Silvretta Nachlese: Wer bremst verliert

Silvretta Nachlese: Wer bremst verliert


Oldtimer-Rallye

Die Silvretta Classic ist mit ihren Serpentinen und teils 13-prozentigen Gefällestrecken etwas für unerschrockene Piloten und gute Bremsen. Doch was passiert, wenn man in die Eisen geht und nichts passiert? Carsablanca-Mitglied und Mustang-Pilot Olli_Nbg machte diese Erfahrung

Eigentlich hatte alles so gut angefangen für Oliver Thimm (Olli_Nbg). Der Fotograf aus Nürnberg hatte bei Carsablanca einen der begehrten Startplätze für die Silvretta Classic gewonnen. Und so machte er sich am Steuer seines 65er Ford Mustang Fastback von Nürnberg aus ins Montafon. Die amerikanischen Sportwagenikone sollte man ja problemlos ein paar Hügel hoch und runter zirkeln können.
Doch das böse Erwachen kam gleich am ersten Rallyetag. Statt Spazierfahrt waren Vollgaspiloten gefragt, die mit halsbrecherischem Tempo die Serpentinen durchzirkelten, an Gefällestrecken noch mal aufs Gas stiegen und sich mit leichten Drifts auf dem Asphalt verewigten. Zu viel für Olivers Ford: Nachdem dreiviertel Strecke der ersten Etappe geschafft waren, passierte es – die Bremse versagte. Die amerikanische Sportwagenikone ließ sich noch bändigen, aber es hätte nicht viel gefehlt und Schlimmeres wäre passiert.

Ford Mustang mit Fahrer bei der Silvretta Classic 2008 Was also war da los? Nun, die vordere, linke Trommelbremse hatte sich in ihre Bestandteile aufgelöst. Da ging nichts mehr.
Ein dummes Malheur, ärgerlich für Oliver - und wieder Wasser auf die Mühlen all jener, die schon immer wussten, dass amerikanischen Autos technisch gesehen am ehesten mit russischen Landmaschinen zu vergleichen sind. Schließlich baute Alfa Romeo zu jener Zeit bereits Scheibenbremsen in seinen Spider ein, und zwar vorne und hinten. Doch zur Beruhigung der Gemüter sei darauf verwiesen, dass amerikanische Autos jener Zeit zum cruisen gebaut wurden und nicht zu Rallye-Vollgasfahrten. Oliver jedenfalls hatte genug. Eine Massage im Hotel half jedoch, über den Schreck hinwegzukommen. Dennoch hätten wir den Wagen an den beiden folgenden Tagen gerne noch mal auf der Piste gesehen. Trommelbremsenschonend, cruisend, american-style eben.

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