Kaufberatung Matra Rancho (1977 - 1983)

Kaufberatung Matra Rancho (1977 - 1983)


Kaufberatung

Der Matra Rancho war das SUV unserer Jugend. Leider verstand dieses Konzept vor 30 Jahren niemand - weswegen die französischen Freizeitmobile zuhauf heruntergeritten wurden. Damit bei der Rettung der letzten Exemplare nichts schiefgeht – hier unsere Kaufberatung

Jawoll, der Matra Rancho ist das erste SUV der Welt. Er hatte zwar keinen Allradantrieb, dafür war der in Gemeinschaftsproduktion der Autohersteller Matra, Simca und Talbot gefertigte Rancho mit allerlei Safari-Lametta behängt. Rammbügel und Zusatzscheinwerfer hinter Gittern vorn, dicke Dachreling oben und viel wehrhaftes schwarzes Plastik rundherum – Camel Trophy, wir kommen. Der Matra Rancho war ein echtes Spaßmobil. 

Leider kannte bei seiner Einführung 1977 noch niemand diesen Begriff, auch die Spaßgesellschaft war noch im Werden. Deswegen war der Rancho zuerst einmal ein Großraumkombi – und dieser Begriff wird diesem Auto nun wirklich nicht gerecht. Aber eins nach dem anderen …

Historie

In den ersten Verkaufsjahren wurde der Rancho noch unter dem Namen „Matra Simca Rancho“ vertrieben. Nach Übernahme von Simca durch die Chrysler/Rootes Gruppe und später durch Talbot betitelte man den futuristisch wirkenden Franzosen schließlich als „Talbot Matra Rancho“. Das neue Konzept eines Multivans mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten wurde bei Matra entwickelt, die robuste Technik stammte aus dem Simca-Lager und der Vertrieb wurde kurzerhand – zumindest bis Mitte der 80er Jahre – von Talbot übernommen. Als Basis des Rancho diente der Simca 1100 VF2, besser bekannt als „City – Laster“.


Für ausreichend Vortrieb sorgte der 80 PS starke Motor aus dem Simca 1308 GT. Alle Komponenten wurden von Poissy/Paris ins Matra-Werk nach Romorantin geliefert, wo der fertige GfK-Aufbau bereits darauf wartete, mit dem technischen Rest des Fahrzeugs komplettiert zu werden. Der Matra Rancho wurde in einer Gesamtstückzahl von 56457 Exemplaren von 1977 bis einschließlich 1984 gebaut.

Modellvarianten


Basismodell: mit einfachster Ausstattung und Stahlfelgen

X: mit luxuriöser Veloursausstattung, Drehzahlmesser, Amperemeter, und serienmäßigen Alufelgen. Anhängerkupplung optional. Der Rancho X war immer mit einer Metalliclackierung versehen und hatte bronze getönte Scheiben. Rancho „X“

Grand Raid (große Reise): sehr selten und begehrt. Der Grand Raid verfügte über einen zweiten Ersatzreifen auf dem Dach, zwei Suchscheinwerfern auf der Haube und einer Seilwinde mit Fernbedienung an der vorderen Stoßstange. Darüber hinaus hatte er noch einen Stahlträger-Unterfahrschutz für grobes Gelände und ein 30-prozentiges Sperrdifferential. Diesen Geländewagen konnte man nur in einer matten, olivgrünen Lackierung und mit Stahlfelgen mit einer ET40 (Einpresstiefe), gepaart mit hinterer Spurverbreiterung, erwerben. Alle anderen Ranchomodelle hatten Felgen mit ET 22.

Besonderheit: Außer in Deutschland und Österreich hatte der Grand Raid grobstollige Baboulin-Crossreifen aufgezogen. Als einziges Modell der Matrafamilie hatte der GR einen niederverdichteten Motor (BTC) um auch in Ländern mit schlechterer Benzinqualität auszukommen. Außerdem verfügte er über Dichtprofile an den unteren Türkanten, die das Eindringen von Wasser im feuchten Geländebetrieb verhindern sollten.

Rancho "Grand Raid"

„DC“ (Decouvrable): oder auch Cabrio genannt. Der DC hatte ein abnehmbares Verdeck am hinteren Aufbau, Fahrer und Beifahrer blieben komplett überdacht. Desweiteren verfügte der DC über eine wetterfeste, hellbraune Kunstlederinnenausstattung mit weißen Kedern. Das Cabrio war nur in den Farbtönen rotbraun und grün erhältlich. Aufgrund des fehlenden GfK – Aufbaus hinten war beim DC keine Dachantenne installiert, sondern ein Antennendraht in der oberen Scheibe integriert. Rancho "DC"

AS (Affaires & Societé): Sonderausführung für französische Geschäftsleute. Bei diesem Modell fehlte die hintere Sitzbank. Der Rancho konnte deswegen in dieser Ausführung mit LKW – Zulassung betrieben werden, wodurch er in Frankreich mehrwertsteuerbefreit blieb. Dieses Modell gab es nur in der Basisversion ohne jegliche Zusatzausstattung.

Rancho "AS"


Davos (Sondermodell): mit serienmäßigem Blaupunkt Autoradio, Ski – Trägern, Schneeketten und besonderen seitlichen Zierstreifen. Als kleines Highlight war seitlich am Wagen eine Aluminium – Plakette mit dem Namen des Erstbesitzers und der fortlaufenden Nummer angebracht.

Rancho "Davos" 

Nautica (Sondermodell): in weißer Außenlackierung mit blauer Innenausstattung aus Skai und weißen Kedern. Die Felgen waren in Wagenfarbe lackiert. Auch der Schalthebel war in weiß gehalten mit blauem Knauf, der Fahrersitz war komplett zum nach vorne Klappen, wie auf der Beifahrerseite, deshalb auch kein Innentürgriff, nur eine Schlaufe zum Zuziehen. Der Nautica hatte eine spezielle Dachantenne nicht nur für Radioempfang sondern auch für Telefon, was seinerzeit sehr exklusiv war. Midnight (Sondermodell): auf 100 Exemplare limitierter Rancho von Oktober 1981 mit tiefschwarzer Lackierung, roten Zierstreifen und Schriftzügen. Der vordere Rammbügel, die Scheinwerferumrandungen , Türgriffe, Regenleisten und die Dachgalerie waren – sonst mattschwarz – in Chrom ausgeführt. Die Innenausstattung bot graues Velours mit roten Kedern. Auch die Armaturenbrettpolsterung war in grau gehalten und zusätzlich hatte der Wagen eine Mittelkonsole mit dreiteiligem HIFI System. Leider wurde dieses Modell nur in Frankreich für „spezielle Freunde von Matra“ (Originaltext Infoblatt) angeboten. Rancho "Midnight"

Behinderten-Umbau: die holländische Firma Smulders baute ab März 1980 jedes beliebige Rancho-Modell zum rollstuhlgerechten Behindertenfahrzeug um. In Deutschland übernahm diesen Umbau nach Plänen der Holländer die Firma Helmut Jelschen aus Bad Zwischenahn. Im Heck wurde der gesamte Boden herausgetrennt, tiefer gesetzt und verstärkt, die Heckklappe seitlich als Türe angeschlagen, so dass man den Wagen hinten elektrohydraulisch (Hinterachsniveaulift) absenken konnte, um mit einem Rollstuhl direkt einfahren zu können. Die serienmäßige Anhängerkupplung war somit nicht mehr möglich. Aus Platzgründen verschwand das Reserverad ins Wageninnere und ein kleinerer Tank mit nur 26 Litern Fassungsvermögen wurde unter dem Beifahrersitz installiert.

Rancho als Behindertenfahrzeug 

Erstaunlicherweise sind diese umgebauten Ranchos heute im Gesamtzustand wesentlich besser als jene, die als normale „Lastentransporter“ bei jedem Wetter raus mussten. Dies ergab sich wahrscheinlich auch aus der Tatsache heraus, dass der Neuwagenpreis dieses Rancho-Modells bei knapp 50000 DM lag. Dabei ergab sich alleine aus dem Anschaffungspreis vermutlich eine etwas peniblere Pflege- und Wartungsmentalität.

Zusatzoptionen


Wie bei fast allen Autoherstellern, so konnte man auch bei Matra aus zahlreichen Zusatzoptionen wählen und seinen Rancho aufwerten:

Anhängerkupplung: optional für das Modell „X“, serienmäßig bei allen anderen Ranchos
Metalliclackierung: nicht für das Modell „Grand Raid“, serienmäßig beim Modell „X“
Alufelgen: in 3 Versionen erhältlich, nicht für das Modell „Grand Raid“, Serie beim „X“
Suchscheinwerfer: serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Unterfahrschutz:  : serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Sperrdifferential:  serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Seilwinde: serienmäßig beim Modell „Grand Raid" 
3. Sitzbank: wurde entgegengesetzt zur Fahrtrichtung montiert für 2 weitere Personen
Doppel–Bett: für alle Ranchomodelle erhältlich, außer für „Behindertenumbau“
Lastenskiträger: für alle Ranchomodelle erhältlich
Gepäckraumabdeckplatte: für alle Ranchomodelle erhältlich
Klimaanlage: für alle Ranchomodelle erhältlich, wobei 15 Stück exklusiv für die Leibgarde des Diktators von Libyen, Ghadafi, ausgeliefert wurden!
Scheinwerfer–Wischer: für alle Ranchomodelle erhältlich

Darüber hinaus konnte man aus insgesamt 25 verschiedenen Farben seine Außenlackierung wählen. Zusätzlich waren bei allen Modellen serienmäßig Lautsprecherboxen in den Türen installiert. Alle Ranchovarianten verfügten über den 80 PS starken, 1442 ccm Reihen-
vierzylindermotor mit 4 – Ganggetriebe.

Untersuchungen beim Kauf – Worauf sollte man achten?

Karosserie

Da beim Rancho der hintere Aufbau komplett aus GfK ist, besteht an dieser Stelle schon mal kein Rostproblem. Die großen Glaspartien des Fahrzeugs sind nicht nur sehr vorteilhaft für die Rundumsicht, sondern stellen auch keine größeren Probleme dar. Der Rancho gilt als äußerst wasserdicht, einzig an der oberen Heckscheibe können die Scharniere im Laufe der Jahre Wasser eindringen lassen. Alle GfK-Teile bekommt man noch problemlos als Neuteil. Genauso verhält es sich mit den Kunststoffverbreiterungen, auch als Rammschutz deklariert, sowie den Stoßstangen vorne und hinten. Im Heckbereich des Ranch lauern also selten Probleme. Anders sieht es allerdings vorne aus. Da die Front nahezu unverändert vom Simca 1100 City-Laster stammt, bestehen die vorderen Kotflügel, die Motorhaube sowie die Türen aus Blech. Gerne werfen die Kotflügel im oberen Bereich von innen Blasen

Typischer Rostfraß im Bereich der A-Säule 

Aufgrund einer unvorteilhaften Konstruktion sammelt sich innerhalb der Kotflügel an der gesamten A–Säule stetig Spritzwasser, Sand und der übliche Straßenschmutz in der Kante, der dann feuchtfröhlich zum Lochfraß ansetzt. Ähnlich verhält es sich mit den Türen, bei denen vom Werk leider auf eine Rostvorsorge verzichtet wurde. Oft gelangt Spritzwasser und Schmutz durch die Ablauföffnungen in die Türen und sorgt für braunen Karies an den Unterkanten der Türblätter.Gute Türen für den Rancho sind deswegen schwer zu bekommen und werden mittlerweile in Gold aufgewogen.

Sollten immer geprüft werden: Die Türunterseiten des Rancho

Auch die Seitenschweller quellen gerne aufgrund eines doppellagigen Bleches von innen heraus auf und sorgen für wahre Schweißorgien. Wer die Zeit und die Möglichkeiten hat, sollte einen Rancho unbedingt auf eine Hebebühne bringen, um nicht später böse überrascht zu werden. Besonderes Augenmerk gilt dann dem Bereich der Motorträger, der Spritzwand im Bereich des Pedalträgers, der Vorder-  und Hinterachsbefestigung, der Wagenheberaufnahme und dem Heckrahmen, an dem die Heckklappe befestigt ist. Auch die Stoßdämpferaufnahmen in den Radkästen sollten gründlich abgeklopft werden. Die toten Federbeindome hinten offenbaren sich auch oft erst nach Demontage der Seitenverkleidungen.

Nur noch Blätterteig: Schweller eines Rancho 

Wem das immer noch nicht reicht, der kann dann noch die Rückleuchten abschrauben und einen Blick nach oben in Richtung C–Säulen werfen, wo der braune Mob gerne sein unheiliges Werk verrichtet. Oftmals muss auch hier gewaltig geschweißt werden, was zur Folge hat, dass der gesamte hintere Aufbau zuvor entfernt werden muss.

Desolater C-Säulenbereich bei abgenommenem GFK-Aufbau 

Selbstverständlich sind die genannten Stellen nicht immer bei allen Ranchos durchgerostet, aber eben die Schwachstellen. Bis auf die bereits genannten Türen und die A – Säulen bekommt man aber noch einiges an Reparaturblechen.

 

Interieur

 
Ranchos wurden Zeit ihres Lebens leider oftmals als Baustellenfahrzeuge oder Lastenträger missbraucht und dadurch auch im Innenraum wenig gepflegt. Dementsprechend sollte man beim Kauf einen gewissenhaften Blick auf die hinteren Seitenverkleidungen und den Dachhimmel werfen. Ersatz ist hier nämlich kaum verfügbar. Gleiches gilt für die Sitze und Türverkleidungen, die meist sehr stark „verwohnt“ sind. Originaler Stoff ist aber je nach Modell noch zu bekommen.

Grundsätzlich ist der Innenraum robust, genau so verhält es sich mit dem Cockpit und der darin sitzenden Elektronik. Wie in den siebziger Jahren üblich, beschränkte man sich auch im ruppigen Franzosen auf das Nötigste. Das Cockpit wirkt dadurch zwar etwas billig, dafür ist es funktionell und überschaubar – Freunde einfachster Elektronik werden begeistert sein. Sollte doch einmal etwas kaputt gehen, lässt es sich mit einfachsten Mitteln reparieren.

Motor/Mechanik

Bei den Motoren gibt es keine größeren Überraschungen, solange sie regelmäßig alle 7500 km ihren Ölwechsel bekommen. Aus der Großserienproduktion von Simca entliehen, haben sie sich dort millionenfach bewährt und obwohl nicht drehzahlfest als Langhuber ausgelegt, sind Laufleistungen weit über 200000 km durchaus möglich. Allerdings sind sie so gut wie nie wirklich dicht zu bekommen, fast immer Ölfeucht.

Einziger Problempunkt sind die Steuerketten. Sie verschleißen schnell und beginnen sich ab 50000 km beim einen oder anderen Rancho rasselnd zu melden. Es ist jedoch kein einziger Fall einer gerissenen Steuerkette bekannt und Motoren gibt es noch im Überfluss. Die üblichen Verschleißprobleme wie eine eingelaufene Nockenwelle oder ein beginnendes Kolbenkippen ab ca. 180000 km sind eher zu vernachlässigen.

Es sind aber einige Fälle von frühzeitig verschlissenen Getrieben bekannt, welche jedoch oftmals auf falsche Handhabung oder ungenügende Wartung zurückzuführen waren. Hier wurde des öfteren auf Ersatz vom Simca 1308 zurück gegriffen. Davon ist dringend abzuraten, denn die Tachoübersetzung ist danach nicht mehr korrekt
Mit der Mechanik des Matra verhält es sich ähnlich wie mit den Motoren. Schlichte, robuste Großserientechnik von Simca garantiert in der Regel unkomplizierten Betrieb. Die gängigen Verschleissteile wie Radlager oder Antriebswellen sind problemlos zu bekommen, gleiches gilt für Anlasser, die z.B. gibt es von verschiedenen Herstellern, wie Ducellier, Paris-Rhone oder etwa Bosch. Für die Mechanik ist die Ersatzteilversorgung also gut bis sehr gut, wenn man bedenkt, wie wenige Fahrzeuge noch existieren.

Fahrgestell/Bremsen


Auch hier gibt es normalerweise keine bösen Überraschungen. Das Fahrgestell und der Rahmen wurden eigens für den Rancho an den entscheidenden Stellen verstärkt und mit größeren Stabilisatoren und Stoßdämpfern versehen.
Die Bremsen sind auch kein exotisches Mysterium. Vorne mit Scheiben und hinten mit großdimensionierten Trommeln bestückt, sorgen sie für ausreichend Verzögerung. Allein bei den Bremsen wurden im Laufe der Jahre drei verschiedene Zulieferer – wie z.B. Girling – mit der Bestückung beauftragt. Die Hinterradbremse selbst ist Erbgut aus dem Simca 1307/08/09 und
taucht in gleicher Form auch beim Talbot Horizon und Simca 1100 TI auf. Also gibt es auch hier keinen Ersatzteilengpass.

Teileversorgung, Verfügbarkeit von Infos und Werkstatthandbücher, Clubs


Die Teileversorgung ist zumindest bei der Mechanik, der Motorisierung, der Karosserie, dem Fahrgestell und der Bremsen gut bis sehr gut.
Eng wird es bei Türen und diversen Reparaturblechen, wie den A – Säulen. Auch beim Interieur wie dem Dachhimmel, passenden Verkleidungen und diversen Sitzbezügen können hier und da Engpässe entstehen. Mit ein wenig Geduld kann aber zumeist auch hier weitergeholfen werden.
Über den Rancho kann man fachlich nahezu alles erfahren. Werkstatthandbücher gibt es teilweise noch original, als Kopien oder zum Download als pdf-Datei.

Erster Ansprechpartner ist hier sicherlich der Matra Club Deutschland e.V., der allein für das Modell „Rancho“ nicht weniger als 5 Typenreferenten zur Verfügung stellt. Dort erfährt man auch die Kontaktdaten zu den einschlägigen Teilehändlern. Außerdem wurde von einem absoluten Ranchofachmann ein spezielles Rancho-Dossier erstellt, welches teilweise in dieser Kaufberatung Einzug gefunden hat. Wem dies noch nicht genügt, kann auf der Internetseite des www.matraclub.de jede Menge links auch zu ausländischen Matraclubs finden.

Marktsituation/Preise

Aktuell findet man immer wieder Ranchos bei diversen Auktionshäusern, deren Preisspannen von 200 Euro bis zu 8000 Euro reichen. Das Angebot wirklich guter, oder sogar restaurierter Ranchos ist eher gering. Häufig wird totgestandener Schrott feilgeboten, der meistens nur noch als Teileträger verwendet werden kann.

Erzielt ein restaurierter Rancho mit Bewertung Note 1 gerade mal 8000 Euro, steht dies in keinem Verhältnis zum vermutlich investierten Aufwand, auch wenn man die Ersatzteile relativ kostengünstig bekommt. Allerdings ist in den letzten Jahren die Nachfrage dramatisch gestiegen und sogar ein regelrechter „run“ auf die Ranchos ausgebrochen. Die Preise für Ranchos steigen zunehmend, eine echte Wertanlange wird der Rancho aber wohl nie werden.

Was beschert einem dieses Auto?

Einen originellen Hingucker mit viel Ladevolumen für relativ kleines Geld, der an der Tankstelle so manchem Gegenüber ein freundliches Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Der Rancho ist zweifelsohne ein ausgefallener Oldtimer, der aber mit einem hohen Gebrauchswert auch im Alltag aufwarten kann:  über zwei Meter Ladefläche, viel Platz für die Passagiere und auch ohne Allradantrieb eine gewisse Geländegängigkeit machen ihn auch heute noch zu dem, was er vor 30 Jahren schon war: ein Spaßmobil.

Die zuverlässige Großserientechnik mit ihrer guten Ersatzteilverfügbarkeit bei moderaten Preisen sorgt dafür, dass der Rancho das auch bei kleinen Defekten bleibt.

Kurz mal einen Motor einladen: Kein Problem im Rancho Behindertenumbau 

Negativ zu bewerten sind jedoch die ziemlich schwere Lenkung, hakelige Schaltung und der große Überhang hinter der Hinterachse, der bei schwerer Beladung schon mal dafür sorgen kann, dass die vorderen Antriebsräder bei feuchter Straße durchdrehen. Der ungünstige CW–Wert und das hohe Gewicht sorgen für einen bei heutigen Spritpreisen unsympathischen Verbrauch von ca. 9 bis 13 Litern.

Für wen also eignet sich dieses Auto?

Ein Rancho ist sicherlich nichts für die Klientel Autofahrer, die sich z.B. bei ihrem Mercedes-Händler darüber beschweren, dass bei ihrem SL bei 250 km/h Windgeräusche auftreten. Durch das sehr kurz abgestufte 4–Ganggetriebe dreht der Motor des Rancho schon bei 100 km/h relativ hoch, wodurch es im Innenraum sehr laut werden kann. Auch was die Spaltmaße und allgemeine Verarbeitung betrifft ist der Rancho eher nichts für Perfektionisten. Vielmehr spricht er Puristen und praktische Schrauber an, die sich ab und an nicht davor scheuen, selbst am Wagen Hand anzulegen.

Man benötigt kaum Spezialwerkzeuge für Reparaturen am Rancho und die zu reparierenden Teile sind meist gut zugänglich. Läuft das Auto perfekt, kann man den Rancho seiner ursprünglichen Bestimmung zuführen: Entspannte Ausflüge zum See, mit den Kindern zum Ballspielen oder einfach nur bequem einkaufen fahren. Auch ein Urlaub nach Südfrankreich mit viel Gepäck ist ohne weiteres zu bewerkstelligen.

Einerseits lässt ein Rancho durch seinen Komfort kaum Belastungen – auch auf weiten Strecken – auf den Körper zu, andererseits sorgt der hohe Geräuschpegel dafür, dass die Fahrt im Matra niemals ermüdend wird. Also sichert Euch noch schnell die letzten überlebenden Wagen, solange sie überhaupt noch zu bekommen sind!