Das Cream-Team: HH-Berlin Klassik III

Das Cream-Team: HH-Berlin Klassik III


Sieger der Herzen

Sie erinnern den Schnösel aus dem 300 SL? Den haben wir am letzten Tag drei Mal überholt, weil er nur auf gerader Strecke Gas geben kann, nicht jedoch fahren. Überhaupt waren wir ganz groß und am Ende Sieger der Herzen. Mindestens.

Während einer Zeitkontrolle parkt unser Ovali neben dem 300 SL Roadster. Betont lässig lehne ich mich herüber und zische: "Nachher überholen wir Euch – wieder einmal!" Kumpelhaftes Grinsen von nebenan: "Wieviel PS hat er denn: 30 oder 34?" Ooh, ooh: Der Unwissende! Wiederum setze ich eine verschwörerische Mine auf: "Nee, das ist ein Gemachter!" –"Aah, verstehe, scharfe Nockenwelle, was?" Erneut kumpelhaft-gekünsteltes Lachen, das bei meiner nächsten Antwort zur erschrockenen Maske erstarrt: "Der hat überhaupt keine Nockenwelle mehr. Der hat 'ne Turbine! Achte doch mal auf das Pfeifgeräusch beim Anfahren ..."

Im Frühtau' der Müritz ... 

Tja. Weiß eben nicht jeder, was für Jagdflieger-ähnliche Sounds so ein gerade verzahnter erster Gang zur Folge haben kann. Wir jedenfalls machen uns einen Spaß daraus, meist 35 Minuten vor dem Feld an den Wertungsprüfungen zu sein. Dabei ist die Hamburg-Berlin Klassik gar keine Schnellfahrerveranstaltung. Macht aber Spaß. Die betreuenden VW-Mechaniker treiben wir mit Bemerkungen wie: "Naja, ab 140 schwänzelt er ein wenig" die Schweißnässe ins Gesicht, uns selbst weht der Fahrtwind durch das geöffnete Faltdach und lässt unsere Kiefernhöhlen vollends entzünden. Hauptsache, dabei! Und immer vorn.

Käferplage Unter den Linden. 

Dabei starteten wir heute morgen weit abgeschlagen hinter unserer eigentlichen Position: Über Nacht mussten irgendwie die Zündkontakte runtergebrannt sein, keine Ahnung, wieso. In jedem Fall orgelte der Ovali im Frühtau der Müritz sich die Seele aus dem Leib. Die an uns vorbei ziehenden Teilnehmer sahen wenig später wieder wie gewohnt in unsere Auspuffrohre. Es gibt, Gott sei Dank, noch Konstanten auf dieser Welt.

Die Rekonstruktion des VW 30 vor dem Brandenburger Tor. 

Berlin gehört zu diesen Konstanten. Immer wieder rappelvoll, immer wieder pulsierend, immer wieder erschlagend und umwerfend. Wir treiben den Ovali über die Linden auf das Brandenburger Tor zu, machen einen Schlenker um Reichstag und Kanzleramt und sind bereits am Ziel: Das Axel-Springer-Haus in der Friedrichstraße. Ovali bleibt zurück, wir fahren mit dem Lift weiter in den 19. Stock, von dem sich uns ein seltener Blick über die Metropole bietet. Am Ende haben sich doch andere vor uns gemogelt und die Rallye gewonnen, aber das sind schließlich nur Oberflächlichkeiten. Untergegangen im Gewühl der Platzierten ist immerhin auch der 300 SL. 

Begeisterter Empfang nach über 600 Kilometern Fahrt. 

Wir hoffen sehr auf eine zweite Auflage dieser gelungenen Auftaktveranstaltung! Schöne Strecken, entspannende Teilnehmer, aufregende Fahrzeuge und eine saubere Organisation machen Appetit auf mehr. Und dann werden wir gewinnen. Versprochen. Nein, Thomas! Bitte, bitte nicht singen!!

Der Himmel über Berlin.

Da! Ganz unten! Ja! Nee, weiter rechts! Genau! Der Ovali!

Sie möchten wissen, wie alles begann?

Hier der Bericht zum Start der Rallye Hamburg-Berlin Klassik.

Und hier der Bericht von unterwegs.