Toyota Celica Liftback ST

Toyota Celica Liftback ST


Marktbeobachtung

Als Ford den Capri lancierte und sogar Opel sich zum Bau eines Sportwagens entschloss, zögerte Toyota nicht lange und setzte den Celica ST als Koi in das Haifischbecken der eben genannten Familiencoupés. Dort fiel er aufgrund seiner begrenzten Verbreitung um so mehr auf, erreichte jedoch nie die Zornigkeit seines Landsmanns Datsun 240 ZX. 

Celica fahren war immer irgendwie anders. Obwohl die Modellreihe auf der Carina-Limousine basierte, besaß sie ihr eigenes Flair. Opel Manta und Ascona erschienen da schon gewöhnlicher.

Im Celica betrat man durch rahmenlose Türen ein sportlich angehauchtes Wohnzimmer-Ambiente, das deutliche Anleihen aus Amerika trug: Holzapplikationen am Armaturenbrett, aus garantiert industriebelassenem Balsaholz liebevoll mit der Puck-Säge ausgeschnitte, schmucklose Rundinstrumente, knarzendes Kunstleder. Mit 86 PS war der Mini-Mustang aus Fernost zwar nicht eben untermotorisiert, wog allerdings auch seine 1.000 Kilo.

Wer heute eine originale Serie-1-Celica sucht, muss entweder tief graben oder in die Tasche greifen: Gute fahr- und sogar TÜV-fähige Celicas sind nur vereinzelt auf dem Markt anzutreffen, die Preise angemessen – nichts mehr mit "Billig-Japanern". Teile sind zwar erhältlich, aber nur gegen harte Münze. Am besten, man kauft sich noch mindestens einen Teileträger hinzu.

Die aktuell angebotene Celica Fastback ST hat bereits mehrere Modifikationsrunden hinter sich gebracht und benötigt der Zuwendung. Lediglich acht Liter verbraucht die Reisflunder auf 100 Kilometer und ist auch sonst viel cooler als ein Ford Capri oder der Manta.

Vom Innenraum einmal abgesehen (typisch: UV-Strahlen haben der Rückenlehne den Garaus gemacht) muss überschaubare Blecharbeit geleistet werden, auch eine abschließende Neulackierung scheint vonnöten. Danach aber hat man einen der exklusivsten Sportler der 70er, als Autos noch so etwas wie eine Seele besaßen. Und Fische noch Gräten.