Walter: besser als Rolls-Royce?

Walter: besser als Rolls-Royce?


Schlau werden mit Carsablanca

Die kleine Edelschmiede Walter ist heute so gut wie vergessen, zumindest außerhalb von Tschechien. Mit dem Typ Royal versuchte Walter 1931 dasselbe, was Bugatti schon ein paar Jahre zuvor nicht hinbekommen hatte: ein Auto für Könige.

Der Royal stand auf einem normalen Leiterrahmen – aber das war so ziemlich das einzige konventionelle Element des Autos. Die Bremsanlage war als hydraulische Zweikreisanlage ausgeführt – zu einer Zeit, als sich Vorderradbremsen eben erst als Standard durchgesetzt hatten. Der Motor war ein 5,9-Liter-V12 mit 120 PS und einem seidenweichen Lauf, wie ihn die allerwenigsten ohv-Motoren hinbekommen. Das Vierganggetriebe war ein unterdruckgesteuerter Halbautomat mit Gangvorwahl.

Ähnliches Raffinement bot damals nur der Rolls-Royce Phantom: flüsternde Kraft, unterspielter Luxus, spielend leichte Bedienung. Leider kam der wundervolle Walter in die falsche Zeit, denn die Weltwirtschaftskrise ließ die Nachfrage nach Luxusautos dieser Preisklasse kollabieren. Walter konnte den Motor später immerhin als Antrieb für Langstreckenbusse einsetzen.

Ob ein Exemplar des Royal überlebt hat, ist nicht bekannt.

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