Lamborghini Countach - schnell, kantig, aggressiv

Lamborghini Countach - schnell, kantig, aggressiv

Der Lamborghini Countach wirkte bei seiner Vorstellung 1971 wie ein Auto aus einer anderen Welt, wie ein Entwurf aus der Zukunft. „Countach“ heißt „fantastisch“ - und das war er!

Der Lamborghini Countach mit seinem gewaltigen, längs liegenden V12-Motor galt lange Zeit als schnellstes Serienauto überhaupt. Kein anderes Modell prägte das Image von Lamborghini wie der Countach. Von seinen Fans als Ikone verehrt, blieb der Wagen 15 Jahre lang in Produktion.

Die Anfänge des Lamgorghini Countach reichen zürück ins Jahr 1970, als Ferruccio Lamborghini den Nachfolger seines 1966 präsentierten Supersportwagens Miura zu planen begann. Chefkonstrukteur Paolo Stanzani, der sein Amt 1968 von dem scheidenden Gian Paolo Dallara übernommen hatte, behielt das Mittelmotor-Konzept des Miura bei, montierte den V12 jedoch nicht mehr quer, sondern längs vor der Hinterachse. Der Entwurf hieß LP 500 – „longitudinale posteriore“ stand für die Einbaulage des Motors, die Ziffernfolge für seinen Hubraum. Er war von 3929 cm3 auf 4971 cm3 gewachsen, womit die Leistung 324 kW (440 PS) betrug.

Für den Entwurf der Karosserie erhielt abermals Bertone den Zuschlag. Die Ecken und Kanten des Countach standen im krassen Gegensatz zu den weich fließenden Linien des Miura. Inspiriert von seiner eigenen Studie Alfa Carabo (1968), packte Gandini den Tipo 112 in ein kantiges Blechkleid von nackter, brutaler Funktionalität – er zeichnete einen Keil auf Rädern. Gleich hinter dem kurzen, niedrigen Bug mit den Klappscheinwerfern lag die weit nach vorn gerückte Kanzel, und hinter ihr beanspruchte der Antrieb den großen Rest des Karosseriekörpers. Spektakuläre Scherentüren gaben den Einstieg frei; sie stemmten sich, von Öl-Dämpfern unterstützt, nach vorn und nach oben.

Lamborghini Countach Quattrovalvole (QV)

Auf dem Genfer Salon 1971 wurde dann ein erster Prototyp des Countach enthüllt. Der signalgelb lackierte Prototyp wurde von vielen Besuchern für eine Art notgelandetes Raumschiff gehalten. Auch Ferruccio Lamborghini rechnete zu der Zeit noch nicht ernsthaft mit einem Serienbau.

Der Countach LP 400 in Serienversion feierte auf dem Genfer Salon 1973 Premiere und wurde ab Ende 1973 vier Jahre lang gebaut. 1978 erschien die S-Variante; in Sachen Technik zeichnete sie sich durch ein modifiziertes Fahrwerk aus. Gian Paolo Dallara, als Berater zurückgekehrt, hatte die Geometrie überarbeitet und Niederquerschnittsreifen von Pirelli auf neue Felgen mit 15 Zoll Durchmesser aufgezogen. Durch den Einsatz zahmerer Vergaser sank der Verbrauch etwas, die Leistung ging auf 260 kW (353 PS) zurück. Für Kunden, die das nicht wollten, blieb die alte Version noch eine Weile in Produktion.

1982 erschien dann der Typ LP 5000 S aber auch er war nicht schneller als der Ur-Countach – im Test einer englischen Fachzeitschrift spurtete er in 5,6 Sekunden auf Tempo 100. In Deutschland war er im Jahr 1980 für rund 150.000 Mark zu haben.

Den Höhepunkt seiner Evolutionsstufe erreichte der Countach 1985 mit dem Countach Quattrovalvole ( QV).  Mit einem Hubraum von 5167 ccm und 48 Ventilen kam der V12 auf stolze 445 PS (335 kW). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h und eine Beschleunigung von 5,1 Sekunden von Null auf Hundert verbesserten sich auch die Fahrleistungen wieder merklich. 

1988 schob das Werk noch ein Interimsmodell und schließlich eine letzte Version nach – den Anniversary, der auf das 25jährige Bestehen der Sportwagenmanufaktur hinwies. Technische Änderungen blieben bei ihm aus, aber die Karosserie wurde noch einmal gründlich überarbeitet.

Der letzte Countach rollte im Juli 1990 aus den Hallen in Sant’Agata Bolognese, dann folgte endlich der lange entwickelte und lange verschobene Diablo. Mit 15 Jahren hält der Countach in der Lamborghini-Geschichte den Rekord in Sachen Bauzeit. Zirka 2000 Stück sind von ihm entstanden, und zwar interessanterweise mit wachsender Tendenz: Knapp 160 waren es beim LP 400, nahezu 240 beim LP 400 S, 321 beim LP 5000 S, 631 beim QV und am Ende noch einmal 657 in nur zwei Jahren beim Anniversary.

Fotos/Quelle: Lamborghini