Auto e Moto d'epoca - Essen in Italien

Auto e Moto d'epoca - Essen in Italien

Am vergangenen Wochenende blickte die Oldtimerwelt ins norditalienische Padua, wo die Techno Classica Südeuropas stattfand: die Auto e Moto d'epoca. Wir haben uns vor Ort umgeschaut

Die Auto e Moto d'epoca ist selbst bereits eine Legende - In diesem Jahr fand die größte Oldtimermesse Italiens bereits zum 25. Mal statt. Sie ist in etwa das, was hierzulande die Techno Classica in Essen ist. So wurde in Padua ebenfalls eine breite Palette an Autos, Motorrädern, Ersatzteilen bis hin zu Modellautos geboten. Und – wie sollte es anders sein – kamen die Fans italienischer Klassiker auf den 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ganz besonders auf Ihre Kosten.

So gab es wunderbare Stücke der bekannten Marken Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Masserati, Ferrari und Lamborghini zu sehen, die uns einmal mehr daran erinnerten, in welcher Blüte der italienische Automobilbau einst stand. Da durften auch die Fahrzeuge jener, die kunstvoll die Blechschere an diesen Großserienfahrzeugen ansetzen und ganz neue Kreationen schufen, nicht fehlen. So gab es eine Reihe seltener Fahrzeuge von Karosseriers wie Vignale, Zagato, Osca zu sehen, deren Karosserie-Entwürfe zumeinst auf Technik und Chassis von Fiat aufbauten.

Aber auch Fans von Fahrzeugen nicht-italienischer Herkunft wurde auf der Auto e Moto d'epoca einiges geboten. Schließlich lieben nicht nur wir die Italiener, sondern auch die Italiener uns. So wie einer der Mitorganisatoren der Messe, der gleichzeitg Präsident des italienischen Mercedes-Benz 300 SL Clubs ist.
Überhaupt war die Messe recht international und so wurde auch nicht allenorts italienisch gesprochen.
Auch die großen Händler von überall aus Europa haben die Messe für sich entdeckt. Das Londoner Auktionshaus Coys war genauso vor Ort, wie der Hamburger Oldtimerhändler Mirbach. Doch nicht nur Profis durften handeln, auch ein privater Fahrzeugmarkt war Teil der Auto e Moto d'epoca. Hier standen teils auch Restaurationsobjekte zum Verkauf. Da steckt noch viel Arbeit drin: Ein malader Alfa GTV in einer seltenen Cabrio-Version

Auch diese Lancia Flavia mit Ghia Karosserie braucht noch viel Zuwendung

Auch eine Reihe von Matras gab es zu sehen, unter anderem waren zwei Djets dabei. Auf dem Bild ein Matra M530. Anders als auf manche deutschen Oldtimermesse mischten in Padua auch viele Frauen mit - ob nun gemeinsam mit dem Partner, alleine oder mit Kindern. Mancher Frau gefiel offenbar der Platz auf der Motorhaube. Aber auf italienischen Autos sehen Frauen auch einfach gut aus. Liegt das nun an den Damen oder an den Fahrzeugen? Die Mikroben durften nicht fehlen. Abarth, Fiat und Zagato waren eine kongeniale Kombination. Hier ein Abarth 750 GT Zagato. Die kleinen Rennzwerge eignen sich ebenfalls zum Haubensitzen, denn auf die Größe kommt es nicht an.
Es geht auch größer, wie dieser Rolls-Royce beweist.
Mit Platz für alle Bambini In Padua wurde auch Autobianchi gedacht. Die Marke brachte in den 60ern und 70er unerhört innovative Fahrzeuge hervor und ist heute - zumindest in Deutschland - fast vergessen. Der "italienische Mini", der Autobianchi A112 Lancia - Was war das nur für eine Marke! Lancia hatte wunderbar sperrige Familienlimousinen im Programm, die ihre Front stolz in den Italienischen Wind hielten, als sei das Wort Aerodynamik nie bis nach Turin vorgedrungen. Lancia 2000 Lancia Flavia
Fulvia Berlina im Race-Trimm
Apropos Mercedes. Die haben natürlich auch einen Stand und zeigen - zum Thema Familie passend - einen schönen blauen Ponton als Kombi. Ein Highlight im Angebot des britischen Auktionshauses Coys: VW T1 Samba-Bus So viele Ferrari wie man vielleicht in Ferrari-Land erwartet hätte, gab es in Padua gar nicht zu sehen. Vielleicht sind die längst alle woanders hin verkauft? Hier ein Ferrari 20GT Lusso von 1963 Ganz anders bei den Lamborghinis, von denen man auf Nordeuropäischen Messen meist nur wenige zu Gesicht bekommt. In Padua dagegen gab es viele Lambos zu sehen. Dabei waren auch viele in sehr schönem Zustand, wie dieser weiße Urraco mit orangenen Sitzbezügen und kleinem Motor für den italienischen Markt.
Eine Sensation war diese Unikat: Ein von Ghia gebauter 350GT als Shooting-Break. Er wurde 1966 auf dem Turiner Autosalon präsentiert und vom... ...Bruder der Schriftstellerin Francoise Segan erworben. Ein schöner Iso Rivolta in strahlendem Gelb Ein De Tomaso Mangusta

Alfa Romeo zeigte einige schöne Stücke aus seinem Museum, wie etwa dieses Zagato Coupé. Das ist mit Baujahr 1989 zwar nicht wirklich alt, ein (Design)-Klassiker ist das Coupé aber schon längst. Nicht fehlen durften vielen weitere Stücke die von Zagato auf Alfa Romeo-Basis kreiert wurde, wie dieser Alfa TZ2 von 1956 Ein Jolly, den Ghia auf Basis des Fiat 500 herstellte. Ein exklusives Vergnügen - der Jolly kostete damals doppelt so viel wie ein "normaler" 500er.
Damit alles mit rechten Dingen zugeht, ist auch die Polizei mit dabei. Die ist mit einem Giulia Kombi ebenfalls gut motorisiert.

Die Auto e Moto d'epoca in Padua ist nicht ganz so groß wie die Techno Classica. Aber nur auf die Größe kommt es eben nicht an. Dafür ist die Messe mindestens genauso international - hier herrscht echte Völkerverständigung unter Oldtimer-Fans. Padua ist in jedem Fall eine Reise wert - Viva Italia!