Volvo P 1800 - Der berühmteste Volvo

Volvo P 1800 - Der berühmteste Volvo

Der berühmteste Volvo, der P 1800, feiert 2011 seinen 50. Geburtstag. Das legendäre Sportcoupé ist der internationalste Volvo überhaupt: ein schwedischer Sportwagen, entworfen bei Pietro Frua in Italien, mit in Schottland gepresster Karosserie, in England montiert (zumindest die ersten 6.000 Exemplare), Amerika als wichtigstem Markt und erstmals als Prototyp präsentiert auf dem Automobil-Salon 1960 in Brüssel.

Der Volvo P 1800 war nach dem P1900 bereits das zweite Modell mit dem Volvo versuchte in den Sportwagenmarkt einzusteigen. Bereits in den 1930er Jahren lieferte Volvo Fahrgestelle an verschiedene Karosseriehersteller, die damit Coupé-Modelle für Kunden bauten. Anfang der 1950er Jahre entstanden einige Prototypen, deren mögliche Serienfertigung allesamt vom Vorstand verworfen wurden. Der erste Prototyp des späteren P 1800 wurde 1957 bei Frua in Turin entwickelt und basierte mechanisch auf dem Volvo P 120 Amazon. Mit ihm entstanden bei Volvo die ehrgeizigen Pläne, sich durch das Angebot eines GT-Modells in höheren Marktsegmenten zu profilieren. Seine Weltpremiere feierte der Volvo P1800 als Prototyp schließlich 1960 auf dem Brüsseler Automobil-Salon. Von Anfang an konnte der Volvo P1800 das Publikum begeistern.

Durch die Verwendung von Komponenten des Amazon erhielt der Volvo P 1800 zunächst den 90 PS starken B18B-Motor, der ebenso zum Erfolg beitrug wie das italienisch inspirierte Design des schwedischen Sportwagens. In Deutschland kostete der P1800 im ersten Jahr seines Verkaufs 17.500 D-Mark. (Aktuelle Preise: ) Aus Kapazitätsgründen wurden die ersten 6000 Exemplare bei Jensen in Großbritannien gefertigt. Jedoch schon 1963 wurde die Produktion nach Lundby verlegt und die Typenbezeichnung in Volvo P 1800 S (für Schweden) geändert. Kurz danach verzichtete Volvo auf das P und auch die Fertigung der Karosserieteile fand nun in Schweden statt.

Enorme Popularität gewann der Zweisitzer P1800 durch die TV-Serie „Simon Templar" (internationaler Titel: „The Saint"), in der Hauptdarsteller Roger Moore als smarter Privatdetektiv Ganoven jagte. Der spätere James Bond-Darsteller fuhr viele Jahre auch privat einen Volvo P 1800.

  Volvo P 1800 ES, Bj 1973

1968 erhielt der Volvo 1800 den 2,0-Liter-Motor vom Typs B20B mit 105 PS Leistung, 1970 kamen eine elektronische Kraftstoffeinspritzung (Bosch D-Jetronic) und Scheibenbremsen rundum hinzu. Die Typenbezeichnung änderte sich in Volvo 1800 E und die Motorleistung kletterte bis auf 124 PS.

Von 1971 bis 1973 gab es mit dem Volvo 1800 ES ein außergewöhnliches Kombi-Coupé in Form eines Shooting Brake. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form und seiner gläsernen Heckpartie erhielt der Sportwagen den Spitznamen "Schneewittchensarg". Bei dem Wagen konnten die hinteren Sitze nach vorn geklappt werden, wodurch eine ebene Ladefläche entstand – eine für diese Zeit sehr ungewöhnliche Lösung.

Bis zum Produktionsende am 22. Juni 1972 wurden 39.414 Exemplare des Sportcoupés verkauft. Vom noch berühmteren Schwestermodell, dem P 1800 ES („Schneewittchensarg“) mit seiner gläserenen Heckklappe, wurden zwischen 1971 und 1973 8077 Exemplare produziert.

Fotos/Quelle: Volvo/Auto-Medienportal