Hans Herrmann: Le Mans vor 40 Jahren war mein größter Erfolg

Hans Herrmann: Le Mans vor 40 Jahren war mein größter Erfolg

Am 14. Juni 1970 gelang Porsche beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans der erste von bislang insgesamt 16 Gesamtsiegen. Nach exakt 4607,811 Kilometern oder 343 Runden überquerten Hans Herrmann und Richard Attwood im legendären Porsche 917 KH von Porsche Salzburg mit der Startnummer 23 als Erste die Ziellinie.

Im Schalensitz Nr. 35

Den totalen Triumph für Porsche machten Gerard Larrousse und Willy Kauhsen im Martini Porsche 917 LH gefolgt von Rudi Lins und Helmut Marko auf Porsche 908/02 mit den Plätzen zwei und drei perfekt. 15 weitere Porsche-Gesamtsiege in Le Mans sollten folgen, der zweite bereits 1971. Porsche feiert das Motorsport-Jubiläum am 10. und 11. Juli 2010 im passenden Rahmen der nur alle zwei Jahre stattfindenden „Le Mans Classic“. In sechs Klassen – aufgeteilt auf die Baujahre 1923 bis 1979 – geben sich dort rund 400 historische Rennwagen ein Stelldichein, um die Zeiten alter Renntriumphe neu aufleben zu lassen. Darunter auch einige der Gesamtsiegerfahrzeuge aus dem Porsche-Museum.

Den Sieg Ihrer Helden von damals vor Augen trat eine ganze Armada der erfolgreichen 911 GT3 RSR in diesem Jahr vom 12. auf 13. Juni 2010 in Le Mans im Kampf um die GT2-Klasse an – mit Erfolg: Nach dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Dubai und der Meisterschaftsführung in der Le Mans Series und der American Le Mans Series gewinnt der erfolgreichste GT-Rennwagen der Saison 2009 auch die GT2-Wertung beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Der Klassensieg bei der 78. Auflage ist bereits der 97. Erfolg von Porsche im prestigeträchtigen Langstreckenklassiker. Zum neunten Mal lässt damit ein Rennfahrzeug, das auf dem Straßensportler 911 GT3 basiert, alle Konkurrenten hinter sich. Auch die Plätze drei, fünf, sieben und acht gingen an Fahrer des 450 PS starken Porsche. Zusätzlich gewann der siegreiche 911er auch die Umweltwertung „Michelin Green X Challenge“ als GT-Auto mit der besten Gesamteffizienz.

Die Basis des Porsche-Erfolges war auch in diesem Jahr die Zuverlässigkeit des 911 GT3 RSR. Tanken, neue Reifen, Fahrerwechsel – mehr hatten die Mechaniker des siegreichen deutschen Teams Felbermayr-Proton vom Start bis ins Ziel nicht zu tun. Mit konstant schnellen Rundenzeiten fuhren die Werkspiloten Marc Lieb (Ludwigsburg) – im schalensitz Nummer 14 -, Richard Lietz (Österreich) und Wolf Henzler (Nürtingen) einen Vorsprung von zwei Runden auf den zweitplatzierten Ferrari heraus. „Ausschlaggebend für den Sieg war, dass wir keinerlei technische Probleme und die geringste Standzeit in den Boxen hatten. Dieser Sieg war eine Mannschaftsleistung“, sagte Marc Lieb, der nach 2005 und 2006 bereits den dritten Porsche-GT2-Sieg in Le Mans feierte. Richard Lietz durfte nach 2007 zum zweiten Mal den begehrten Siegerpokal in den Händen halten.

Der Porsche-Erfolg wiegt umso mehr, als die 78. Auflage des 24-Stunden-Rennens als ein ausgesprochen hartes Rennen in die Geschichtsbücher eingehen wird. Besonders die GT2-Klasse war mit sieben Marken und 18 Rennfahrzeugen hervorragend besetzt und entsprechend hart umkämpft. Mit dem Sieg verwies Porsche die starke Konkurrenz von Ferrari, BMW, Aston Martin, Corvette, Jaguar und Spyker auf die Plätze.

Jubel herrschte im Porsche-Lager auch über den Gesamtsieg der Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich), die sich das Cockpit eines Audi R15 TDI mit dem ehemaligen Porsche-Junior und Porsche-Werksfahrer Mike Rockenfeller (Neuwied) teilten. Im Ziel hatten sie einen Vorsprung von einer Runde auf den zweitplatzierten Audi. Insgesamt also ein tolles Le Mans-Wochenende – im Gedenken an den großen Gesamtsieg von Hans Herrmann und Richard Attwood vor 40 Jahren.

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