Burn, Baby, burn!

Burn, Baby, burn!

Die Automarken General Motors, Ford und Chrysler schreiben rote Zahlen, Opel ist Pleite – und Wiebke Brauer fühlt sich auch schon ganz schlecht. Die Zukunft scheint elektrisch zu werden. Müssen wir uns vom Verbrennungsmotor für immer verabschieden?

Ich liebe Verbrennungsmotoren. Obwohl ich bis heute noch nicht begriffen habe, wie sie genau funktionieren, finde ich die Vorstellung von Zündfunken und Kolben in Zylindern irgendwie sexy. Verbrennungsmotoren verbinden einfach das Pyromane mit dem Pornografischen. Toll, oder? Feuer und Sex. Ich meine, besser geht’s doch nicht. Aber irgendwie scheint diese kosmische Verknüpfung nicht mehr so richtig up to date zu sein.
Der Smart verkauft sich in den Vereinigten Staaten wie geschnitten Brot, auf Messen stellt man Hybridmotoren und andere zukunftweisenden Technologien vor. Auf der Autoshow in Los Angeles wurde jetzt der Mini E mit Elektroantrieb präsentiert. Und unter den deutschen Herstellern tat sich zudem noch VW mit dem ökologisch korrekten Kleinbus Space Up Blue hervor. Ein Van mit Heckantrieb und Elektromotor. Das ist also aus dem Bully geworden.
Hybrid-Autos. Strom-Autos. Brennstoffzellen-Autos. Gas tanken. Bio-Diesel. Kleinen Moment, ich muss mich übergeben. Natürlich möchte die grüne Wiebke in mir die Welt retten, sie kauft Bio-Produkte, wenn zuviel Geld da ist und nimmt ihre Plastiktüten mit zurück  in den Supermarkt. Hey, voll korrekt, die Frau! Ganz ehrlich? Ich will kein Auto, was mit Wasserstoff fährt. Ich hatte bereits das Vergnügen, in so eine Kiste zu steigen. Das einzige, was mich daran wirklich beeindruckte, war der Preis von 1,5 Millionen Euronen. Und die Tatsache, dass man aufgrund seiner Lautlosigkeit prima Passanten und Radfahrer umnieten kann. Und die merken es vorher noch nicht einmal, dass man mit 60 km/h auf sie zubrettert! Sie hören es einfach nicht! Andererseits: Was nützt die loderndste Road-Rage, wenn es die Opfer noch nicht einmal schnallen. Für einen Horror wäre also ein Brennstoffzellen-Fahrzeug denkbar ungeeignet. Ich stelle mir gerade Rutger Hauer als „Highway Killer“ in einem Mini E vor. Oder „Duell“ von Steven Spielberg, gedreht mit einem Hybrid-Fahrzeug. Das ist der Niedergang des Abendlands.
Ich glaube, ich muss sofort in die Garage gehen und den Wagen anlassen. Ich werde leise ein paar Worte murmeln: Selbstzündung. Verdichtungstakt. Brennraum. Einspritzverfahren. Saugmotor. Glühzünder. Und dann werde ich über dem gleichmäßig Brummeln und Klopfen des laufenden Motors einschlafen.