Deutschland, Schwellenland

Deutschland, Schwellenland

Sie gehen uns nicht nur mächtig auf die Achsen. Nein, die stoßdämpfermordenden Bodenschwellen, die uns bremsen sollen, lassen uns erst so richtig aufdrehen - und werden so zur Umweltgräuel

Die Rede ist von den allseits bekannten und belächelten Bodenschwellen.
Ihr Ziel scheint klar definiert: Tiefergelegten und älteren Autos soll das Leben schwer gemacht werden. Wer kennt das Boing-Boing-Erlebnis nicht, wenn der Beifahrer energisch ruft: "Achtung, Hubbel!", worauf der Latte Macchiato an der Innenseite der Frontscheibe runterläuft ... Nicht zuletzt verwehren sie Frauen, durch Straßen zu cruisen, in der Bodenhubbel mit dem Teer verklebt sind: Schminken ist unmöglich – es sei denn, man mag es, wenn die eigene Lady aussieht wie Heath Ledger oder Jack Nicholson als Joker.

Übrigens: Das ständige Abbremsen und Gas geben verursacht eine größere Umweltbelastung als gleichmäßiges Fahren bei konstanter Geschwindigkeit. Aber wem sagt man das? Und vor allem: wie? Gerade jetzt, wo wir mit unseren alten Autos auf viele Neu-Veganer und Stromsparaktivisten treffen, die meinen, uns erklären zu müssen, dass unser alter Wagen aufgrund seines CO2-Ausstoßes einfach schlecht für die Umwelt sei.

Auch die oft waghalsigen Versuche, den Hubbeln auszuweichen, erweisen sich oft als nett gemeinte, aber ebenso hilflose Experimente. Da strebt man an, möglichst nur mit dem linken oder rechten Rad über den Hubbel zu bollern, oder man macht gleich den Abstecher über den Fußgängerweg, um das lästige Rumgehüpfe zu vermeiden. Am Ende ist halt nur ein Schweller eingedrückt, dafür aber auch der Fuß der Oma, die gerade meinte, den Gehweg seiner Bestimmung zuführen zu müssen.

Fazit: Überschüssiger Teer in regelmäßigen Abständen auf der Straße macht nicht glücklich. Mein Tipp: Eher mal die die Schlaglöcher damit ausbessern - oder werden diese am Ende vielleicht auch mit Absicht in die Straßen eingelassen sein ...?