Vom Berufsethos

Vom Berufsethos


Arbeitsmoral

War früher wirklich alles besser? Unter den Rennfahrern des Jahres 1974 jedenfalls herrschte Vollbeschäftigung, so, wie die Herren sich reihenweise weglegten ...

Was hört man heutzutage nicht alles an Schaudergeschichten aus dem Arbeitsalltag. Da genehmigt sich der neue Kollege, der angeblich nur Tee trinkt, den letzten Kaffee aus der Maschine, der Chef lässt per Mail wissen, dass sein Anschreiben noch heute überarbeitet werden muss (und das um 16.03 Uhr, kreiisch!), und die Weihnachtsfeier wird, Gerüchten zu Folge, für jeden Teilnehmer nur noch zehn kostenlose alkoholhaltige Getränke umfassen.

Leute!

Da lob’ ich mir die Arbeitseinstellung gewisser Menschen Anno 1974, die die Zeitschrift „Sport Auto“ in ihrer Juliausgabe unter der denkwürdigen Rubrik „Leute und ihr Job“ veröffentlichte. Dort hieß es: „Hiroshi Kazato, ein auch in Europa bekannter F-2-Pilot, verunglückte bei einem Sportwagen-Rennen in Japan tödlich. Er kollidierte am Steuer eines 2-Liter-Chevron-BMW mit einem anderen Teilnehmer und flog in die Leitplanken. Sein Wagen fing Feuer."

"Der Schweizer Silvio Moser erlag nach fast einem Monat Krankenhausaufenthalt seinen schweren Verletzungen, die er beim 1.000-KM-Rennen in Monza erlitten hatte. Moser starb, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.“

Daneben wird erwähnt, dass Rico Steinemann, Ex-Porsche-Rennleiter, demnächst wieder für den Hersteller tätig sein werde. Auch Steinemann ist tot. Er starb nur 29 Jahre nach der zitierten Veröffentlichung – sehr wahrscheinlich an den Spätfolgen seines mit Leidenschaft augefüllten Jobs. Wetten?