So preschte Porsche-Champ Roland Asch mit einem Wiesmann den 2,4 Kilometer langen Kurs hinauf. Ein zweiter Wiesmann stand ebenfalls am Start, pilotiert vom RTL-Anwalt Ingo Lenßen.

Neben der Prominenz und den insgesamt rund 150 ausgewählten Fahrzeugen staunten die zahlreiche Zuschauer auch nicht schlecht, als plötzlich ein lautloser Porsche den Berg hinaufpeitschte. Die Windreich AG nahm in der Rennklasse mit einem von der Firma Ruf elektrifizierten Porsche teil – und erzeugte die benötigte Energie vor Ort. Für solche Anlässe konstruierte das E-Mobilitäts-Team des Unternehmen seine standortunabhängig einsetzbare Wind-Ladestation.

Die 3,5 kW-Windkraftanlage kann bis auf zehn Meter ausgefahren werden. Der Rotor hat einen Durchmesser von vier Metern. Die mobile Anlage ist als Anhänger ausgelegt, in dessen Rumpf 32 Lithium-Pakete mit insgesamt 50 kWh untergebracht sind. Dank dieser Pufferbatterien kann die benötigte Leistung windunabhängig abgerufen werden. „E-Mobilität macht nur Sinn, wenn der Strom dafür regenerativ erzeugt wird“, betont der Vorstandsvorsitzende der Windreich AG, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Willi Balz. „Mit unserer mobilen Wind-Ladestation können wir beispielsweise vier viersitzige Elektrofahrzeuge mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von jährlich 10.000 Kilometern betreiben.“ 

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