Opel Kadett A - Gerne klein

Opel Kadett A - Gerne klein

Wie geschnitten Brot verkaufte sich einst der Kadett A von Opel. Heute wünschten die Rüsselsheimer, sie hätten wieder so ein Käfer-Gift im Schrank ...

Exakt 4.740 D.Mark kostete im Jahre 1961 die VW-Export-Limousine – vulgo: der Käfer. Fast einen glatten Tausender mehr musste man entrichten, um einen Opel 1200 zu erwerben. Der hatte eine 1,2-Liter-Maschine und fuhr 115 KM/H Spitze – wie der VW. Und verbrauchte gerade mal 0,6 Liter mehr Benzin als dieser auf 100 Kilometer. Dafür erhielten die Kunden einen Panoramascheiben-verglasten Aufbau, einen richtigen Kofferraum und – gegen Mehrpreis – eine geschwindigkeitsunabhängige Heizung und Lüftung. Merken Sie was? Genau, da klafft doch eine Lücke zwischen kugeliger Boxerkiste und dem geräumigen Ruhrpott-Starrachser, die man lukrativ füllen könnte ...

Trotzdem dementierte Opel noch im Februar 1962 hartnäckig, das Unternehmen habe konkrete Pläne für eine kleine Limousine namens „Kadett“. Im November des gleichen Jahres hatte sich dieses dementierte Gerücht bereits 100.000-Mal verkauft. Soviel zum Thema Unternehmenskommunikation. Der Kadett A begann, den VWlern vom Mittellandkanal das Wasser abzugraben. Er wurde ein Bestseller. Heute, 46 Jahre später, verkauft sich wiederum der kleinste Opel am besten. Oder sollten wir sagen: einzig? Die Unternehmenskommunikation wird’s schon richten...