Oldtimer Gedicht: Sehnsucht nach der Straße

Oldtimer Gedicht: Sehnsucht nach der Straße

Ein altes Jahr friert ein, ein neues schmilzt heran, das Salz knirscht unter den Schuhen und wir sehen vor lauter weiß nur noch rot. Wiebke Brauer erliegt einem poetischem Anfall und beglückt alle geneigten Leser mit einem – zugegebenermaßen etwas oktanifizierten – Gedicht.

Sehnsucht nach der Straße


O wie ist es kalt geworden
und so traurig, öd' und leer!
Rauhe Winde wehn von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht' ich fahren,
gebe Gas mit Affenzahn,
möcht' in Kurv’ und Gerade liegen
mich erfreu’n der Autobahn.

Möchte hören die Motoren
und der Autos Hupenklang,
möchte freuen mich im Freien
an der Kolben süßem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
lieber Frühling, komm doch bald,
bring uns Dino, Jeep und Cougar,
schmücke wieder den Asphalt!

Ziemlich frei nach Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
Für alle Leser ein feines neues Jahr mit glücklichen Meilen, maximal viel Superbenzin, minimaler Korrosion und immer einer Elle Asphalt unter den Weißwandreifen.

Dieser Artikel von Wiebke Brauer erschien am 03.01.2011