Metall gegen Mann

Metall gegen Mann

Wiebke Brauer rechnet auf: Welche Vorteile hat ein Auto, welche ein Mann? Und kommt dabei natürlich zu einem recht eindeutigen Ergebnis.

Man nehme einen Mann. Und man nehme ein Auto. Dann stelle man sie nebeneinander und frage sich: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Betrachten wir den reinen Nutzwert: Mit einem Auto kann man Sachen transportieren und von A nach B kommen. Ein Mann trägt zwar manchmal den Einkauf nach Hause, das aber auch nur nach dringlichem Anraten – und die längste Strecke, die Männer eine Frau tragen, ist entweder nach der Hochzeit der Weg über die Schwelle eines Hauses – oder der Weg vom Flur ins Bett. Wobei die meisten Männer der Meinung sind, den Weg ins Bett könne eine Frau ganz gut allein zurücklegen.
Betrachte ich die Wertsteigerung, sieht es für den Mann schlecht aus. Mein Mercedes 230 CE und der 380 SL werden, so der Autogott will und ich sie nicht zerlege, zerroste oder anderweitig zerschrote, im Wert steigen. Da sieht es für den Mann nicht so gut aus. Ziehen wir mal sein Bankkonto ab, verfällt der Mann über die Jahre zusehends, Falten graben sich ein, Potenz und Muskelmasse lassen schon ab dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr nach. Mit dreißig wird ein Auto erst richtig interessant für mich, beim Mann ist spätestens mit vierzig der Lack ab.
Und wie sieht es mit dem sexuellen Aspekt aus? Wenn ich jetzt sämtliche Schweller-, Doppelrohr- und Stoßstangen-Witze abziehe, liegt der Mann in dieser Kategorie vorn. Denn obwohl meine Autos für mich einen deutlichen Fetischcharakter aufweisen, würde ich doch klare physische Grenzen ziehen wollen.
Wobei ich jetzt wieder damit anfangen könnte, wie es damals war, als ich diesen Wagen von 60 km/h auf 250 km/h in einem durchtrat, und wie bombastisch das … gerade im Gegensatz zu diesen gewissen Männern, die immer noch der Meinung sind, eine Frau wäre mit einer Stereoanlage von Sanyo zu vergleichen. Da sind eben Knöpfe dran, manche dreht man, und manche drückt man. Aber das nur nebenbei.
Okay, fassen wir also zusammen. Mein SL ist durchaus unterhaltsam, weil man eine lange Zeit mit ihm verbringen kann, ohne sich zu langweilen. Er ist praktisch, weil ich mit ihm kleine Dinge transportieren kann. Ich kann mit ihm angeben, er schluckt viel, er macht gute Geräusche, er wird immer wertvoller. Ich kann ihn im Regen stehen lassen, und wenn ich meinen iPod anschließe, kann ich mit ihm auch Musik hören. Ich kann mit ihm auch Männer aufreißen, wenn ich es wollte, und er riecht besonders gut, nachdem ich ihn getreten habe.
Schreibe ich jetzt noch etwas Versöhnliches über Männer? Wie trostlos das Leben ohne sie wäre und so?
Och nö.