Zulassung importierter Oldtimer

Zulassung importierter Oldtimer


Praxisberatung

Wenn man bei einem Kauf im Ausland das Auto seiner Träume vorgefunden hat, zu einem fairen Preis und im erwarteten Zustand: Wie geht es nun weiter, bis es angemeldet in meiner Garage steht?

Der Kauf wird EU-weit in denselben Schritten abgewickelt, wie sie hierzulande üblich sind: Man prüft Fahrzeugpapiere und Fahrgestellnummer auf Übereinstimmung, setzt einen Kaufvertrag auf, in den man zumindest bei höheren Summen die Ausweisnummern der Kaufparteien einträgt, in jedem Fall aber den Zeitpunkt der Übergabe, das erspart im Falle eines Unfalls lästige Streitereien, in wessen Besitz sich das Auto zum Zeitpunkt des Geschehens befand. Schließlich übergibt man das Geld und nimmt sein Auto mit. Dabei ist es sinnvoll, schon vor Abreise zu klären, wie die relevanten Papiere heißen und welche Behörde diese ausgibt.

Achten Sie beim Kauf auf möglichst umfangreiche Unterlagen. Jedes Dokument kann bei der Zulassung in Deutschland hilfreich sein. Wenn Sie beispielsweise in Großbritannien ein Auto kaufen, erhalten Sie nur einen schmalen Streifen des Kfz-Papiers, V5 genannt. Dieser Streifen weist das Kennzeichen, nicht aber die Fahrgestellnummer aus. Der Vorbesitzer ist verpflichtet, den Hauptteil des V5 an die zentrale Zulassungsbehörde DVLA zu senden, und von dort erhalten Sie per Post ein neu ausgestelltes V5. Dieser Vorgang ist zwar seit einiger Zeit vereinfacht worden, das Dokument heißt jetzt V5C und verbleibt beim Auto, allerdings ist besonders bei Oldtimern noch eine Weile damit zu rechnen, dass das alte Dokument V5 vorliegt.

Auf jeden Fall hilft es, sich eine Kopie des V5 anzufertigen, möglichst auch von MOT-Berichten (der englischen Entsprechung des TÜV-Berichts), auf denen Kennzeichen und Fahrgestellnummer ausgewiesen sind.

In Italien bestand die Möglichkeit, ein Auto mit einer Hypothek zu belasten. Natürlich möchte man mit einem Fahrzeug keine Schulden kaufen. Das gilt es zu prüfen. Eventuell vorhandene Belastungen werden jedoch mit der Abmeldung beim Pubblico Registro Automobilistico gelöscht, der zentralen Kfz-Meldebehörde.

Problemloser Grenzübertritt 

Dank der EU funktioniert die Einfuhr problemlos, sofern das Auto zuletzt in einem EU-Mitgliedsstaat zugelassen war. Man muss beim Übertritt der deutschen Grenze außer den Verkehrsregeln nichts beachten: Weder Zoll noch Mehrwertsteuer wollen entrichtet werden.

Wieder daheim, erwartet Sie dieselbe Prozedur wie bei der Zulassung eines lange stillgelegten Fahrzeugs. Erforderlich ist eine Vollabnahme durch den TÜV, zuvor muss das Fahrzeug natürlich technisch in Ordnung gebracht und den Bestimmungen der StVZO entsprechend ausgerüstet werden. Dies bedeutet ggf. die Installation einer Warnblinkanlage, Modifikationen an der Beleuchtung etc. Bei seltenen oder modifizierten Fahrzeugen empfiehlt es sich, möglichst viel Information mitzubringen. Da helfen Markenclubs weiter.

Auf der Zulassungsstelle benötigt man den Eigentumsnachweis (Kaufvertrag), vollständige Papiere, die das Fahrzeug eindeutig ausweisen, bei ungewöhnlichen Typen ein Datenblatt, eine Vollabnahme durch den TÜV und schließlich die Dokumente, die für jeden Zulassungsvorgang erforderlich sind (Doppelkarte, Personalausweis etc).

Deutlich aufwendiger ist die Einfuhr aus Ländern, die nicht der EU angehören. Dazu mehr in der Carsablanca-Praxisberatung Einfuhr von Oldtimern aus Nicht-EU-Ländern

Historische Zulassung? 

Wenn man eine historische Zulassung wünscht, muss man weiterhin den Nachweis erbringen, dass das Fahrzeug den deutschen Zulassungsbestimmungen des Baujahrs entspricht: Ein 1957er Fiat 1400 muss solcherart ausgestattet sein, dass er 1957 in Deutschland zugelassen worden wäre. Hinzu kommen natürlich die grundlegenden Auflagen zur Zulassung, etwa die Installation einer Warnblinkanlage. Der TÜV weist ausdrücklich darauf hin, dass Repliken kein H-Kennzeichen bekommen - selbst wenn sie sehr präzise und ausschließlich mit alten Teilen aufgebaut wurden. Dasselbe gilt für Eigenbauten und Bausätze (Kit Cars): Erst der Nachweis, dass ein Auto in dieser Form vor 30 Jahren angemeldet war, bringt die historische Zulassung.

Für die Zulassung braucht man dieselben Dokumente wie bei einer normalen An- oder Ummeldung, ergänzt durch Kaufvertrag und ausländische Fahrzeugpapiere. Damit sollte der frische Import bald schon in den deutschen Straßenverkehr eintauchen dürfen.

Autor: Till Schauen