HistoriCar - Oldtimer im Stahlwerk

HistoriCar - Oldtimer im Stahlwerk

Das ehemalige Stahlwerk in Duisburg bot eine perfekte Kulisse für die "HistoriCar", zur der viele Oldtimerfreunde noch einmal die Gelegenheit nutzen, ihren Oldie auszuführen. Wir haben uns auf der "Oldtimer-Fachmesse" umgesehen

Das ehemalige Stahlwerk im Duisburger Stadtteil Rheinhausen ist längst Geschichte – und heute Teil des dortigen Landschaftsparks Duisburg-Nord. Am 18. und 19. Oktober war es zum nunmehr vierten Mal Schauplatz der vom Veranstalter als „Oldtimer-Fachmesse“ bezeichneten „HistoriCar“.
Rund 16.000 Besucher zählten die Organisatoren an den beiden Tagen. Damit waren sie „super zufrieden“, wie eine Sprecherin erklärte. Vor allem am Sonntag kamen viele Oldtimerfreunde, die ihr Schätzchen bei dem sonnigen Wetter noch einmal ausführen wollten.
Das Angebot für immerhin 8 Euro Eintritt war bunt gemischt. Eine Zahl von rund 200 Ausstellern gab der Veranstalter an, gefühlt waren es einige weniger. Auf dem Freigelände im Schatten der ehemaligen Hochöfen präsentierten sich etliche Clubs mit ihren zwei- bis vierrädrigen Lieblingen. Dort war vom 50 Kubik-Moped in Briefträger-Dienstfahrzeugausführung über eine Kollektion von Porsche Treckern bis zum Off Road Käfer alles mögliche dabei. Einige Teilehändler verloren sich zwischen Bäumen, Metallzäunen und Clubständen. Zum Verkauf standen nur wenige der auf der Freifläche ausgestellten Fahrzeuge. Eine Ente für 4800 Euro zeigte, dass die ehemaligen Studenten ihre ehemaligen Autos inzwischen offenbar hoch schätzen. Ein frisch aus Great Britain importierter Rover P6 im Zustand vier plus (und leider mit dem „kleinen“ 2,2 Liter Vierzylindermotor) für unter 1.800 Euro darf da vergleichsweise als Schnäppchen gelten. Nur echt mit dem Heckmotor: Fiat 500

In der zum Gelände gehörenden Ausstellungshalle konnte von solch geringen Summen keine Rede sein. Was dort auf den Flächen professioneller Händler stand, war im Regelfall in optisch gutem Zustand, trug zumeist einen wohl klingenden Markennamen und ein mindestens fünfstelliges Preisschild. So sollte ein Mercedes 22A Cabrio aus den frühen Fünfzigern im Zustand zwei mehr als 120.000 Euro kosten.
Aber auch unverkäufliche Exoten gab es dort zu bestaunen, vom NSU Wankel Spider aus den frühen Sechzigern bis hin zu einem Rennwagen aus dem Jahr 1920, gebaut von der längst  vergessenen Marke Protos, unter welche der spätere Siemens-Konzern bis vor rund achtzig Jahren auf dem Automobilmarkt Fuß zu fassen versuchte. Der Besitzer wusste anschaulich über die Rettung des raren Boliden zu berichten, der nach der Wende bei Abrissarbeiten im Brandenburgischen unverhofft aufgetaucht war.
Die fünfte Auflage der „HistoriCar“ ist für Herbst 2009 bereits fest geplant. Optisch dezent – aber reichlich Power unter der hinteren Haube


Die bisher einzige Möglichkeit, einen Porsche Diesel zu besitzen
DAFs in allen Variationen Netter Kontrast – 36er Rolls neben lang gezogenem Mini Hübsch und exotisch: Wankel Spider von NSU Als ob der Cadillac noch nicht genug glänzt…

Der Protos Rennwagen von 1920 war lange verschollen Die meisten Klassiker in der Halle waren hochpreisig

Die HistoriCar war mit 16.000 Besuchern an zwei Tagen ein Erfolg