100 Jahre Avus - eine Autobahn feiert Geburtstag

100 Jahre Avus - eine Autobahn feiert Geburtstag


Avus

Vielleicht ist es ja ein wenig despektierlich, wenn ich die Avus als eine schnöde Autobahn bezeichne. Doch wer - wie der Verfasser dieses Postings - oft von Berlin gen Westen fährt, der kennt die A115 nun einmal am ehesten in der heutigen Verwendung.

Und so kommt es selten vor, dass man sich am Steuer seines Autos Gedanken über die mittlerweile 100-jährige Geschichte dieser legendären Strecke macht.

Es war am 23. Januar 1909 als der Automobilclub von Deutschland (AvD) seine Räume am Leipziger Platz 16 zur Verfügung stellte, damit die Avus GmbH gegründet werden konnte. Und gleich zu Beginn war umstritten, wo die langgezogenen Teststrecke Platz finden würde, denn auch andere deutsche Städte meldeten Ansprüche an.

Doch bedenkt man, dass Berlin zur damaligen Zeit schon 7.000 von deutschlandweit 30.000 zugelassene Autos vorzuweisen hatte, ist die letzliche Auswahl nicht allzu verwunderlich:

Es dauerte dann jedoch noch zwölf Jahre, ehe die Avus eröffnet werden konnte. 1913 waren die Verträge für die parallel zur Eisenbahntrasse verlaufende Strecke von Charlottenburg Richtung Potsdam unter Dach und Fach und die Bauarbeiter legten im Grunewald los.

Das erste Rennen fand dann - kriegsbedingt verzögert - im September 1921 statt und der erste Sieger trug gleich einen klangvollen Namen. Kein Geringerer als Fritz von Opel, ein Enkel des Firmengründers machte den Anfang, natürlich auf einem firmeneigenen Auto.

Der erste "Große Preis von Deutschland" fand dann am 11. Juli 1926 statt - mit einem Rundenrekord des damals noch unbekannten Rudolf Caracciola.

Der zweite "Große Preis von Deutschland" ließ dann aber bis ins Jahr 1959 auf sich warten - mit Tony Brooks im Ferrari als Sieger, der sogar Stirling Moss, Graham Hill und Jack Brabham hinter sich lassen konnte.

Doch aufgrund von Todesfällen in beiden Rennen wurden die Rennen auf der Avus immer seltener bis schließlich im Jahr 1998 endgültig der Vorhang fiel. Der Sieger im allerletzten Rennen hieß Stefan Kissling - ausgerechnet in einem roten Opel. 

Ein würdiger Abschluss für eine heute 100-jährige Autolegende.