Enzmann-Spider auf der Langenburg Historic

Enzmann-Spider auf der Langenburg Historic

Die Langenburg Historic, die am 17. April startet, wird ein Fest für alle Liebhaber von Prototypen und Einzelstücken. Mit dabei: Gleich zwei seltene Enzmann-Spider

Porsche-Fans müssen schon beim Anblick dieser Starterliste feuchte Augen bekommen: Bei der Langenburg Historic vom 17. bis 19. April geht eine ganze Armada von Porsche-Prototypen und Einzelstücken an den Start. In der Klasse der Porsche-Raritäten werden auch zwei Enzmann-Spider aus den 50er Jahren dabei sein. Einen der seltenen Kunstoff-Flundern wird Kari Enzmann steuern.

Sein Vater, Dr. Emil Enzmann, gilt als ein Pionier im Bau von Sportwagen aus Kunststoff. Er entwarf 1952 den Spider, dessen Kunstoffkarosserie auf einem Fahrwerk von VW aufbaute. Sein Ziel war, einen sicheren und sparsamen Sportwagen mit guten Beschleunigungswerten zu bauen. So lag es nahe, den Wagen mit einer Karosserie aus Polyesterharz zu fertigen, zumal nur eine Kleinserie entstehen sollte. Um noch weiteres Gewicht zu sparen, verzichtete Enzmann auf Türen. Am Ende brachte der Wagen gerade mal 520 Kilogramm auf die Waage, was ihn geradezu für den Einsatz im Motorsport prädestinierte.
Diesen Aspekt hatte Enzmann, der sich bei seiner Konstruktion vom Porsche 550 inspirieren ließ, von vornherein mit bedacht. So war der Wagen etwa mit einem 50 Liter fassenden Tank ausgestattet, der so ausgelegt war, dass die Benzinpumpe auch bei schneller Kurvenfahrt noch Kraftstoff ansaugen konnte.

Seinen ersten großen Auftritt hatte der Prototyp schließlich 1957 auf der IAA in Frankfurt, wo der kleine Sportwagen begeistert aufgenommen wurde. Bei Enzmann füllten sich die Auftragsbücher. Doch leider spielte VW nicht mit – die Wolfsburger beschlossen, dem Schweizer Autobauer keine Fahrwerke mehr zur Verfügung zu stellen, weil sie die Konkurrenz für den hauseigenen Karmann-Ghia füchteten. So konnte Enzmann nur etwa 100 Exemplare seiner Sportflunder auf die Räder stellen. Bei der Langenburg Historic, die von der Solitude GmbH ausgerichtet wird, gehen neben den zwei Enzmann-Spidern eine ganze Reihe von Porsche-Raritäten an den Start – vermutlich gibt es keine andere Veranstaltung, auf der so viele ganz besondere Stücke aus Zuffenhausen versammelt sind. Zum Starterfeld gehört etwa ein Porsche 908, der 1968 als Prototyp  für die Sportwagen-Weltmeisterschaft entstand. Ein herausragendes Stück ist auch der KMW SP 20, der auf Porsche-Komponenten aufbaut.

Eins ist sicher: Ein Besuch bei der Langenburg Historic ist (nicht nur) für Porsche-Fans ein Muss. Wer mehr über Prototypen und Einzelstücke von Porsche wissen will, dem sei an dieser Stelle auch das Werk von Tobias Aichele empfohlen: „Porsche Raritäten: Prototypen und Autos, die nie in Serie gingen“, erschienen 2008 im Geramond Verlag.

Mehr Informationen zur Langenburg Historic und hunderten weiterer Veranstaltungen finden Sie im Carsablanca-Terminkalender.