Highlights der 2000 km durch Deutschland 2010

Highlights der 2000 km durch Deutschland 2010

Die 22. Neuauflage der klassischen 2000 km durch Deutschland begann am 10. Juli 2010. Erneut war das Messegelände in Hannover an diesem Tag Treffpunkt für die Oldtimerfreunde aus der Region. Ein Teilemarkt, Live-Musik mit Buddy & The Cruisers, die Vorführung historischer Autofilme  sowie das mobile Mode-Outlet von Brands Paradise rundeten das Ganze ab.

Das Highlight für die Oldtimerfreunde aus der Region war der Sparkassen-Prolog zur großen Deutschlandrallye, der wie im Vorjahr für alle Interessierten offen war. Für eine 120 Kilometer lange Strecke durch die Region in Richtung Südosten waren über 100 Fahrzeuge angemeldet.

Bevor es über kleine Landstraßen durch die Hildesheimer Börde ging, war noch ein Rundkurs auf dem Messegelände als Gleichmäßigkeitsprüfung zu absolvieren. Die Veranstalter hatten diese Sonderprüfung als neuen sportlichen Anreiz in diesem Jahr eingerichtet. Für die Teilnehmer der ganzen Tour hieß es wie gewohnt aber auch, das Fahrzeug einer technischen Abnahme zu unterziehen. Dabei beeindruckte die Prüforganisation FSP durch ihre Kompetenz und entdeckte einige Mängel, die vom Pannenhilfsdienst des ACV, Automobil-Club Verkehr, dem Schirmherrn der Veranstaltung,  jedoch schnell in Ordnung gebracht werden konnten.

Bernd Strauch

Die Temperaturen an diesem Samstag stiegen immer weiter. Als um 11 Uhr die ersten Fahrzeuge auf den Rundkurs und die Prolog-Strecke starteten, war die 30-Grad-Marke bereits überschritten. Mittags wurden über dem Asphalt dann Temperaturen von deutlich über 40 Grad gemessen – Anlass genug  für den einen oder anderen, doch lieber das Freibad aufzusuchen. Pünktlich um 18 Uhr erfolgte dann die Siegehrung unter dem Expo-Dach, das wenigstens Schatten spendete.

Für die gut 50 Teams stand am Abend dann noch das Briefing für die Rallye auf dem Programm, denn am nächsten Morgen um 8 Uhr sollte das erste Fahrzeug starten. Mit einer bunten Mischung aus Motorrädern, Autos und zwei Oldtimerbussen wurde die 2000 km durch Deutschland ihrem Ruf als rollendes Museum gerecht. Über Bennigsen, Eldagsen, Coppenbrügge, Hameln, Blomberg, Horn, Paderborn, Salzkotten, Erwitte und Soest rollte der Tross nach Hagen, wo die erste Mittagspause an den Elbers-Hallen nur kurze Zeit zum Verschnaufen ließ. Über Hamm, Ennigerloh, Harsewinkel, Gütersloh und Verl wurde dann das Hotel Klosterpforte in Marienfeld angesteuert. Die ersten 367 Kilometer Strecke waren geschafft. In der Halbzeitpause des Finalspiels der Fußball-Weltmeisterschaft wurden die Tagessieger geehrt.

Ford A

Morgens um 8 Uhr waren die Motoren schon wieder in Bewegung: Start zur zweiten Etappe, die über Borgholzhausen und Melle nach Borkloh führte. Auf der Bergrennstrecke musste eine Gleichmäßigkeitsprüfung absolviert werden, bevor es über Georgs-Marienhütte, Osnabrück, Bramsche und Haselünne zum Besucherzentrum des Transrapid ging. Einige Kilometer später in Papenburg gab es dann die verdiente Mittagspause. Als dort die letzten Teilnehmer zur Weiterfahrt aufbrechen wollten, fegte eine Windhose über das Land, entwurzelte zahlreiche Bäume, richtete aber an den klassischen Fahrzeugen glücklicherweise keine Schäden an. Der Spuk endete so schnell wie er gekommen war. Eine nachhaltige Abkühlung erfolgte leider nicht. Die Strecke führte weiter über Leer, Grossefehn, Wiesmoor, Zetel, Dangast, Rastede und Oldenburg ins Etappenziel Bremen, wo auf der Bürgerweide  nach rund 390 Tageskilometern eine Zeitprüfung gefahren werden musste. Das Maritim-Hotel  und seine Gastlichkeit sorgten für Linderung der von der Hitze geplagten Teilnehmer.

Von der Hansestadt Bremen aus ging es am dritten Tag weiter über Zeven, Heeslingen und Buxtehude nach Hamburg, von wo nach einem kurzen Stopp im Museum Prototyp Mölln und Ratzeburg angesteuert wurden.  Nach der Mittagspause am dortigen See standen Durchfahrtskontrollen in Gadebusch und Wismar auf dem Programm, das Ostseebad Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Warnemünde (Altstadt) lagen auf dem weiteren Weg, bevor nach einem kurzen Fährweg das Etappenziel Yachthafenresidenz Hohe Düne erreicht war. Nach knapp 330 Kilometern gab es abends ein üppiges Barbecue in der so genannten Bootshalle, um die herum die Oldtimer geparkt waren.

Gesamtsieger Thieme bei Wartungsarbeiten Gesamtsieger Thieme bei Wartungsarbeiten

Zur Halbzeit am Mittwoch, dem 14. Juli, ging es etwas beschaulicher zu. Der Start in die Relax-Etappe um 10.30 Uhr erlaubte geruhsames Frühstücken. Auf dem Weg nach Zingst wurden Graal-Müritz und Wieck passiert. Über Barth und Schloss Schlemmin ging es dann nach Pütnitz zum sehenswerten Technik-Museum. Auf einem riesigen alten Militärgelände gab es auch viele zivile Personenwagen in enorm großen Hallen zu bewundern, und die abenteuerlustigeren Teilnehmer machten mit einem Schwimmpanzer einen Ausflug auf den See. Bei weiter anhaltender Hitze diente die Ostsee nach 145 Kilometern Strecke im Etappenziel als willkommene Erfrischung, bevor der Sommerabend in verschiedenen Restaurants rund um den Yachthafen genossen werden konnte.

Auf der fünften Etappe waren über 350 Kilometer zurückzulegen. Über Teterow, Schloss Teschow, Malchin, Schloss Schorssow und Schloss Ulrichshusen ging es nach Waren an der Müritz, aber erst nach der Durchfahrtskontrolle bei Schloss Klink stand in Fleesensee beim Robinsonclub die Mittagspause an. Weiter ging es durch die Mecklenburger Seenplatte über Röbel, Rechlin, Wesenberg, Rheinsberg, Neuruppin und Fehrbellin nach Potsdam.  Am dortigen neuen Palais begrüßte das Meilenwerk die Teilnehmer mit einer Flasche Sekt. Anschließend fuhren die Oldies noch ins fünf Kilometer entfernte Seminaris-Hotel.  Die Hitze ließ nicht nach.

Schon früh um 7.30 Uhr senkte sich  für die ersten erneut die Startflagge zur nächsten Etappe. Rund 420 Kilometer waren bis ins Ziel in Halle zu absolvieren. Wenige Kilometer nach dem Start setzten die Klassiker mit einer Seilzugfähre über den Schwielowsee. Die Strecke führte weiter über Trebbin, Zossen, Mittenwalde und Kalinchen nach Brandt, wo die ehemalige Cargolifter-Halle und das heutige Tropical Island eine spektakuläre Kulisse bot. Lübben und Lübbenau waren weitere Stationen auf dem Weg zur Mittgaspause in Cottbus. Hier kam das älteste Teilnehmerfahrzeug nicht mehr an: Auf gerader Strecke war das Fahrzeug vom Weg abgekommen und frontal gegen einen Straßenbaum geprallt. Der zum Glück nicht allzu schwer verletzte Fahrer musste ins Krankenhaus und der Hanomag Kommißbrot auf den Abschleppwagen.
Nach der Mittagspause im Lindner- Hotel führte der Weg über Schloss Branitz, Luckau, Herzberg, Jessen, Wittenberg und Oranienbaum auf den Marktplatz in der Innenstadt von Halle. Eine weitere Hitzeschlacht war geschlagen; da war es geradezu eine Erleichterung, dass der Himmel am nächsten Morgen zur Abwechslung  mal nicht strahlend blau war. Die rund 320 Kilometer lange Schlussetappe führte zunächst über Eisleben und Sangerhausen nach Stolberg in den Harz. Eine spektakuläre Bergstrecke wurde für eine weitere Gleichmäßigkeitsprüfung genutzt. Der Abstecher zum Josephskreuz blieb den Bussen zwar verwehrt, doch über den Marktplatz in Wernigerode durften sie dann wieder rollen. Aus der Fußgängerzone mit malerischen Fachwerkhäusern hinaus ging es noch zu einem kurzen Fotostopp bei der Harzer Schmalspurbahn.

Opel GT vor Prüfung

Nach weiteren Kontrollstellen in Schöppenstedt und Königslutter  empfing die Autostadt in Wolfsburg  den Rallyetross. Auf dem Weg dahin waren ein paar Regentropfen gefallen, die keinen wirklich störten. Die Gastfreundschaft von Volkswagen konnte leider nicht lange genossen werden, obwohl dort so viel Interessantes zu entdecken ist. Das Ziel lockte nun mit Macht, noch  zwei letzte DKs standen in Ettenbüttel und Burgdorf auf dem Programm. Die niedersächsische Landeshauptstadt und rund 1000 Zuschauer empfingen das Feld ab 17 Uhr begeistert mit flotter Musik und viel Applaus. Nach einer letzten Zeitprüfung überreichte der erste Bürgermeister Bernd Strauch persönlich eine silberne Plakette mit dem eingravierten Neuen Rathaus. Die Organisatoren Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg und Stephan Lützenkirchen beglückwünschten die stolzen Teilnehmer, die die Zuverlässigkeit von Mensch und Maschine wieder mal unter Beweis gestellt hatten.

Siegerehrung

Nach einer kurzen Verschnaufpause rollten die Oldtimer dann zum Messegelände oder dem Copthorne Hotel in Laatzen, Autos wurden auf Trailer verladen oder ein erstes Bierchen getrunken. Zur Siegerehrung war Franz-Georg Wolpert, Präsident des ACV, persönlich aus Stuttgart angereist. Er überreichte die Siegerpokale und hatte sichtlich Spaß an den gut gelaunten, aber auch ein wenig müden Rallyefahrern. Die Bar schloss  gegen halb vier morgens…

Weitere Informationen:
2000 km durch Deutschland
2000 km durch Deutschland im Terminkalender