Siegfried Spiess: 75 Jahre sind noch lange nicht genug

Siegfried Spiess: 75 Jahre sind noch lange nicht genug

Siegfried Spiess aus Ditzingen bei Stuttgart wurde am 23. Mai 2010 75 Jahre alt und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Seine Motoren haben Geschichte geschrieben und schreiben noch heute Geschichte.

Im Schalensitz Nr. 33

1972 gründete Siegfried Spiess die Spiess Tuning Motorenbau GmbH. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der „PS-Zauberer“, wie er in Rennfahrerkreisen genannt wurde, der Marke NSU stets treu geblieben. Mit den Modellen Prinz I, TT, TTS und Wankel Spider heimste er rund 140 Siege am Berg und auf der Rundstrecke ein – und gewann viermal die Deutsche Bergmeisterschaft. Durch seinen Perfektionismus kam der Schwabe mit seinen Fahrzeugen fast immer ins Ziel, auch bei Langstreckenrennen. So gewann er beispielsweise im Jahr 1967 das 24-Stunden-Rennen in spa mit elf Runden Vorsprung in seiner Klasse.

Journalist und Moderator Rainer Braun schrieb bereits vor zehn Jahren: „Siegfried Spiess ist mit 65 Jahren umtriebig wie eh und je.“ Daran hat sich nichts verändert. „Ich bin jeden Tag 14 Stunden im Büro und kümmere mich um technische Weiterentwicklungen und Qualitätskontrolle“, verkündete der „Niemals-Rentner“ noch vor wenigen Tagen stolz. Urlaub macht er gelegentlich trotzdem, so auch an seinem 75sten Geburtstag, um dem Trubel zu entfliehen.

Spiess im Wankel Spyder Spiess-Motoren wurden zunächst in der Formel-Szene zum Indiz für Wettbewerbsfähigkeit. So war ein beherzt gefahrener Formel SV mit Spiess-Triebwerk (Basis VW Golf GTI) Anfang der achtziger Jahre immer gut für einen Podestplatz. Deshalb nutzten auch die englischen Rennställe vom Schlage Lola und Chevron das Know-how des Ditzingers. Sein größter Auftraggeber nach seiner aktiven Rennfahrerzeit wurde schließlich Opel. Für die Rüsselsheimer zauberte Spiess viele PS für die Formel 3- und Tourenwagen-Motoren. Selbst V8-Triebwerke für die DTM wurden bei dem schwäbischen Qualitäts-Fanatiker vorbereitet. Und aktuell: Bei den Vorbereitungen eines SUV für die materialvernichtende Dakar – die weltweit härteste Herausforderung im Motorsport - liefen die Fäden immer noch bei dem Senior zusammen, obwohl beide Söhne, Holger und Jürgen, sowie die Schwiegertochter die Geschicke des 30-köpfigen Betriebs leiten; und auch seine Frau Brigitta ist regelmäßig im Betrieb in Ditzingen anzutreffen. Bald feiern die beiden Ihren 50. Hochzeitstag. Ganz herzlichen Glückwunsch auch dazu.

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