Bremen Classic Motorshow 2008

Bremen Classic Motorshow 2008


Messerückblick

Es ist nicht einfach, eine Oldtimer-Messe zu etablieren. Schwieriger wird es, wenn die Messe an einem eher abgelegenen Ort stattfindet. Und richtig schwer ist es, wenn man als Veranstalter einen hohen Anspruch an das Niveau der Messe hat. Die Messlatte liegt hoch für Bremen Classic Motorshow.

Teile, Clubs, Werkzeug und Autos – das macht eine Oldtimer-Messe aus. Ach ja, dazu noch Gedrängel  in den Gängen, wabernde Bratfettwolken und Bereiche, die normalsterbliche Besucher nicht betreten dürfen.

Die Bremen Classic Motorshow 2008 hatte Teile, Clubs, Werkzeug und Autos – aber nichts von den unangenehmen Dingen, denen man anderswo ausgesetzt ist. Das war einer der wichtigsten Eindrücke von der Veranstaltung: breite Gänge, in denen selbst am Samstagnachmittag ein Kinderwagen keinen Stau verursachte. Noch besser: Die Gänge waren in Abständen mit kleinen Sitzgruppen bestückt, so dass man sich auch mal ausruhen konnte, ohne eine Bratwurst für 5 Euro verzehren zu müssen.

An solchen kleinen Dingen zeigt sich, wie wichtig einem Veranstalter sein Publikum ist – und darin erzielten die Messemacher volle Punktzahl. Sie legten sich auch sonst mächtig ins Zeug: Man befragte Publikum und Aussteller gezielt nach Wünschen und Verbesserungsvorschlägen. Man knüpfte Kontakte zu hochkarätigen Partnern, um die Exponate gehaltvoller zu machen: Die Kooperation mit dem Mulhouser Musée National de l'Automobile, auch Schlumpf-Museum genannt, brachte eine kleine, aber gelungene Panhard-Sonderausstellung. In kommenden Jahren wird sich auch das hervorragende britische National Motor Museum in Beaulieu involvieren. Das verspricht spektakuläre Sonderthemen, denn in Beaulieu sind unter anderem einige Weltrekordfahrzeuge daheim.

Qualität und Niveau 

Natürlich gabs auch Fünfeurowürste auf der Motorshow, samt den zugehörigen Fettdünsten – aber beides war abgeschieden von den Ausstellungsflächen durch große Glaswände. Der Privatautomarkt lief nicht wie sonst üblich im Freien, sondern gut erreichbar im Parkhaus – auch eine nette Idee.

Leider hielten sich namhafte Aussteller zurück. Von den Herstellern war Volkswagen mit einem Zeithaus-Stand anwesend, Daimler unterstützte die Markenclubs mit einem der sensationellen C111; viele Markenclubs fehlten jedoch ganz. Das ist bedauerlich; möglicherweise liegt es daran, dass die kommenden großen Messen in Stuttgart und Essen in diesem Jahr recht früh beginnen und damit der logistische Aufwand für manche potentiellen Aussteller zu groß wird.

Noch mag das in gewisser Weise berechtigt sein, aber wenn die Veranstalter ihr Niveau halten und weiterhin vor allem auf Qualität und Publikumsnähe setzen, wird sich die Classic Motorshow trotz Standortnachteil in wenigen Jahren zur Oldtimer-Leitmesse mausern. Die Anlagen dazu sind vorhanden.

Hier gehts zu einem kleinen Messebummel.