Andrea Pininfarina ist tot

Andrea Pininfarina ist tot

Es ist ein großer Verlust für die Autowelt: Andrea Pininfarina ist tot. Der Firmenlenker der gleichnamigen Designschmiede starb bei einem tragischen Motorroller-Unfall.

Der studierte Ingenieur war am Donnerstag auf seiner Vespa unterwegs zum Pininfarina-Firmensitz vor den Toren Turins, als ihn ein Rentner mit seinem Auto übersah. Der 51-jährige starb noch am Unfallort.

Das Unternehmen Pininfarina wurde im Jahr 1930 von Battista Pinin Farina gegründet und steht seither für Autodesign der Extraklasse. Großvater Pinin Farina zeichnete unter anderem für den Alfa Romeo Spider verantwortlich, dazu wurden zahlreiche Ferrari-Modelle sowie der Maserati Gran Turismo gestaltet.
Neben Bertone und Giugiaro zählt Pininfarina zu den stilbildenden Autodesignfirmen und war mitverantwortlich für den Ruf Italiens als Land des Autodesigns. „Der Name ist ein Symbol für italienisches Design“, heißt es anerkennend aus der ebenfalls in Turin ansässigen Fiat-Konzernzentrale.
Neben dem Design übernahm Pininfarina aber auch die Produktion zahlreicher Fahrzeuge, wie etwa dem Fiat 124 Spider, dem Peugeot 504 Coupe oder dem Mitsubishi Pajero Pinin.

Pininfarina trifft den Verlust ihres Firmenlenkers zu einem besonders schwierigen Zeitpunkt: Zahlreiche Autokonzerne nahmen in den letzten Jahren die Produktion kleinerer Serien, auf die sich Pininfarina spezialisiert hatte, wieder selbst in die Hand. So musste der Konzern in den vergangenen vier Jahren einen Millionenverlust ausweisen.
Der verstorbene Andrea Pininfarina hatte gerade an einer neuen Strategie gefeilt, die vorsah, dass Pininfarina mehr und mehr eigenen Autos bauen sollte. So wurde der französische Investor Boloré mit ins Boot geholt, um 2010 eine Luxus-Elektromobil auf den Markt zu bringen. Auch der indische Konzern Tata hatte Interesse an einem Engagement bei Pininfarina angemeldet.

Durch den Tod Andrea Pininfarina sind nun viele Fragen nach der Zukunft offen. Es wird spekuliert, dass sein 49-jähriger Bruder Paolo die Geschäfte übernimmt, doch seitens des Unternehmens war hierzu keine Stellungnahme zu erhalten.