Ein Mercedes 200 mit viel Geschichte

Mercedes 200

Die meisten Menschen besitzen ein Auto und sehen dieses als einen Gebrauchsgegenstand. Dann gibt es wieder Menschen, deren Auto zumindest die eine oder andere Anekdote miterlebt hat. Doch ein Mercedes, der mehr als 72 Jahre auf dem Buckel hat, die noch dazu dokumentiert sind: das ist wahrlich eine Rarität.

Die Rede ist vom Fahrzeug des Tierarztes Roland Reinke aus Braunschweig. Dessen Mercedes 200 brachte im Jahr 1944 eine Frau namens Lemke, Vorname Johanna aus Königsberg in den Westen.

1968 entdeckte Reinke den Mercedes in einer Kohlenhandlung doch der Besitzer, Willy Lemke, möchte diesen aus Gründen der Pietät behalten. Doch nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Reinke und dem Ehepaar Lemke, womit letzterer dann auch die wechselvolle Geschichte des Mercedes erfährt.

Lemke hatte den Wagen im Jahr 1936 für runde 5.000 Reichsmark für sein Taxiunternehmen erstanden, doch 1941 beschlagnahmte die Wehrmacht das Fahrzeug. Und Herrn Lemke wurde gleich mit rekrutiert: als Fahrer für einen Militär-Ingenieur.

Im Jahr 1944 flieht schließlich Frau Lemke mit dem Wagen und schafft es auf abenteuerliche Weise, einen Weg von 1.200 Kilometer durch die Kriegswirren zurückzulegen. Mit Erfolg, wie man heute sieht und vor allem:

Das Gemisch aus Leder, Öl und Benzin riecht heute so wie vor 72 Jahren, in den geschwungenen Kotflügeln spiegeln sich Landschaft und Geschichte. Dieses Auto ist ein Zeuge. - wie es die ""Welt" formuliert, in der es dann auch die ganze Geschichte zu lesen gibt.