9. Stadtpark Revival 2010 – Sieg auf ganzer Linie

9. Stadtpark Revival 2010 – Sieg auf ganzer Linie

Immer Anfang September treffen sich Liebhaber, Enthusiasten, ehemalige Rennfahrer und all diejenigen mit Benzin im Blut zum Motorevival im Hamburger Stadtpark. Diese Rennstrecke ist im Norden der Republik ein fester Bestandteil für die Oldtimer- und Rennsportszene zum Saisonausklang. Fahrzeuge mit zwei, drei und vier Rädern konnten bei allerbestem Wetter begutachtet werden.

Das Rennen findet seit 1934 rund um den größten Park der Hansestadt statt. Damals kamen 80.000 Menschen zur Veranstaltung. Es waren Rennen für Motorräder und Gespanne. Seit 1938 sind auch Autorennen fester Bestandteil der Veranstaltung.

Dieses Jahr meinte es Petrus sehr gut mit den Teilnehmern. Zwei Tage lang wurde der trockene Asphalt bei schönstem Wetter in 11 Klassen ordentlich mit Gummi belegt. Immerhin 20.000 Zuschauer ließen sich das Revival nicht entgehen. Das merkte man schon bei der Anfahrt. Der Oldtimer Parkplatz war entsprechend gut gefüllt. Schon hier war das ein oder andere Schätzchen zu bewundern. Der 1,7 km lange Rundkurs im Osten des Parks verlangte wie immer mit seinen Haarnadelkurven vollen Einsatz von Fahrer und Beifahrer. Auch 2010 konnten die Veranstalter ein gut gemischtes Rahmenprogramm zusammenstellen. Dieses Jahr war statt dem Audi Team erneut ein überaus interessanter Sonderlauf mit Rallye Europameister von 1979 Jochi Kleint auf seinem Opel Ascona zu verfolgen. Angekündigt von der „Stimme“ des Motorevivals, Egon Müller, dem mehrfachen Speedway Weltmeister.

In den verschiedenen Klassen gab es viele herausragende Fahrzeuge. Während bei den Klassikern wie dem Bugatti 35B von 1925, dem DKW Auto Union von 1946 oder dem Rometsch Porsche Spyder von 1964 die Gleichmäßigkeitsprüfung teils eher gemächlich durchfahren wurde, war bei den etwas jüngeren Fahrzeugen deutlich der Motorsport Ansatz wahrzunehmen. Während der Bentley 4 1/2 Litre Le Mans von 1928 gewichtsbedingt fast schon wagemutig die Kurven nahm, war es vor allem die Kombination aus Drehzahl, Drift und Dröhnen, die so manchem Liebhaber eine Gänsehaut bescherte.

Sicher hatte jeder Zuschauer seine geschmacklichen Vorlieben. Den anwesenden Carsablanca Redakteuren sind vor allem folgende Fahrzeuge besonders aufgefallen. In der Klasse der GT Wagen 1950-78 waren es der Triumph Dolomite Sprint, Baujahr 1975, mit seinem alles überragenden Heckspoiler, der klassisch gelb schwarze 76er Opel Kadett Coupé, der Volvo P 1800 S Racing, der bekanntermaßen hochdrehende Honda S 800 und der nicht zu überhörende NSU 1200 C Rallycross von 1968, die sich teils wirklich packende Duelle lieferten. Nicht zu vergessen aber auch der Sound und das Design des ohnehin schon seltenen De Tomaso Pantera GT4 von 1971.

Neben den vielen anderen Fahrzeugen in den verschiedensten Klassen gab es bei den Serien- und Youngtimern von 1976-84 definitiv ein paar Leckerbissen. Vorne im Feld jagten sich BMW M 635 CSI, der flüsterleise Polo G40 und der VW Golf 1 Gruppe 4 Oettinger, dessen Vierzylinder Motor betörend laut fauchte. Dieser wurde immerhin von einer der ganz wenigen Pilotinnen über die Strecke getrieben. Eines der Highlights war jedoch sicher die serienmäßig ausgestattete 2 CV Ente. Beim Anblick der Schräglage in den Kurven gab es seitens der Zuschauer begeisterten Szenenapplaus.

Egal ob Monoposto oder Design Ikone, egal ob Zwei-, Drei-, Vier-, Sechs- oder Achtzylinder, ob seriennah oder zeitgemäß getunt, ob Low-Budget Renner oder beinahe unbezahlbarer Klassiker. Alle Fahrzeuge waren sehenswert. Jeder fand sein Fable. Die Vielfalt der Klassen und Jahrgänge lässt noch auf viel mehr faszinierende Motorevivals zuversichtlich hoffen.

Hier findet Ihr die Ergebnisse aller Läufe.