Ein stilvolles Stelldichein klassischer Fahrzeuge

Ein stilvolles Stelldichein klassischer Fahrzeuge

Rétromobile Paris vom 22. bis 31. Januar 2010. Ihren 35. Geburtstag feierte Rétromobile Paris in diesem Jahr - etwas früher als sonst, aber wieder in Halle 7.3. auf dem Expogelände an der Porte de Versailles.

Der versenkte Schatz

Das Leben schreibt irrwitzige Geschichten. Um einer saftigen Nachzahlung des Schweizer Zolls zu entgehen, versenkte ein (heute längst unbekannter) Besitzer seinen Bugatti T 22 Brescia 1936 nahe Ascona im Lago Maggiore. Dort korrodierte der offene Zweisitzer mit der Chassis-Nummer 2461, der am 11. April 1925 im Nancy erstmals zugelassen und später mit französischem Kennzeichen in der Schweiz bewegt wurde, 73 Jahre vor sich hin. Dann wurde das Wrack aus 53 Metern Tiefe geborgen und nun auf einer Versteigerung vom englischen Auktionshaus Bonhams einem neuen Besitzer zugeschlagen - für sagenhafte 260.500 €. Das Geld dient einem guten Zweck. Es kommt der Fondazione Damiano Tamagi zugute, benannt nach einem jungen Mann, der im Februar 2008 von drei Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde.  Ein stilvolles Stelldichein klassischer Fahrzeuge

Gegensätze unter einem Dach

Ihren 35. Geburtstag feierte Rétromobile Paris in diesem Jahr - etwas früher als sonst, aber wieder in Halle 7.3. auf dem Expogelände an der Porte de Versailles. Nicht nur erfahrene „Rétromibilisten“ ließen sich für € 13,- (Tageskarte) vom Charme der Veranstaltung begeistern, das von lärmend-handfest bis seriös-dezent reicht: Wer in einer der zahllosen Grabbelkisten angestoßener Modellautos gräbt oder einen Schluck Rotwein probiert, geht anders zur Sache als jemand, der bei einem der vielen Anbieter kostspieliger Raritäten einen alten Ferrari begutachtet. Aber Rétromobil war (und ist) nicht nur Marktplatz, sondern auch Ausstellung. So reichten die Themenschwerpunkte diesmal von Städtischer Beförderung in Bussen (anfangs mit Pferdefuhrwerken) über Kleinwagen und Motorräder bis hin zur Geschichte der Flügeltürer von Mercedes-Benz. Einige Firmen feierten Jubiläen: 200 Jahre Peugeot, 100 Jahre Alfa Romeo und 90 Jahre Mazda.  Ein stilvolles Stelldichein klassischer Fahrzeuge

Und zum Dritten...

Zu den tragenden Säulen von Rétromobile zählten wieder die Clubs, die mit leichter Hand „ihre“ Marke - und natürlich sich selbst - in Szene setzten. Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt seit einigen Jahren eine Auktion. Diesmal lockte die erwähnte Bonhams-Versteigerung zahlungskräftige Kenner (und Anleger?) nach Paris, mit gutem Erfolg: Obwohl einige hochpreisige Stücke stehen blieben, fanden die meisten offerierten Klassiker neue Besitzer. Auch die von Chris Ludlow gemalte Originalvorlage des diesjährigen Rétro-Plakats (Öl auf Leinwand) war einem Sammler 5175 € wert (alle Preise inklusive Aufgeld). So kamen auf Rétromobile Paris 2010 nicht nur Flaneure auf ihre Kosten.

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Bilderquelle: Dieter Günther