Einfuhr von Oldtimern aus Nicht-EU-Ländern

Einfuhr von Oldtimern aus Nicht-EU-Ländern


Praxisberatung

Was muss man beachten, wenn man einen Oldtimer aus einem Land importieren möchte, das nicht der EU angehört? Der Carsablanca-Leitfaden hilft über gesetzliche und formale Hürden.

Die Überführung eines Fahrzeugs aus der Schweiz gestaltet sich inzwischen problemlos. Die einfachste Variante ist auch hier der Transport per Anhänger, die Fahrt auf eigener Achse ist ebenfalls möglich. Der korrekte Weg führt über ein schweizerisches Zollkennzeichen, für das man im Land eine Kurzzeit-Haftpflichtversicherung abschließen muss. Ein deutsches rotes Kennzeichen oder Kurzzeitkennzeichen wird aber in den wenigsten Fällen moniert.

Die Überführung aus Übersee (USA, Kanada und zunehmend auch Südafrika und Südamerika) gestaltet sich naturgemäß aufwendiger. Sinnvoll ist es in jedem Fall, schon vor Antritt der Reise Kontakt mit einer Spedition aufzunehmen, um Verladeorte und -zeiten zu ermitteln und sich über die Kosten zu informieren. Der Abschluss einer Transportversicherung ist ebenfalls dringend zu empfehlen.

Beim Kauf in den USA ist absolut erforderlich, dass man die vollständigen Fahrzeugpapiere erhält. Dies sind das Certificate of Title, entsprechend dem deutschen Kfz-Brief, und die Registration Card, analog dem Kfz-Schein. Ohne den Title ist man nicht rechtmäßiger Eigentümer des Fahrzeugs, eine Anmeldung in Deutschland ist unmöglich. Ohne Registration Card darf man das Fahrzeug nicht im US-Straßenverkehr bewegen. Falls man vor der Verfrachtung nach Europa mit dem Fahrzeug noch Urlaub in den USA machen möchte, muss man das Fahrzeug beim örtlichen Department of Motor Vehicles auf den eigenen Namen ummelden. Eine Kfz-Kurzzeitversicherung wird u.a. vom Automobilclub AAA angeboten.

Eine Spedition kann hilfreich sein 

Mit der Verfrachtung ist allerlei Schriftkram verbunden, den man der Einfachheit halber einer Spedition übergeben kann. Erfahrene Käufer können das natürlich selbst erledigen und ihr Fahrzeug direkt an den Pier bringen. In jedem Fall sei empfohlen, sämtliche Kosten vorab zu ermitteln, also auch Hafengebühren, Lagerkosten etc. Verfrachtung und Verzollung aus Übersee sind mit erheblichen Kosten verbunden - die Erfahrung zeigt, dass man zusätzlich mit rund einem Drittel des Kaufpreises rechnen muss, bis das Fahrzeug daheim vor der Tür steht.

Wem eine Reise in die USA nur zum Zwecke des Autokaufs zu aufwendig ist, kann sich an einen Mittelsmann wenden, der den Kauf, die Verladung und möglicherweise sogar die Suche nach dem Fahrzeug übernimmt. Da helfen US-Car-Clubs weiter. Der Dachverband der US-Fahrzeug-Clubs DUS bietet Unterstützung, auch bei Fragen der Zulassung, etwa mit Datenblättern.

Sobald das Fahrzeug die Außengrenze der EU übertritt, werden Zoll und Mehrwertsteuer fällig. Diesem unerfreulichen Thema widmen wir uns in der Carsablanca-Praxisberatung Verzollung eines Oldtimers aus Nicht-EU-Ländern. 

Der ADAC hält eine Fülle von Informationen zu allen Aspekten der Oldtimereinfuhr bereit (unter Auto, Motorrad & Oldtimer / Kauf & Verkauf).