41. Motor Show Essen

41. Motor Show Essen

Auch wenn die Motor Show in Essen keine ausgemachte Oldtimermesse ist, lohnt sich auch für Fans von Altmetall ein Besuch. In diesem Jahr gibt es mehr altes Blech zu sehen, als je zuvor.

Auf den ersten Blick ist alles wie immer. Die Motor Show in den Messehallen am Essener Grugapark präsentiert einmal mehr Hochkarätiges und Hochgezüchtetes aus dem Automobilbereich.
So zeigen die Autohersteller in der Halle 3 auch in diesem Jahr neben sportlichen Varianten und Sondermodellen die neuesten Serienfahrzeuge aus ihrer Produktion. Doch wer näher hinsieht, stellt fest, dass einige Hersteller in diesem Jahr auf einen eigenen Messeauftritt verzichtet haben. Bei Opel wäre eine Messepräsenz nach den Ereignissen der vergangenen Wochen eine echte Überraschung gewesen, doch auch BMW, Mercedes und Porsche glänzen durch Abwesenheit, von den italienischen und britischen Nobelschmieden ganz abgesehen. Ob dies ausschließlich mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten der betreffenden Firmen oder Automobilbranche im Allgemeinen zu tun hat, sei dahin gestellt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass deren Fahrzeuge nicht zu sehen wären. Auf den Ständen der Tuner sind sie selbstverständlich präsent. Opel ist unter anderem auf dem Stand des Aachener Tuners Steinmetz vertreten, der zudem sein 40. Firmenjubiläum feiert. Auch Konkurrent Irmscher zeigt die Fahrzeuge mit dem Blitz, unter anderem jenen seinerzeit im eigenen Hause getunten Ascona A, mit dem einst Walter Röhrl und Jochen Berger auf Titeljagd gingen. Insgesamt sind auf der Motor Show in diesem Jahr rund 250 Oldtimer zu sehen, vermutlich mehr als je zuvor. Eines der Highlights der diesjährigen Motor Show ist der „Dream Car Boulevard“ in der Galeria zwischen den Hallen 2, 3, 4 und 7. Dort werden 20 historische und aktuelle Hochleistungsfahrzeuge präsentiert. Zumeist handelt es sich um Supersportwagen wie Mercedes Benz SLR McLaren 722 GT, der in dieser Kollektion dem originalen „Uhlenhaut“-300 SLR gegenüber gestellt wurde. Aber auch ein Ferrari 250 GTO oder ein Lamborghini Miura von 1966 sind dort zu bewundern. Die Siha, Insidern bekannt als Veranstalter der an gleicher Stelle im April statt findenden „Techno Classica“, hat in der Halle 1 eine Sonderschau spektakulärer Kompressor-Boliden zusammen gestellt. Dort finden sich so seltene und teure Stücke wie ein Bugatti 54 aus dem Jahr 1932 mit Achtzylindermotor, von dem weniger als ein halbes Dutzend Exemplare entstanden sind. Etwas bodenständiger gibt sich das Angebot der Händler auf benachbarten Ständen: Dort stehen Heckflossen-Benzen, Opel Kapitäne diverser Baujahre und einige gut erhaltene Käfer, aber auch 40er Jahre Lincoln oder 300er Gullwings zum Verkauf. Ansonsten ist zu beobachten, dass sich verschiedenste Aussteller mit Oldtimern schmücken, vom ADAC bis zum Stand des KFZ-Handwerks. Bemerkenswert die Idee des Mercedes Veteranen Club: Er zeigt einen unrestaurierten, fast 60 Jahre alten 220er Benz und lädt speziell junge Menschen unter 25 Jahren ein, sich an dessen Restauration aktiv, aber kostenfrei zu beteiligen. Als Lohn sollen sie das Fahrzeug hinterher nutzen dürfen – eine originelle Idee zur Nachwuchsförderung im Oldtimersektor! Auch wenn es in diesem Jahr einige Aussteller weniger sind: Gut zu Fuß sollten die Besucher sein, denn die Messe ist weiterhin in allen 17 Messehallen plus der Galeria beheimatet. Rund 550 Aussteller zeigen Exponate aus 19 Nationen: Von Liechtenstein bis China und von Tschechien bis zu den USA. Rund 300.000 Besucher werden auch in diesem Jahr bis zum Sonntag, 7. Dezember, erwartet. Der Eintritt kostet im Normalfall 16 Euro.