Autos, Geld und Liebe

Autos, Geld und Liebe

Über Geld spricht man bekanntlich nicht, man hat es einfach. Oder gibt es in rauhen Mengen für Autos aus – so wie Wiebke Brauer. Das ist schon mal ein paar Worte wert.

Es war wieder teuer. Es ist immer teuer. Sagen wir es so: Dieses Auto frisst mir langsam aber sicher die Haare vom Kopf. Er schluckt zehn Liter, und ich persönlich finde das sehr wenig. Naja, zehn Liter im Sommer auf der Autobahn. Aber niemals mehr als zwölf. Ich habe auch gehört, dass es in diesem Land gerade ein kleines Problem mit den Benzinpreisen gibt, aber wenn ich an der Zapfsäule und danach an der Kasse in der Tanke stehe, konzentriere ich mich sehr fest auf mein Auto. „Es ist braun, es ist schön, es macht mich cooler, es macht mich zu einem besseren Menschen.“ Das ist mein Mantra. Mein Auto ist mein Ventil. Würde ich es nicht fahren, ich würde vielleicht mit einer Kettensäge Praktikanten umnieten, weil ich es nicht mehr mit ihnen aushalte. „Wie schreibt man Google?“ fragte mich doch dieses kleine Monster, das zu stumpf zum kopieren war. Gut, dafür hätte ich sie wirklich umnieten sollen, Auto hin oder her. Ich würde vielleicht auch sinnlos Schuhe kaufen. Ein paar Pumps hier, eine Riemchensandale da. Okay, das mache ich jetzt schon, lassen wir das. Wir waren bei Benzinpreisen. Die steigen? Nicht mehr bezahlbar? Pendlerpauschale? Mir doch Latte.


Seien wir ehrlich, es ist ja auch nicht der Sprit allein. Gerade wurde mein Wagen geschweißt. Das ist natürlich nicht das erste Mal. Diesmal waren es zumindest nicht mehr als tausend Euronen. Ich weiß, andere Leute machen das selbst, ich kann nicht selbst schweißen, und ich habe auch keinen blassen Schimmer, an was es liegt, wenn ein Wagen nicht anspringt. Ich putze nur selbst. Okay, ich wechsel auch Stoßstangen, Luftfilter oder Glühbirnen. Aber das gilt nicht wirklich.
Reparaturen sind teuer, ich lasse es gerne gut machen. Und der nächste Wagen wird noch kostspieliger. Weil er eben ein bisschen schneller und prolliger sein soll. Und schneller und prolliger heißt in Erbsenzählerkreisen nichts anderes als höhere Benzinkosten und ein leicht schrottiger Zustand, der erhalten werden will – und wahrscheinlich heißt prolliger auch 80er-Baujahr, also nix mit H-Kennzeichen und günstig. Aber wenn ich könnte, würde ich mir noch zehn Autos kaufen, die noch schneller und noch prolliger sind. Es geht nicht um Geld. Andere nennen es Wahnsinn. Ich nenne es Liebe.