Traumberuf: Pull-Man

Pulmann

Reden wir über Traumberufe, so fallen dem geneigten Oldtimer-Fan vermutlich so einige ein: neben Testfahrer oder Autohändler dürfte auch der des Mechanikers nicht fehlen, vor allem dann nicht, wenn es sich um so illustre Zielobjekte wie den Mercedes-Benz Pullmann handelt.

Genau um diesen geht es in einem Artikel in der "Welt", genauer gesagt um Herrn Peter Schellhammer, der die Stuttgarter Staatskarossen mehr als 20 Jahre lang als Haus-und-Hof-Mechaniker internationaler Prominenz versorgt hat.

So hat sich Schellhammer seine Einladung zur Präsentation des neuen Pullmans durchaus verdient, doch ist die Geschichte des edlen Mercedes schon einige Jahre älter.

Wir schreiben 1963 als der erste 600er auf der IAA in Frankfurt vorgestellt wurde: mit einer Länge von 6,24 Meter und einem Preis von gerade einmal 63.500 DM. Okay: für die damalige Zeit ein kleines Vermögen, doch die Käufer waren zumeist Präsidenten oder Könige in den Staaten Afrikas, Arabiens und in Asiens. 

Doch aufgrund des ausgefeilten Technik des Pullmans und des Umstands, dass viele der  Modelle zusätzlich kugelsicher daherkamen, blieb das Know-How in punkto Reparatur in Deutschland und musste vor Ort erst unterrichtet werden.

Und hier kommt wieder Peter Schellheimer ins Spiel, der Afrika und Asien betreute und mit der Staatskarosse vertraut machte:

Der Mechaniker wurde zum Weltenbummler. 120 Länder hat er in seinem Berufsleben bereist. Probleme wegen seiner Werkzeugkisten und der Ersatzteile gab es oft. "Natürlich hatten wir für alles die nötigen Dokumente. Und dazu ein paar Bündel Bargeld.“

Noch heute ist Schellheimer oft unterwegs, denn von den insgesamt 2.677 hergestellten 600ern ist immerhin noch rund ein Drittel auf den Straßen unterwegs - und bedarf entsprechender Sonderbehandlung.

Die zahlreichen Anekdoten möchte ich hier nicht nacherzählen, denn dafür gibt es ja den verlinkten "Welt"-Artikel. Es lohnt sich.