Warum ist die Mille Miglia so populär?

Warum ist die Mille Miglia so populär?

Warum ist die Mille Miglia so populär? - Rennfahrerlegende Jochen Mass hat schon rund 20 mal am schönsten Rennen der Welt teilgenommen und weiss warum uns die Veranstaltung jedes Jahr aufs neue in ihren Bann zieht.

Jochen Mass ist selbst überrascht welche Faszination die Mille Miglia sowohl auf Zuschauer als auch auf die Teilnehmer ausübt und jeden gleichermaßen in ihren Bann zieht.

Es ist anstrengend, man schläft in den beiden Nächten nicht mehr als vier bis fünf Stunden. Die Hitze in den Autos macht einem zu schaffen, und die Hotels sind so schön, dass es mit immer sehr schwer fällt, sie in der Früh wieder zu verlassen.

Faszination Mille Miglia:

Die Mille Miglia ist eben eine durch Jahrzehnte gewachsene Veranstaltung, früher sehr schnell gefahren, heute eher langsam, jedenfalls dann, wenn man gewinnen will. Viele der am Straßenrand stehenden Zuschauer kennen noch die richtigen Rennen, haben starke emotionale Bindungen an die Autos und natürlich an die Fahrer-Heroen von damals. Toll, wenn man dies erlebt, zumal die Sympathie der vielen, vielen Zuschauer wirklich ernst gemeint ist. Das sind keine bloßen Anstands-Beklatschungen für die mehr oder weniger wohlhabenden Teilnehmer in den schönsten Autos, die man sich vorstellen kann.

Jochen Mass

Ich hatte das Vergnügen mit einem Mercedes SS Baujahr 1930 zu fahren, Beifahrer war kein geringerer als Giacomo Agostini, 15facher Motorad Weltmeister, der in Italien so unglaublich beliebt ist, dass die Leute das Auto bestürmtem, sobald wir standen: «Prego Ago, Photo! Fai una firma per favore». So ging es die ganze Zeit. Ago trug es mit viel Humor.

Er ist ein sehr guter Autofahrer, der bestens mit den doch gewöhnungsbedürftigen Lenkkräften und Schalteigenheiten zurechtkam. Aber der Futa und Raticosa Pass runter nach Bologna zehrten doch an seinen Kräften und er war froh, mich wieder ans Lenkrad lassen zu können.

Wenn wir Fahrer glauben, dass wir das anstrengende Ende der Mille Miglia erwischt haben, so sind wir gut beraten, einmal die Situation der Mechaniker und des Begleitpersonals zu betrachten, die jede Nacht erst spät die Autos von uns bekommen und sich dann mit einer langen Liste von Dingen auseinandersetzen müssen, die wir Herren Fahrer über Nacht verbessert sehen möchten. Unsere Müdigkeit kommt durch spätes Essen, Duschen und nächtliche Gespräche zustande, aber eben erst beim Aufstehen. Nächtens spürt man den Fahrstress und redet gern darüber. Die Schrauber stehen dann am Morgen mit den Auto-Schlüsseln da und wünschen uns einen guten Tag. Nett oder?

Das Finale der Mille Miglia war bis zuletzt spannend. Die Top Fahrer lieferten sich bis zum Ende der 1000 Meilen ein Kopf an Kopf Rennen. Schlussendlich konnten sich Giordano Mozzi und Stefania Biacca auf einem Aston Martin Le Mans 1495CC, Bj. 1933 gegen das restliche Teilnehmerfeld behaupten.

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Fotos & Quelle: Auto-Medienportal / Mercedes-Benz