Kaufberatung Facel Vega (1954 - 1964)

Kaufberatung Facel Vega (1954 - 1964)


Kaufberatung

Feinste französische Handwerkskunst, gepaart mit dem brachialen Antritt eines Hemi V8 – die Facel Vega gehören zu den faszinierendsten Reisesportwagen überhaupt. Unser Kaufberatung schaut der Legende unter die Haube

Fünfziger Jahre, kleine Leistungsschau: ein Citroen 2 CV hatte ganze 12 PS. Der Porsche 356 A 1600 brachte es immerhin auf 60 PS. Mercedes-Benz nannte für sein legendäres Flügeltüren-Coupe Mercedes-Benz 300 SL eine Leistung von 215 PS. Und Facel Vega gab für seinen Facel Vega HK 500 360 PS an – dreihundertsechzig, soviel wie 30 Citroen 2 CV! Das Auto war von einem anderen Stern. Dies suggerierte schon der Name: Vega ist der am hellsten leuchtende Stern des nördlichen Polarhimmels. Die Bezeichnung HK 500 wiederum spielte auf eben jene überbordende Leistung an, genau genommen auf das Leistungsgewicht von nur 5 kg pro PS an. Zum Vergleich: Ein 30 Jahre jüngerer Bentley R Turbo hat ein Leistungsgewicht von 7,5 kg/PS.

Dass es sich bei den Leistungsangaben um amerikanische SAE-PS handelte, die an der Kurbelwelle des Motors und nicht an der Achse gemessen werden und Verluste durch den Antriebsstrang und Nebenaggregate nicht berücksichtigen, wurde damals wie heute gerne ignoriert. Die Zahlen sind einfach zu schön und eindrucksvoll um sie pingelig klein zu rechnen.

Klar, dass so eine Marke eine interessante Klientel anzieht: Tony Curtis, Ava Gardner, Fantomas Darsteller Jean Marais und die Regisseure Louis Malle und Francois Truffaut fuhren mindestens einen Facel. Selbst Berufskraftfahrer wie Sir Stirling Moss und  Maurice Trintignant pflügten gerne im schnellsten Viersitzer der damaligen Welt durch die Gegend. Der Schah von Persien und der König von Marokko schlossen sich an. Auch Gaston Gallimarde, Verleger des farnzösischen Literaturnobelpreisträgers Albert Camus, hatte einen. Dummerweise ließ er den existenzialistischen Schriftsteller hinters Steuer – was Fahrzeug und Fahrer das Leben und Facel Vega einiges an Prestige kostete. Aber wer überhaupt war Facel Vega?

Halb Frankreich fuhr Facel

Das 1939 gegründete Unternehmen „Forges et Ateliers de Construction d´Eure et Loire“ war einer der führenden Stahlverarbeiter Frankreichs. Von der Küchenspüle über Flugzeugteile bis hin zur kompletten Autokarosserie stanzte, presste, schweißte und bog man alles in die Form, die industrielle Auftrageber wünschten. Um sich ein Bild von der Größe des Unternehmens machen zu können hier einige Produktionszahlen aus den Auftragsbüchern: 45.565 Karosserien für Panhard, 23.500 Coupe-Karosserien für Simca, 9630 Jeep-Karosserien, 720.000 Motorroller-Gehäuse für Vespa und Piaggio France. Dazu kommen noch Stahlmöbel, Traktorkarosserien und über 18.000 LKW-Fahrerhäuser.

Da der Firmenname etwas lang und nüchtern war, schuf man aus dem Wortgeflecht das melodische Kürzel Facel. Dieser Name prangte mit seinem zeitlos eleganten Logo an den Flanken der von Facel für Ford Frankreich gefertigten 2.200 Ford Comete. 1951 karossierte sich der Firmenchef Jean Daninos seinen privaten Bentley Mk VI zum eleganten Coupe um und stellte ihn im Grand Palais in London aus. Er schuf noch 17 Coupes, die als Bentley Cresta nur Kennern der Materie bekannt sind.

Bei soviel Engagement im Automobilbereich war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis man sich bei Facel zur Eigenproduktion entschloss – 1953 war es dann soweit, man begann mit der Planung eines Edel-Automobils. Die Automobilsparte von Facel erhielt den Beinamen Vega. 1954 wurde der erste Facel Vega auf dem Pariser Salon präsentiert. Nur 10 Jahre später – 1964- – erlosch die Marke wieder , die in Design, Prestige und Qualität stets in der Reihe der großen französischen Namen neben Bugatti, Delahaye, Delage und Talbot-Lago stand.

Kleine Typenkunde der Facel Vega


Die Magie der Marke gründet vor allem auf extrem eleganten Karosserien, gepaart mit einem bärenstarken V-8-Motor. 1955 lief die Serienproduktion mit dem FV1 an, 1956 gab es den FV2, dem FV 3 und 1957 der FV4 folgten.

Facel Vega FV 1 von 1955

Die Facel Vega FV1 - FV4 waren im Grunde Vorgänger des berühmten Facel Vega HK 500, der von 1958 bis 1961 gebaut wurde. Die Angaben über die Produktionszahl bewegt sich je nach Quelle zwischen 490 und leicht über 550 Exemplaren. Achtzylinder Cabriolets von Facel Vega sind überaus selten, insgesamt sollen es nur ein Dutzend gewesen sein.

Facel Vega HK 500, Jahrgang  1961 von schräg vorn

und ein weiterer HK 500 aus 1961 von schräg hinten

Unter dem Namen Facel Vega Excellence entstand ein eindrucksvoller Viertürer, mit dem Facel in den großen amerikanischen Limousinen-Luxusmarkt eindringen wollte. Die Türen des Excellence öffneten gegenläufig und hatten keine B-Säule. Das brachte zwar Probleme mit klemmenden Türen, war aber eine Riesenshow. Dies fand der amerikanische Hersteller Lincoln auch und erwarb ein Exemplar des Excellence, studierte den Mechanismus und präsentierte seinen 61er Jahrgang mit ebenfalls gegenläufig öffnenden Türen. Auch ein in den frühen sechziger Jahren präsentierter Wiederbelebungsentwurf für die erloschene US-Marke Duesenberg sah dem Excellence recht ähnlich.

Facel Vega Excellence von 1958 Alle V-8-Modelle wurden von zugekauften, amerikanischen Motoren befeuert. Der Prototyp noch von einem De Soto Firedome, die Serienfahrzeuge dann von Chrysler-Motoren. Die 6,3 Liter V8 Motoren des HK 500, Excellence und Facel II fertigte Chrysler für Facel auf der Basis der Typhoon-Hemi-Motoren, die auch oft und gerne in die Maschinenräume von Riva und Chriscraft Sportbooten versenkt wurden. Die Motorleistungen der Chrysler-Aggregate stiegen dabei kontinuierlich von Anfangs 180 auf bis zu 390 PS gegen Produktionsende.

Facellia von 1961 Und solange man sich bei Facel auf die zwar simpel konstruierten, aber dafür robusten und Leistungsstarken US-V-8 verlies, lief alles wunderbar. 1960 brachte Facel dann mit der Facellia eine Art Einsteigermodell auf den Markt. Dafür wurde eigens ein 4-Zylindermotor konstruiert – und der brach der Marke das Genick. Er hatte nämlich die unangenehme Eigenschaft, geradezu serienmäßig kostenintensive Motorschäden zu verursachen. Die Garantiekosten ruinierten die Finanzen- und die Schadenshäufigkeit den Ruf der Marke. Dies so nachhaltig, dass vom großartigen HK 500 Nachfolger, dem Facel Vega II, in drei Jahren nur ganze 184 Exemplare verkauft wurden.

Einer von 184: Facel II von 1963

Zwar versuchte man bei Facel mit zugekauften Volvo-Motoren und einer Namensänderung  – von Facellia in Facel Vega III – gegenzusteuern. Zusätzlich bot man einen Sechszylinder (von BMC/Austin-Healey) als Facel Vega VI an. Doch es war zu spät. 1964 schloss Facel Vega die Werkstore für immer.

Das ist ein Facel Vega heute


Ein Achtzylinder-Facel Vega ist schon ein wenig snobistisch. Keine Frage. Da die Marke recht unbekannt ist, taugt er kaum zum Angeben, es sei denn, es ist ein Facel II, oder man startet ihn nachts um eins in einer ruhigen Anliegerstrasse. Da ein Facel außerordentlich bequem ist und seinen Passagieren die Innenatmosphäre und die Ausstattung eines englischen Clubs anbietet, kann man damit am besten sich selbst beeindrucken, nicht aber andere, die draußen bleiben müssen.

Die mächtige Armaturentafel eines HK 500 vermittelt wegen ihrer ebenen Oberseite und der Edelholzoptik eher den Eindruck eines gediegenen Sideboards im Wohnzimmer als den eines technischen Kommandostandes, auch wenn es jede Menge chromberingter Jaeger-Instrumente gibt. Dass Facel Vega für Genussmenschen konzipiert waren, wird auch aus der perfekten Anordnung von Aschenbecher und Zigarettenanzünder deutlich. Sicherheitsgurte brauchen Sie übrigens nicht zu suchen, im Facel stirbt man noch als Mann.

Der Kofferraum eines Facel ist durchaus Alltagstauglich, Platz für ein Kistchen Chablis findet sich immer und wenn es auf dem 100 Liter Benzintank ist. Bequemlichkeit ist das große Stichwort beim Facel: selbst groß gewachsene Personen nehmen eine angenehme Sitzposition ein. Das riesige aber spindeldürre Lenkrad hält man am besten mit jeweils drei Fingern, wobei die Hände eine entspannte zwanzig-Minuten-nach-Acht-Position einnehmen. Gelochte Handschuhe sind nicht nur aus stilistischen Gründen angeraten, sie vermitteln schlicht das Gefühl den Facel Vega besser im Griff zu haben.

Trotz der exorbitanten Leistung ist ein Achtzylinder Facel Vega jedoch kein Racer. Zwar hat ein gewisser Martin Kent mit seinem Facel Vega (mit Automatic-Getriebe!) 1966 in der Drag Racing Saloon Car Championship die Preise abgeräumt, doch ist der Facel eher in der Rubrik schwerer Gleiter zu Hause. Allerdings ist es legitim an der Ampel dem ein oder anderen spätpubertären Jüngling die (schönen) Rücklichter eines Facel Vega zu zeigen und sich selbst ein Lächeln auf´s Gesicht zu zaubern – Vive la France!  

Was soll man kaufen?


Wenn Sie können, kaufen Sie einen Achtzylinder. Nur die großen Facel Vega vermitteln den Spirit und die Faszination der Marke so richtig. Die kleinen Modelle Facellia, Facel III und Facel VI sind – besonders als Cabriolet – eine reizvolle Alternative zu Standard-Oldtimern wie z.B. den Mercedes-Benz Pagoden. Vereinzelt werden sowohl von den großen als auch den kleinen Baureihen noch recht originale Fahrzeuge angeboten. Die meisten sind jedoch mittlerweile überarbeitet bzw. teilrestauriert. Vollrestaurierte Facel Vega sind noch vergleichsweise selten, denn bis vor kurzem überstiegen die Kosten einer fachgerechten Profi-Restaurierung den Marktwert. Wer Platz und Zeit hat, der kann beim Facel Vega HK 500 ernsthaft über eine Restaurierung in Eigenregie nachdenken. Die Fahrzeuge sind auf einem grundsoliden Rahmen aufgebaut und verfügen über eine simple aber funktionale Technik, die kein Spezialwissen erfordert. Bei der Auswahl eines Restaurierungsobjektes ist es wichtig ein möglichst komplettes Fahrzeug zu erwerben. 

Einfach und gut: Fahrgestell des HK 500



Hauptsache komplett: HK 500 Restaurierungsobjekt

Facel Vega Spezialisten, IG´s und Clubs bieten rund 1.000 verschiedene Teile an, aber Stoßstangen sind beispielsweise fast nicht zu bekommen. Blechteile wenn überhaupt nur gebraucht. In der Regel muss ein guter Karosseriebauer marode Partien mit selbst gefertigten Blechen ersetzen. Was man hingegen für den Unterhalt eines Facel Vega an Verschleißteilen benötigt, ist  problemlos zu bekommen. Das Preisgefüge der Teile ist recht hoch, aber deutlich unter Ferrari oder Maserati angesiedelt.

Die Karosserie


Die Karosserie ist wie bei allen Oldies der Knackpunkt: sie besteht komplett aus Stahlblech ohne Rostvorsorge und ist entsprechend anfällig, lediglich beim Facel II und den kleinen Modellreihen waren Motorhaube und Kofferdeckel bereits aus Aluminium gefertigt. Prüfen Sie also zuerst den Lack: Charakteristische, ungleichmässige Blasen und Hubbel  unter dem Lack? Besonders in Ecken und an Kanten? Hier kündigt sich jeweils eine Durchrostung an- oder Sie haben soeben schon eine gefunden. Alle Stellen Spritzwasser und Straßendreck Stellen sind besonders rostgefährdet. Die sind in erster Linie die unteren Bereiche der Radhäuser und die Schweller.

Lassen Sie Ihre Augen an den Spaltmassen der großen Türen und der Motorhaube entlang wandern. Die Türen sacken schon mal ab, was auch an Schleifspuren bei geöffneter Türe zu sehen ist.  Die Verarbeitung bei Facel Vega war hervorragend. Wer je im Kofferraum eines Facel Vega lag und von innen die Nahtstellen der Kotflügel betrachtet hat, der weiß danach, wie sorgfältige Handwerksarbeit aussieht.

Vergessen Sie nicht den Blick unter die Tür: der Türboden und das gesamte untere Drittel der Tür sind immer ein kritischer aber reparabler Bereich.  Schauen Sie bei geöffneter Türe in  den Bereich der Scharniere. Hier findet man ehrliche Aussagen über die Qualität. Bei oberflächlichen Lackierungen oder Bastler-Restaurierungen wird dieser Bereich meist nur übergesprüht. Die Lackeinschlüsse sprechen dann für eine oberflächliche Arbeitsweise. Wenn es hier aber gut und womöglich richtig sauber aussieht, haben Sie ein gutes Exemplar vor sich.

Ein Indiz für den Pflegezustand ist auch die schöne Werkzeugschublade, die zwischen den Scharnieren des Kofferdeckels ausgeklappt werden kann. Dieses Fach war ursprünglich mit einer Kunststoffmasse ausgekleidet, welche die Aussparungen für die einzelnen Werkzeuge enthielt. Dieses Material ist über die Jahrzehnte altersbedingt geschrumpft und unansehnlich geworden. Wenn das Werkzeugfach aus einer undefinierbaren Masse mit einer einsamen Zange darin besteht, ist der betreffende Facel nicht liebevoll gepflegt. Sieht es in diesem Fach so aus wie hier, sollten Sie in endgültig in Kauflaune sein.

Männerspielzeug

Wenn Sie den Chrom prüfen, werden Sie zu Ihrer Überraschung keinen Rost finden, egal wie übel der Wagen sonst aussieht. Der Chrom ist nämlich kein Chrom sondern Edelstahl! Facel war eben ein echter Spezialist für perfekte Blechverarbeitung. Unbill droht daher höchstens von Dellen und Beulen, deren Reparatur schwierig ist. Ersatz für die Stoßstangen gibt es praktisch nicht mehr. Wenn die Stoßtangen fehlen, dann haben Sie ein Problem – und der Verkäufer auch, denn das drückt den Preis. Eine zerstörte Scheibe hingegen ist kein Problem,  Scheiben sind als Nachfertigung erhältlich – unter 1000 Euro kommt man dabei jedoch nicht weg.

Das Interieur


Wer zum ersten Mal in eine Facel Vega blickt, der ist nachhaltig beeindruckt von dem großen hölzernen Armaturenbrett mit bis zu acht herrlichen Jaeger-Instrumenten. Doch der beeindruckte Laie ist auf dem Holzweg. Die Blechspezialisten von Facel haben nämlich kein Walnusswurzelholz verbaut, sondern tatsächlich einen echten Kunstmaler beschäftigt, der dem Blech die edle Optik gab. Wer kein Holzgemälde wollte, der bekam das Armaturenbrett in passendem Leder bezogen. Sollte weder Leder noch Gemälde vorhanden sein, ist das schade, es gibt jedoch noch Spezialisten die diese Illusionsmalerei beherrschen und den Originaleindruck wiederherstellen können. Übrigens ist Bier eine der Zutaten in der Farbrezeptur.

Schöner wohnen: Facel Vega HK 500 mit bemalter Armaturentafel

Das Interieur war stets in Leder ausgeführt. Dies bezog Armaturentafeloberteil, Mittelkonsole und Türbeläge mit ein. Der Dachhimmel war rautenförmig abgesteppt. Abgesehen von Lautsprecherexzessen und modernen Radios sind Facel Vegas im allgemeinen von Veredelungsfetischisten verschont geblieben. Wenn im Innenraum Kleinteile fehlen, ist das weniger schlimm. Hier gibt es das meiste gebraucht oder nachgefertigt. Die Instrumente sollten aber alle vorhanden sein und von Jaeger stammen.

Motor/Getriebe/Mechanik


Die amerikanischen Chrysler Hemi-V8 Motoren sind extrem robust trotzen den Jahrzehnten unbeeindruckt. Vorausgesetzt, man verzichtet auf Dauervollgas und das hochdrehen der noch nicht betriebswarmen Maschine. Es tauchen immer mal wieder Faces am Markt auf, die nicht mehr ihren Hemi sondern irgendeinen 08/15 Ami-V8 implantiert bekommen haben. Also sollte man tunlichst einen Blick unter die Haube werfen.

Bei Schaltgetriebe oft mit zwei- bei Automatik mit einem Vergaser:
Der 6,3 Liter Chrysler Hemi V8 des HK 500 mit bis zu 390 PS.


Die noch existierenden Facellia Motoren sind besser als ihr Ruf. Die Motorschäden wurden damals in erster Linie durch das volle ausnutzen des Drehzahlbereiches herbei geführt, was zu hässlichen Löchern in den Kolbenböden führte. Wer seinen Motor nur zu 2/3 ausdreht, der hat gute Chancen, dass sein Facellia Motor hält.

Die Volvo- und BMC/Austin-Healey Motoren der kleinen Facel III und VI sind bewährte Motoren, die normalerweise keinen Ärger machen.

Sitzen Sie zum ersten mal in einem Facel Vega mit Automatik-Getriebe, werden Sie lange nach einem Schalthebel suchen müssen – es gibt keinen. Des Rätsels Lösung findet sich links vom Lenkrad. Schöne, metallene Jukebox-Tasten: Der Facel hat Drucktasten-Automatik. Sinnigerweise fehlt dem amerikanischen Getriebe eine Parksperre, was Facel Vega durch Beigabe eines hölzernen Unterlegkeils  zu kompensieren suchte.


Alternativ zum Automatik-Getriebe hatte Facel ein manuelles 4-Gang Schalt-Getriebe bei der französischen Firma Pont a Mousson entwickeln lassen. Das Getriebe ist generell robust und dem gewaltigen Drehmoment der 6,3 Liter Motoren gewachsen. Wenn es aber Probleme macht, sieht es schlecht aus: Teile gibt es nicht mehr. Möglicherweise wird es in der Zukunft nach gefertigte Teile geben. Bislang lohnte sich deren Herstellung mangels Nachfrage aber nicht.

Der schwere Motor drückt auf die Vorderachse, was den Verschleiß aller Gummilager und Fahrwerksbuchsen beschleunigt. Ersatz ist jedoch verfügbar. Die Lenkgetriebegehäuse der Facel II sind aus einer Aluminiumlegierung, die nach Jahrzehnten zur Rissbildung neigt-auch hier ist eine Neufertigung lieferbar.

Markt und Preise


Die HK 500 Modelle sind etwas teurer als die Vorgänger Baureihen FV1 bis FV4. Für Design-Ästheten hingegen sind besonders diese frühen Baureihen ansprechend. Die Limousine Excellence und die Facel II sind echte Raritäten und entsprechend selten am Markt. Wer eines dieser Modelle möchte- der muss neben Geld auch Geduld mitbringen. Ein guter aber nicht perfekter HK 500 kostet zur Zeit ziemlich genau € 60.000,-- Perfekte Autos nähern sich € 90.000,-- Rechtslenker und frühere Modelle sind etwas preiswerter zu finden. Die Preise für gute Facel II beginnen um die € 100.000,--  Die kleinen Facel starten in ordentlichem Zustand ab € 30.000,--  

Teileversorgung, Verfügbarkeit von Informationen


Die vergleichsweise kleine Facel Vega Szene ist rege. Ersatzteile gibt es über den holländischen Spezialisten Amicale Facel, und die deutsche Facel Vega IG. Eine ganze Reihe von internationalen Internetseiten befassen sich u.a. mit Facel Vega. Darunter auch miserabel recherchierte Webpages mit schlicht falschen Angaben. Eine Liste empfehlenswerter Seiten finden Sie am Ende dieser Kaufberatung und unter den Links auf der Webseite der Facel Vega Interessengemeinschaft.   

Fazit

Wer rahmengenähte Schuhe trägt, Grand Hotels des 19. Jahrhunderts mag und bei seinen Automobilen gerne über eine Motor-Leistung verfügt, die er nie ausschöpft, der kommt  früher oder später mit Facel Vega in Kontakt. Wer beim Clubtreffen lieber in St. Emilion einen Grand Cru im Weinglas schwenkt als im roten T-Shirt am Nürburgring rumzusitzen, der wird sich bei den Facel Freunden unter Gleichgesinnten finden.

Hat man obendrein Freude an Details wie einer technisch völlig überflüssigen, aber ästhetisch ausgewogenen zweiten Radio-Antenne, dann ist der Facel Vega eine vortreffliche Wahl. Zumal ein gut restaurierter Achtzylinder Facel Vega mit seiner einfachen und robusten Technik alle Vorraussetzungen erfüllt, um sich vom seelenlosen Overkill der Abstandsregeltempomaten und Nachtsicht-assistenten moderner Oberklassefahrzeuge zu erholen.     

Interessante Facel-Vega Internet-Adressen:


Der Marktplätze für Facel Vega-Angebote:

www.facel-vega-ig.de/new/
www.facel-vega.com/ Ersatzteile für Facel Vega:

www.amicalefacel.nl/teile.htm
www.newstock.facel-vega-ig.de/ Diese Kaufberatung wurde von Hans G. Ruhé, von www.amicalefacel.nl freundlicherweise mit Bildern unterstützt. Vielen Dank!