Autonamen und Typenbezeichnungen - Don’t blame it on the name

Autonamen und Typenbezeichnungen - Don’t blame it on the name

Es ist nicht immer drin, was außen draufsteht, das gilt insbesondere für Autos. Manchmal geht auch etwas schief – wie beim Mitsubishi MIEV. Doch Wiebke Brauer reimt nicht nur, sie widmet sich heute auch dem famosen Thema Autonamen und Typenbezeichnungen.

Meiner heißt SL und mit Nachnamen 380, der andere heißt CE und mit Zunamen 230. Das finde ich ganz in Ordnung, das regt nicht auf, da weiß man Bescheid. Ich persönlich kann behaupten, dass ich recht froh darüber bin, dass die beiden nicht Mercedes Bongo oder Mercedes Placenta heißen. Ja, gab es auch schon. Ebenso wie die Swinger, eine Sondermodellreihe von Opel mit dem Slogan: „Fröhlich fahren, fröhlich sparen.“ Aber das mag noch entschuldbar sein, stammt aus den 70ern, da aßen wir auch Hackepeterschwein und hörten Cindy und Bert. Nun könnte man ausrufen, dass wir früher ja sonst nichts hatten und trotzdem alles besser war – vor allem die Autonamen. Da hießen Fahrzeuge damenhaft wie Isabella, mal waren sie maritim geprägt wie der Kadett, der Kapitän oder der Admiral. Oder sie klangen nach bergigen Regionen wie der Taunus. Damals versprühten Namen noch Klang und Esprit! Wenn man mal von spröden Bezeichnungen wie Golf oder Polo absieht. Auf jeden Fall ist die Sache mit den Namen ist eine seltsame Sache, das wusste schon Goethe:

Nenn’ es dann, wie du willst,
Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch

Nach diesem bildungsbürgerlichen Ausflug fühlt sich die Autorin viel besser, weil intellektueller und kann wieder zum Thema zurückkehren – Autonamen und Typenbezeichnungen. Über den Pajero und haben wir uns ja schon alle gehögt, weil Pajero bekanntlich auf spanisch Weichei und in lateinamerikanischen Kreisen Wichser bedeutet. Übrigens wurde der Wagen dann flugs auf diesen Märkten als Montero vertickt, da schwang nichts Anrüchiges mit. Und um noch ein paar hübsche Beispiele zu nennen: Toyota nannte einen Wagen für den japanischen Markt Opa, Nissan taufte ein Modell Moco, das heißt auf spanisch Rotz – und dann präsentierte man uns noch den Mitsubishi iMiEV… Aber zitieren wir Wigald Boning: „Mief – Sagt doch über den Charakter gar nichts aus.“

Da hilft nur eins. Entweder man lässt es ganz mit den Bezeichnungen. Das nennt man hanseatisches Understatement. Oder man klebt überall „Racing“ drauf. So wie ich.

Dieser Artikel von Wiebke Brauer erschien am 20.12.2010